Advertisement

Kommunikation und Koordination

  • Stefan Voß
  • Kai Gutenschwager

Zusammenfassung

Information und Kommunikation bedingen einander und sind damit untrennbar miteinander verbundene Begriffe. Demzufolge beschäftigen wir uns in diesem Kapitel mit Gruppenentscheidungsprozessen (Kommunikation) und Möglichkeiten, diese durch die IT zu unterstützen. Zur Verdeutlichung greifen wir das Beispiel des Help Desks noch einmal auf, um ein Workflow Management-System mittels der Software Lotus Notes zu implementieren. Wir wollen darüber hinaus den Bezug zur Organisation verdeutlichen, die durch jede Veränderung der Art der Kommunikation evoziert bzw. ermöglicht wird (Koordination). In diesem Kapitel stellen somit neue Koordinationsformen der Arbeit einen zentralen Betrachtungsgegenstand dar. Die Aufgaben des Informationsmanagements liegen in diesem Gebiet im Aufzeigen der Enabler-Funktion der IT zur Reorganisation der Arbeit, aber auch zur Reorganisation marktlicher Koordination.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Zu einer “Geschichte” dieser relativ jungen, interdisziplinär ausgerichteten Forschungsrichtung siehe Grudin (1994).Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. Nunamaker et al. (1995). Die Autoren geben darüber hinaus Analysen zu den Kosten von Meetings auf der Basis der Gehälter der Teilnehmer und dem Anteil an der Gesamtarbeitszeit an, der bei Managern zwischen 30 und 80% liegen kann. So gibt eine Firma ihre Verluste aufgrund schlecht organisierter bzw. durchgeführter Meetings mit 75 Mio. Dollar pro Jahr an.Google Scholar
  3. 4.
    Eine Einführung findet sich bei Nunamaker et al. (1995).Google Scholar
  4. 5.
    Auf der Methodenseite findet sich hier ein eindeutiger Bezug zu den Decision Support-Systemen, wie sie in Kap. 8.1.2 diskutiert wurden. Damit definieren entsprechende Funktionalitäten Group Decision Support-Systeme im engeren Sinne; vgl. Grudin (1994) für eine Diskussion der Begrifflichkeiten. Ein Überblick über unterschiedliche Möglichkeiten zur Unterstützung von Gruppenentscheidungsprozessen findet sich bei Vetschera (1990). Er klassifiziert eine interaktive und eine normative Lenkung von Entscheidungsprozessen. So können die Präferenzen einzelner Teilnehmer durch Gewichtungsterme in gemeinsam definierten Zielfunktionen oder durch Verwalten multikriterieller Zielfunktionen berücksichtigt werden. Andere normative Ansätze basieren auf einer Aggregation einzelner Meinungen sowie einer Kompromißfindung durch spieltheoretische Ansätze.Google Scholar
  5. 6.
    So bietet sich der Einsatz von entsprechenden Groupware-Systemen z.B. auch im Hinblick auf die Organisationsentwicklung an, die von allen Mitgliedern der Organisation getragen werden sollte; vgl. z.B. Schein (1997). In der Initialisierungsphase entsprechender Veränderungsprozesse können durch den Einsatz von EMS beliebig viele Teilnehmer effektiv an einer Konferenz — z.B. einer Open Space-Konferenz, die in einem offenen Rahmen unter weitestgehender Selbstorganisation der Teilnehmer abläuft — partizipieren und somit aktiv die Entwicklungsprozesse gestalten; vgl. Gutenschwager et al. (2000).Google Scholar
  6. 7.
    Eine aktuelle Entwicklung stellt die Nutzung der Internet-Technologie zur Un terstützung von Sitzungen und insbesondere Konferenzen dar. Neben bekann ten Produkten wie NetMeeting von Microsoft oder SGImeeting von Silicon Gra phics soll hier Open Meeting, ein Internet-basiertes Konferenz-und Kollabo rationssystem genannt werden. Es wurde am MIT entwickelt und unterstützt große Online-Konferenzen mit über 4000 Teilnehmern. Durch eine festgelegte Grammatik (Taxonomie) werden Diskussionsbeiträge und Anregungen in beste hende Hypertextstrukturen aufgenommen. Solche Systeme können die Struktu rierung und Zusammenführung unterschiedlicher Diskussionsgruppen wesentlich unterstützen; vgl. Hurwitz und Mallery (1999).Google Scholar
  7. 8.
    Vgl. hierzu http://www.darmstadt.gmd.de/ambiente/i-land.html sowie Streitz et al. (1998).Google Scholar
  8. 9.
    Zu diesem und den im weiteren genannten Systemen vergleiche auch Schwabe und Krcmar (1996).Google Scholar
  9. 10.
    Zu einer Einführung wird der Leser auf Gehring und Gadatsch (2000), Hastedt-Marckwardt (1999), Jablonski (1995) sowie auf die Beiträge in Jablonski et al. (1997) und Österle und Vogler (1996) verwiesen.Google Scholar
  10. 11.
    Vgl. hierzu Hastedt-Marckwardt (1999) sowie Gehring und Gadatsch (2000) für ein weiteres Referenzmodell, in dem Präsentationskomponenten und Ver arbeitungskomponenten unterschieden, aber keine Schnittstellen behandelt wer den. Zu den Verarbeitungskomponenten zählen hier eine Modellierungs-, eine Simulations-, eine Analyse-, eine Steuerungs-, eine Rollenauflösungssowie eine Integrationskomponente.Google Scholar
  11. 12.
    Die folgenden Ausführungen beziehen sich zu einem Großteil auf Picot et al. (1996), Teile 5–8. Zur Vertiefung der Materie wird auf diese und die dort referenzierte Literatur verwiesen.Google Scholar
  12. 13.
    Rüdiger (1998) analysiert in diesem Zusammenhang verschiedene theoretische Grundmodelle zur Erklärung von Kooperationen im Bereich Forschung und Entwicklung. Neben der Transaktionskostentheorie und der Agency-Theorie werden auch Ansätze aus der Spieltheorie diskutiert, die auf das Gefangenendilemma, in dem sich kooperierende Unternehmen in diesem Bereich befinden, zurückgehen; vgl. Kap. 2.3.1.Google Scholar
  13. 14.
    Zu einer Einführung wird auf Mertens (1994) sowie Mertens und Faisst (1996) verwiesen.Google Scholar
  14. 15.
    Wildemann (1997) beschreibt die Verfahren des Monitoring (Verhaltensbeobachtung von Organisationseinheiten) und des Benchmarking (zum Vergleich von Geschäftsprozessen und Leistungen) als effiziente Möglichkeiten zur Kontrolle der Netzwerkpartner. Die Vereinheitlichung der entsprechenden Informationssysteme zum Benchmarking stellt dabei eine Möglichkeit zur weiteren Reduktion der Transaktionskosten, insbesondere der Kontrollkosten dar. Um transferierte Informationen nicht zum Nachteil des Senders ausnutzen zu können, bietet es sich z.B. an, die Informationsweitergabe an eine Art Pfand, z.B. Verfügungsrechte über andere Datenbestände, zu koppeln.Google Scholar
  15. 16.
    Vgl. hierzu auch die in Kap. 3.5.3 beschriebenen Informationsbetriebe sowie sogenannte Intermediäre. Wigand und Benjamin (1995) beschreiben Electronic Commerce aus Sicht der Transaktionskostentheorie. Sie gehen davon aus, daß Firmen versuchen werden, bestehende Single-Source-Vertriebswege aufgrund vorgegebener Unternehmenszielsetzungen zu erhalten, zumindest bis ein virtueller Markt mit einer ausreichenden Anzahl an Teilnehmern entstanden ist, der eine Teilnahme am elektronischen Markt quasi erzwingt. Ein Beispiel findet sich bei Fluggesellschaften im Bereich der Reservierungs-und Buchungssysteme.Google Scholar
  16. 17.
    Betrachtet man den B2B-Bereich, so lassen sich hier durchaus auch Bezüge zur Diskussion von automatisierten Warenwirtschaftssystemen herstellen; vgl. z.B. Zentes und Anderer (1993).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2001

Authors and Affiliations

  • Stefan Voß
    • 1
  • Kai Gutenschwager
    • 1
  1. 1.Institut für Wirtschaftswissenschaften, Abt. Allg. BWL, Wirtschaftsinformatik u. InformationsmanagementTechnische Universität BraunschweigBraunschweig

Personalised recommendations