Advertisement

Informations-, Kommunikations- und Entscheidungsmodelle

  • Stefan Voß
  • Kai Gutenschwager

Zusammenfassung

Wirtschaftliches Handeln bedingt ein geeignetes Zusammenspiel von Wissen und Entscheidungsprozessen. Daraus resultiert die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit den Begriffen Information und Kommunikation sowie deren Einbindung in Entscheidungsmodelle. Nach einem ersten Einstieg in die Problematik der Informationsversorgung und Entscheidungsfindung (siehe Abschnitt 1.2) soll in diesem Kapitel zunächst der Informationsbegriff näher beleuchtet und in Verbindung zu Kommunikationsmodellen gesetzt werden. Entscheidungsmodelle und Modelle des Informationsverhaltens von Individuen werden im darauffolgenden Abschnitt 2.3 genauer behandelt.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Vgl. zu Ansätzen der klassischen ökonomischen Theorie z.B. Cezanne (1993). In der Volkswirtschaftslehre werden hauptsächlich die Ressourcen (Produktionsfaktoren) Arbeit, Kapital (Geld-und Sachkapital) und technisches Wissen unterschieden. Wissen wird hier als die Fähigkeit verstanden, die übrigen Faktoren möglichst günstig zu kombinieren (vgl. Cezanne (1993), S. 4).Google Scholar
  2. 2.
    Das Buch von Picot et al. (1996) liegt mittlerweile in der vierten Auflage (Picot et al. (2000)) und einer englischen Version von Wigand et al. (1997) vor. In der vierten Auflage wurde vor allem die Darstellung der IT auf den neuesten Stand gebracht, und es wurden einige weitere Aspekte, z.B. des Controlling und des Informations-und Wissensmanagements, aufgenommen. Der Leser wird an dieser Stelle aber vor allem auf die englische Fassung aufgrund der überaus prägnanten Darstellung verwiesen.Google Scholar
  3. 3.
    Mit dieser Sichtweise beschäftigt sich insbesondere die Psychologie; vgl. z.B. Gilbert et al. (1998).Google Scholar
  4. 5.
    In seinem Modell der Erstmaligkeit und Bestätigung geht von Weizsäcker (1974) davon aus, daß dieses Gegensatzpaar für jede Information konstitutiv ist, d.h. daß jede Information irgendwie wirkt.Google Scholar
  5. 8.
    So zitiert von Weizsäcker (1974) verschiedene Teilnehmer eines interdisziplinären Gesprächs, die zu dem Ergebnis kommen, daß die Shannon’sche Informationstheorie für die Wissenschaften der Informatik, Psychologie und der Sprachtheorie nutzlos ist.Google Scholar
  6. 9.
    Für eine Einführung in die Semiotik siehe z.B. Eco (1985).Google Scholar
  7. 10.
    Nach einem anderen Definitionsansatz für Daten ordnet Becker (1999) diese bereits der syntaktischen Ebene zu. Erst Nachrichten werden auf der semantischen Ebene angesiedelt.Google Scholar
  8. 14.
    Den theoretischen Hintergrund hierzu bildet die Komplexitätstheorie, die u.a. besagt, daß für eine bestimmte Klasse von Problemen kein Verfahren bekannt ist, um Instanzen dieser Probleme mit polynomialem Zeitaufwand zu lösen. Dies bedeutet, daß für solche Probleme der Rechenaufwand zur Bestimmung einer optimalen Lösung exponentiell mit der Problemgröße ansteigt. Zu einer Klassifikation von Problemen gemäß ihres “Schwierigkeitsgrades” wird auf Garey und Johnson (1979) verwiesen; vgl. auch Papadimitriou (1994), Fink und Voß (1998a) sowie Vollmer (1999).Google Scholar
  9. 15.
    Schneider (1995) versucht — im Zusammenhang mit den bisher erfolgten kritischen Anmerkungen zur normativen Entscheidungstheorie —, eine (ganzheitliche) Informations-und Entscheidungstheorie zu skizzieren. Dabei steht die Kritik an bestehenden Modellen der klassischen Entscheidungstheorie im Vordergrund der Betrachtung; neue, als normativ zu erachtende Konzepte und Methoden werden hingegen nicht präsentiert. Seine Kritik bezieht sich im wesentlichen auf die Grenzen vernünftiger Erwartungen und ein “Abkanzeln” des Konzepts subjektiver Wahrscheinlichkeiten über das Eintreten von Umweltzuständen. An vielen Stellen schließt er, daß ein Anwenden normativer Modelle aus Gründen der Unsicherheit — z.B. auch darüber, ob alle Alternativen erkannt wurden — unsinnig ist. Diese als absolut zu bewertenden Aussagen bilden allerdings nicht die Basis für die weiteren Ausführungen dieses Buches. Wir teilen vielmehr die Kritik von Laux (1996) an den Ausführungen Schneiders: Wesentliche Probleme bezüglich der Bewertung von Eintrittswahrscheinlichkeiten werden auch in der Literatur zur Entscheidungstheorie erkannt und behandelt. Die Modelle und Vorgaben der Entscheidungstheorie sind trotz dieser Probleme als wesentliche Gestaltungsvorschläge zur Strukturierung von Entscheidungsproblemen und der Alternativenauswahl zu bezeichnen. Das Informationsmanagement hat in diesem Kontext die Aufgabe, den Entscheidern die Aufstellung von Alternativen und die Bewertung von subjektiven Wahrscheinlichkeiten zu erleichtern, indem eine Basis zum vereinfachten Erreichen (und Verarbeiten) von Informationen bereitgestellt wird. Ob damit in jeder Situation auch global betrachtet eine bessere Lösung gefunden wird, ist nahezu irrelevant. Wichtig ist, daß durchschnittlich bessere Lösungen gefunden werden. So kann der mittel-bis langfristige Erfolg von normativen Methoden der Entscheidungstheorie für viele Entscheidungssituationen, z.B. im Bereich des Wertpapierhandeis, tatsächlich auch beobachtet werden.Google Scholar
  10. 21.
    In diesem Zusammenhang kommt Buxmann (1999) bei einer Untersuchung des Einflusses von Entwicklungen der IT auf betriebliche Entscheidungssysteme zudem zu dem Ergebnis, daß Fortschritte auf dem Gebiet der Kommunikationsnetze Informationskosten senken und damit letztendlich dezentrale Entscheidungssysteme stärker begünstigen als zentrale. Allerdings führen Fortschritte in der Prozessortechnologie aufgrund verbesserter Rechengeschwindigkeiten zu einer tendenziellen Bevorteilung zentraler Entscheidungssysteme. Dieser Geschwindigkeitsvorteil ist allerdings immer vor dem Hintergrund der Komplexitätstheorie zu bewerten; vgl. z.B. Garey und Johnson (1979) sowie Fink und Voß (1998a).Google Scholar
  11. 22.
    Vgl. z.B. O’Leary (1998) zu einer vergleichenden Studie im Rahmen der Wissensakquisition, in der Experten bzw. Gruppen von Experten befragt wurden, bestimmte Wirkungszusammenhänge mit Wahrscheinlichkeiten zu belegen. In dieser Studie wirkte sich die parallele Befragung mehrerer Experten aufgrund der Kompensation der Fehler einzelner — und weiterer Synergieeffekte — als positiv auf die Ergebnisgüte aus.Google Scholar
  12. 24.
    Verschiedene Strategien im Rahmen der Wahl effizienter Koordinationsformen werden von Williamson (1979) behandelt. Unternehmen besitzen in diesem Zusammenhang nur dann ein Existenzrecht, wenn die (internen) Koordinationskosten niedriger ausfallen als bei einer Abwicklung mit externen Partnern; vgl. Picot et al. (1996).Google Scholar
  13. 25.
    Die zur Kontrolle notwendigen Informationen sind in diesem Fall als sticky, d.h. nur mit erheblichem Aufwand transferier bar, zu bezeichnen; vgl. von Hippel (1994).Google Scholar
  14. 26.
    Neben dem Transaktionskostenansatz kann auch ein wissensbasierter Ansatz zur Bestimmung (optimaler) Koordinationsformen herangezogen werden. Die Bildung von Unternehmen (als hierarchische Koordinationsform) läßt sich nach diesem Ansatz mit der Bildung gemeinsamer Regeln und gemeinsamen Wissens begründen, die beide nur schwer von Konkurrenten zu imitieren sind. Der Grund für die Wahl einer hierarchischen Koordinationsform wird somit nicht im wesentlichen in der Kontrolle opportunistischen Verhaltens gesehen, sondern in der Generierung überlegener gemeinsamer Regeln und (implizit vorliegender) Wissensbestände, die durch die Motivation der Mitarbeiter ermöglicht wird; vgl. Osterloh et al. (1999).Google Scholar
  15. 28.
    Der Bezug zum Regelkreiskonzept bezüglich unternehmensinterner Controlling-Strukturen sei an dieser Stelle kurz genannt (vgl. z.B. Huch et al. (1998)). Ein weitergehender Vergleich zwischen Controlling und Informationsmanagement wird in Kap. 3 angegeben.Google Scholar
  16. 29.
    Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften wurde 1996 an die beiden Wissenschaftler Professor James A. Mirrlees der Universität Cambridge (GB), und Professor William Vickrey der Columbia Universität (USA) verliehen; vgl. hierzu http://www.nobel.se/announcement-96/economy96.html sowie http://www.nobel.se/announcement-96/addecon.html (Stand: 10.01.2000). Die wesentlichen Beiträge der beiden ausgezeichneten Wissenschaftler liegen in dem Bereich der Grundlagenforschung zu Problemstellungen bei unvollständigen oder unsicheren Informationen bzw. bei asymmetrischer Informationsverteilung.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2001

Authors and Affiliations

  • Stefan Voß
    • 1
  • Kai Gutenschwager
    • 1
  1. 1.Institut für Wirtschaftswissenschaften, Abt. Allg. BWL, Wirtschaftsinformatik u. InformationsmanagementTechnische Universität BraunschweigBraunschweig

Personalised recommendations