Advertisement

Die Bedeutung des Senats für die politische Entwicklung der römischen Republik

  • Andreas Graeber
Part of the Schriftenreihe der Juristischen Fakultät der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) book series (SCHRIFTEURO)

Zusammenfassung

Im ersten Teil der Untersuchung stand mehr die technische Verwendung des auctoritas-Begriffs im Zusammenwirken der republikanischen Institutionen im Vordergrund der Ausführungen. Schon hier wurde deutlich, dass der Senat seit Beginn der Republik das eigentliche Regierungsorgan gewesen ist. Doch die formalrecht- liche Verwendung der auctoritas erfasst nur einen Aspekt der Senatsherrschaft. In erweiterter Bedeutung war auctoritas auch ein Begriff der politischen Terminologie, der die senatorische Willensäußerung wiedergab. In diesem Sinne bestimmte auctoritas das Handeln der Amtsträger maßgeblich mit und kennzeichnete damit auch gleichzeitig die Stellung des Senats gegenüber dem Magistrat näher: Senatus est officium consilio civitatem iuvare: magistratus est officium opera et diligentia consequi senatus voluntatem“ (Rhet. Her. 4, 35, 47).

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Notes

  1. 1.
    Vgl. auch Cic. rep. 2, 56: pleraque senatus auctoritate … gererentur; rep. 3, 37; leg. 3, 28; dorn. 130. Zu den bekannten Ausführungen des Polybius (6, 11 ff., bes. 6, 13; 6, 15-16), die nur bedingt der wirklichen Bedeutung des Senats und seiner Herrschaft gerecht werden Adcock, 48 ff; Nippel, Mischverfassungstheorie 142 ff, Sall, epist. ad Caes. 2, 10, 6, Dion Hal. 5, 67, 3.Google Scholar
  2. 2.
    De Martino, Stor. cost. rom. II 190.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. auch Cic. Plane. 42, vgl. 44. Wie die Senatsherrschaft in diesen 80 Jahren gefestigt war, zeigt auch die geringe bekannte Zahl (4) derjenigen Plebiszite, die gegen den Willen des Senats regiert worden waren, Bleichen, Volkstribunat 68 ff.Google Scholar
  4. 4.
    Wie der Senat republikanischer Zeit diese Kriterien für eine erfolgreiche Politik erfüllen konnte, ist m. W. im einzelnen noch nicht genauer untersucht worden, s. Meier, RPA 297, A.183; ders., in: Gedächtnisschrift Kunkel, S. 185 ff; einiges Material findet sich jetzt auch in der breit angelegten Untersuchung von Bonnefond-Goudry, Sénat 437 ff. Cicero bezeichnet auctoritas senatus und concordia ordinum recht abstrakt als die zwei fundamenta rei publicae, Cic. epist. 1, 18, 3, Sallust (epist. 2, 10, 8) versteht unter dem aus der späten Republik entwickelten Begriff concordia ordinum geradezu das friedliche Zusammenwirken der republikanischen Institutionen, vgl. auch Sall. Catil. 9, 1, immer noch einschlägig H. Strasburger, Concordia ordinum. Eine Untersuchung zur Politik Ciceros, Borna 1931; ferner E. Skard, Concordia, in: Rom. Wertbegriffe (Hrsg. H. Oppermann), Darmstadt 1983, 173 ff.; zu consensus E. Hohl, Hermes 68, 1933, 109 ff.Google Scholar
  5. 5.
    Dazu genauer o. S. 51 ff.Google Scholar
  6. 6.
    Dass die Senatoren im Ernstfall selbst vor einer direkten Konfrontation mit dem Volk nicht zurückschreckten, wenn es um die Erhaltung ihres Ansehens (aetas, dignitas, honos) und ihrer Autorität ging, wird von Livius zu den innenpolitischen Kämpfen um den Auszug eines Teils des Volkes nach Veii im Jahr 395 sehr wirklichkeitsnah geschildert, Liv. 5, 25, 1 ff.Google Scholar
  7. 7.
    Zur Handlungsweise des Senats bei Konflikten zwischen den Magistraten s. bspw. u. S. 177 ff.Google Scholar
  8. 8.
    Vgl. auch Cic. Sest. 46. Zum Begriff gubernator rei publicae in der politischen Sprache der späten Republik s. C. M. Moschetti, Gubemare navem, Milano 1966, 115–120.Google Scholar
  9. 9.
    Meier, RPA 90.Google Scholar
  10. 10.
    S. auch Liv. 1,47, 10. Wenn man jedoch wie Bleichen (LP, S. 296 ff.) in Recht und Politik nur zwei unterschiedliche, strikt voneinander zu unterscheidende Formalobjekte sieht, wird man der vielschichtigen Bedeutung des auctoritas-Begriffs nicht gerecht (s. bes. S. 298, 300, 302). dazu Kunkel, Gesetzesrecht u. Gewohnheitsrecht i. d. Verf. der röm. Republik, Kl. Sehr. 367 ff; zu den Ausführungen Bleichens über auctoritas patrum ders., HbAW X, 3, 2, 2, S. 319, A. 76.Google Scholar
  11. 11.
    De Martino, Stor. cost. rom. I 144 ff., 267 ff., II 185 ff., III 151 ff., 308 ff., A. E. Adcock, Roman Political Ideas and Practice, dt. (Rom. Staatskunst) 1961, 40 ff., ebenso Heuß, Rom. Gesch. 40 f., Meyer, Rom. Staat 101 f., 209 ff.; Kunkel, ANRW I, 2, 1972, 3 ff, über die sich auflösende Senatsherrschaft i. 1. Jh. Meier, RPA 59 f., 89 ff, 174 ff, zuletzt Bonnefond-Coudry, Sénat 1ff. Zur Forschung über den Senat seit Mommsen s. auch A. Ormanni, II „regolamento interno“ del senato romano nel pensiero degli storici modern! sino a Theodor Mommsen, Napoli 1990, 9 ff.Google Scholar
  12. 12.
    Vgl. auch Fest. p. 454, s.v. senatores L. Google Scholar
  13. 13.
    Eder, Der Bürger u. sein Staat, in: Staat u. Staatlichkeit, S. 23 ff.Google Scholar
  14. 14.
    Vgl. Liv. 1,17,10.Google Scholar
  15. 15.
    Dass den Römern die Publizität als ein wichtiges Kriterium für staatliches Handeln galt, zeigt sich auch im Amt der Auguren, die es seit dem König Numa Pompilius honoris ergo publicum ‘ehrenhalber öffentlich’ auszuführen hatten, Liv. 1,18,6. Zum Begriff der Öffentlichkeit in der Geschichtsschreibung s. P. von Moos, Saeculum 49, 1998, 161 ff.Google Scholar
  16. 16.
    Zon. 7, 9; Serv. Aen. 1426.Google Scholar
  17. 17.
    Zu den Vorstellungen über Zahl und Art der Mitglieder des Senats in etruskischer Zeit, De Martino, Stör. cost. rom. I 144 ff.Google Scholar
  18. 18.
    Meyer, Röm. Staat 73.Google Scholar
  19. 19.
    Ähnlich De Martino Stör. cost. rom. 1, 264, A. 3.Google Scholar
  20. 20.
    De Martino, Stor. cost. rom. 1, 263 ff.; P. M. Martin, Des tentatives de tyrannies à Rome aux Vè-Ivè siècles?, in: Staat u. Staatlichkeit, S. 49 ff.Google Scholar
  21. 21.
    Zu den frühen Formen des Klientelwesens, Meier, RPA 24 ff. Dass das Klientel-und Patronagesystem ein fester, letztlich nie in Frage gestellter Bestandteil der römisch-republikanischen Ordnung blieb, zeigen erneut die Ausführungen von M. Jehne, Geheime Abstimmung und Bindungswesen in der römischen Republik, HZ 257, 1993, 593–613.Google Scholar
  22. 22.
    Vgl. Varro, ling. 5, 156 senaculum vocatum, ubi senatus aut ubi seniores consistèrent… Zu den archäologischen Befunden für diesen Teil des Forums F. Coarelli, II Foro Romano 1, 1983, 205 f., u.ö.Google Scholar
  23. 23.
    Die früheste Phase des Comitium wird Ende des 7., Anfang des 6. Jhs. datiert, Coarelli, a. A.22, 1, 129.Google Scholar
  24. 24.
    Coarelli, a. A. 22, 1,S. 79 ff.Google Scholar
  25. 25.
    Staat u. Staatlichkeit, S. 78.Google Scholar
  26. 26.
    Ogilvie, Das frühe Rom und die Etrusker, S. 114 ff.; Kunkel, Rechtsgeschichte, S. 34.Google Scholar
  27. 27.
    Wittmann, HbAW X, 3, 2, 2, S. 554.Google Scholar
  28. 28.
    Am historischen Kern der Erzählung (Livius) hält auch J.-C. Richard in einer weiteren Untersuchung (Staat und Staatlichkeit, S. 174 ff.) fest.Google Scholar
  29. 29.
    Finley, Das politische Leben i. d. ant. Welt, 1986, S. 82 ff.Google Scholar
  30. 30.
    Meyer, Röm. Staat 71.Google Scholar
  31. 31.
    Hierzu die überzeugende These von Ungern-Sternberg, Die Wahrnehmung des’ ständekampfes’ in der römischen Geschichtsschreibung, in: Staat und Staatlichkeit, S. 92 ff.Google Scholar
  32. 32.
    Meyer, Rom. Staat 70 ff., zur neueren Lit. 489, A. 56; De Martino, Stör. cost. rom. 1, 317 ff, 323 ff; Ogilvie, Com. Liv. 539 ff; Pinsent, Military Tribunes, 29 ff; Heuß, Gedanken und Vermutungen, S. 442 ff, Linderski, The Auspices and the Struggle of the Orders, in: Staat u. Staatlichkeit, S. 44 ff.Google Scholar
  33. 33.
    Schon bei dem Bericht zur Wahl zeigen sich Widersprüche. Aus Liv. 4, 6, 9 u. 4, 7, 1 ff. ergibt sich, dass die Militärtribune consulari potestate von den comitia centuriata gewählt worden sein müssen. Vgl. dazu aber Liv. 4, 16, 7 zur angeblichen Wahl im Jahr 439/8: plebs … nee plures quam très tribunes consulari potestate creavit …; s. auch Diod. 12, 32 u. Dion. Hal. 11, 61, 3.Google Scholar
  34. 34.
    Meyer, Röm. Staat 73 f.Google Scholar
  35. 35.
    Praetores war vor den Reformen von 367/6 die alte Bezeichnung für die späteren Konsuln, Wittmann, HbAW X, 3, 2, 2, S. 696 f.Google Scholar
  36. 36.
    Vgl. auch Liv. 5, 2, 9. Bei den griechischen Historikern tritt die vieldeutige Beschreibung der Amtsgewalt der tribuni militum deutlich hervor. Dionys (11, 62, 1) bezeichnet die ersten Militärtribune als diejenigen, die mit prokonsularischer Gewalt also, was in der mittleren und späten Republik das promagistratische Imperium eines Magistrats erfasst, Mason. Greek Terms, 104 f. An anderer Stelle (11, 61, 3) nennt Dionys das Amt bloß xιλιαρxία, ähnlich auch Plut. Cam. 37. Auch dieser Begriff bezeichnet in späterer Zeit nichts anderes als das gewöhnliche Militärtribunat, weitere Beispiele bei Mason, a.a.O., S. 99; vgl. auch Diod. 12, 32; ähnlich R. Bunse, Das röm. Oberamt i. d. frühen Republik …, Boch. Alterw. Coll. Bd. 31, Trier 1998, S. 215.Google Scholar
  37. 37.
    Linderski, The Auspices and the Struggle of the Orders, in: Staat und Staatlichkeit, S. 44 ff. schloss daraus, dass die Militärtribune die Oberbeamten nur unterstützten, ihnen gegenüber also rangniedriger waren und nicht etwa, wie man nach Livius vermuten könnte, ersetzt haben.Google Scholar
  38. 38.
    Ungern-Sternberg, (o. A. 31), S. 98.Google Scholar
  39. 39.
    Beloch bei Meyer, Röm. Staat 489, A. 56. Dass man wegen der miserablen Quellenlage bei der Rekonstruktion dieser Art Magistratur weitgehend auf Vermutungen angewiesen ist, zeigt die Fastenkritik Pinsents, Military tribunes, 29 ff.Google Scholar
  40. 40.
    Seit 421; 409 erscheinen sie zum erstenmal in den Quästorenlisten (Liv. 4, 54, 2).Google Scholar
  41. 41.
    Heuß, Gedanken u. Vermutungen S. 449. Zur politischen Bedeutung der licinisch-sexti-schen Gesetzen: K. v. Fritz, Historia 1, 1950, 3–44.Google Scholar
  42. 42.
    De Martine, Stör. cost. rom. I 478 ff.; für den hier in Frage kommenden Zeitraum vgl. auch Mommsen, StR III 1050 ff.Google Scholar
  43. 43.
    Das neue Selbstbewusstsein der römischen Nobilität spiegelt sich auch in der römischen Architektur wieder, Th. Hölscher, MdAI, Röm. Abt. 85, 1978, 315 ff.Google Scholar
  44. 44.
    Broughton, MRR I 410.Google Scholar
  45. 45.
    De Martino, stor, cost. rom 1, 474, A. 3; zu den politischen Auswirkungen der lex Ovinia Kunkel, HbAW X, 3, 2, 2, S. 439 ff.Google Scholar
  46. 46.
    De Martino, Stor. cost. rom. 1, 475.Google Scholar
  47. 47.
    Dazu Hölkeskamp, in: Staat u. Staatlichkeit, S. 452 ff.Google Scholar
  48. 48.
    Dazu De Martino, Stor. cost. rom. I, S. 491 ff. gegen Pol. 6, 5 ff, vgl. Cic. rep. 1, 45 und seine Mischverfassungstheorie.Google Scholar
  49. 49.
    Hölkeskamp, a.a.O. 456.Google Scholar
  50. 50.
    Die Datierung dieses Plebiszits ist offen, Rotondi, Leges, S. 330; i. J. 102 nach Gell. 14, 8, 2; Bleicken, Volkstribunat, S. 24, A. 3; i. J. 149; recht überzeugend Kunkel, HbAW X, 3, 2, 2, S. 171, A. 272; ca. 131.Google Scholar
  51. 51.
    Wittmann, HbAW X, 3, 2, 2, S. 638.Google Scholar
  52. 52.
    De Martino, Sor. cost. rom. II2 190 ff.Google Scholar
  53. 53.
    Christ, Krise 111 f.Google Scholar
  54. 54.
    Weitere Belege bei De Martino, Stor. cost. rom. II2, A. 58.Google Scholar
  55. 55.
    Auf was es den Vertretern bekannter Familien ankam, zeigen die Elogien der Scipionengräber (CIL I2 p. 377, Nr. 6 u. 380, Nr. 10; s. auch Plin. nat. 7, 139, 140).Google Scholar
  56. 56.
    Heuß, Röm. Gesch. 88 f.; zu den einzelnen Aufgaben des Senats nach der Schlacht bei Cannae J. Seibert, Hannibal, 1993, S. 205 ff, bes. 210 zu Varros Rückkehr nach Rom. Zur lectio senatus des Diktators Q. Fabius Buteo s. De Martino, Stor. cost. rom. II2, 186–189. Vgl. Liv. per. 23. Seibert, a.a.O. S. 211.Google Scholar
  57. 58.
    Zur lex Claudia, Heuss, Rom. Gesch. 96 ff; Kienast, Cato der Censor, Darmstadt 1979, S. 69. Bei Livius ist die Nachricht erhalten (23, 48, 10), dass sich Männer (publicani) schon i. J. 215 durch öffentliche Verträge bereichert hätten. Das Plebiszit blieb weitgehend wirkungslos. Bereits Cato maior (Plut. Cato m 21, 6) hat das Gesetz umgangen, in Ciceros Zeit war sie durch desuetudo außer Kraft gesetzt (Verr. 2, 5, 45).Google Scholar
  58. 59.
    Zu den Rittern (equites): M. Gelzer, Die Nobilität der römischen Republik, 19832, S. 1 ff.; Meier, RPA 64 ff.Google Scholar
  59. 60.
    Zur Bedeutung des 2. punischen Krieges für Rom: Heuß, RG 96 ff. Zum Scheitern Hannibals s. auch A. Momigliano, Annibale politico, La Cultura, N.S. XI, 1932, 61–72, jetzt in Storia e storiagrafia antica, Bologna 1987, 289–301; J. Seibert, Hannibal, Darmstadt 1993, 481 ff.Google Scholar
  60. 61.
    Seibert, Hannibal, S. 369 ff.Google Scholar
  61. 62.
    Die Würdigung der militärischen Leistungen des M. Claudius Marcellus bei Seibert, Hannibal, S. 376 f.Google Scholar
  62. 63.
    Dazu Jahn, Interregum 132 ff.Google Scholar
  63. 64.
    Seibert, Hannibal 380, hat m. E. zu Recht hervorgehoben, dass die durchaus positive Beurteilung insbesondere der militärischen Fähigkeiten des C. Claudius Nero (Liv. 27, 33, 9; 27, 34, 1) bezweifelt werden muss.Google Scholar
  64. 65.
    Scullard, Roman Politics 71; Rilinger, Wahlleiter 191; Jahn, Interregum 133.Google Scholar
  65. 66.
    Im J. 219 wurde Livius Salinator nach seinem ersten Konsulat zusammen mit seinem Kollegen L. Aemilius Paullus wegen ungerechter Beuteverteilung angeklagt. Hauptgegner des Livius war C. Claudius (Liv. 29, 37, 8–17).Google Scholar
  66. 67.
    Um die Volksstimmung zu dem ausgearbeiteten Vorschlag zu erfahren, werden die einzelnen Senatoren nicht nur ihre jeweiligen Klientelen befragt haben. Auch das Kollegium der Volkstribune wird dem Vorschlag zugestimmt haben (weshalb sie von Livius auch nicht eigens erwähnt wurden). Dass sich dies ebenfalls positiv auf die Volksstimmung ausgewirkt hat, darf angenommen werden.Google Scholar
  67. 68.
    Weit. Belege dazu bei Broughton, MRR I 294, Seibert, Hannibal, S. 388 ff.Google Scholar
  68. 69_Dass C. Claudius später seinen Amtsbereich verließ, um gemeinsam mit seinem Kollegen Hasdrubal eine (siegreiche) Schlacht zu liefern, ist hier nicht weiter auszuführen. Dieser Schritt zeigt nur die Einsicht der verantwortlichen Konsuln, ne Crescendi ex se inimico collegae potestas fieret (Liv. 27, 35, 8). Zu ihrer weiteren Amtsführung bes. zur Diktatorenernennung des einen Konsuls durch seinen Kollegen s. Rilinger, Wahlleiter 191 f.Google Scholar
  69. 70.
    Für die Faktionen-These Scullard, Roman Politics 56 ff, bes. 73, 74, anders Rilinger, Wahlleiter 186 ff., bes. 191 f.Google Scholar
  70. 71.
    Zu Liv. 39, 15: Die ludi Apollinares, deren Abhaltung u.a. als Aufgabe des Stadtprätors angegeben wird, dauerten vom 6.–13. Juli, Wissowa, Rel. u. Kultus 295. 455. 580 f.Google Scholar
  71. 72.
    Broughton, MRR I 375.Google Scholar
  72. 73.
    Anders Mommsen, StR I 513 f., A. 3, Kunkel, HbAW X, 3, 2, 2, S. 89 f., A. 127.Google Scholar
  73. 74.
    Dazu Mommsen, StR. I 605 f.; zu den kurulischen Ädilen beispw. Cic. Verr. 1,12, 36, Kunkel, HbAW X, 3, 2, 2, S. 86 ff.Google Scholar
  74. 75.
    Bleicken, Volkstribunat 97.Google Scholar
  75. 76.
    Zu den Rivalitäten zwischen den Porcii, Valerii und den Fulvii Scullard, Roman Politics 149 f.Google Scholar
  76. 77.
    Der Wortlaut des hierzu einschlägigen Paragraphen der lex Genucia: neu duos magistratus uno anno gereret, Liv. 7, 42, 2.Google Scholar
  77. 78.
    Bleicken, LP 175 ff.Google Scholar
  78. 79.
    Vgl. etwa Liv. 39, 45, 4; überholt Mommsen, StR I 490; dagegen jetzt Bleichen, Kollisionen 447 f.Google Scholar
  79. 80.
    Vielleicht war er auch statt kurulischer plebejischer Ädil. Insofern wäre ein Kulminationsversuch von einem plebejischen und kurulischen Amt durchaus denkbar gewesen, denn die lex Genucia verbot nur die Kulmination kurulischer Ämter.Google Scholar
  80. 81.
    Aus dem Verhalten des Kollegiums der Volkstribune schloss Bleicken (Volkstribunat 96), dass die Organe der plebs bereits zu dieser Zeit Werkzeuge ehrgeiziger Geschlechter im Kampf um politische Ämter und militärische Stellen gewesen sind.Google Scholar
  81. 82.
    Bis zu diesem Zeitpunkt fanden die Streitigkeiten m. E. eher in der wahleröffnenden contio statt als bei der Wahl selbst, die dann nach einem Teil der Forschg. unterbrochen worden sein soll, Rilinger, Wahlleiter 182; vgl. aber auch 183 u. U. Hall, Athenaeum 50, 1972, 34.Google Scholar
  82. 83.
    Mommsen, StR I 513 f., A. 3; Münzer, Adelsparteien, 194; Scullard, Roman Politics 150; Broughton, MRR I 377, A. 1; Bleicken, Volkstribunat 96; Rilinger, Wahlleiter 182; Finley, Das politische Leben in der antiken Welt, München 1986, 118 f. Aber weder war der Fulvier Ädil noch wendeten alle Volkstribune ein, dass seine Kandidatur illegal sei, wie Finley, a.a.O. gemeint hat.Google Scholar
  83. 84.
    Weitere Beispiele bei Mommsen, StR I 526 f., A. 4.Google Scholar
  84. 85.
    Etwas anders verhielt es sich bei der Wahl des P. Scipio Aemilianus zum Konsul i. J. 148. Dieser kehrte damals als Militärtribun aus Afrika zurück und wollte sich um die kurulische Aedilität bewerben. In diesem Fall wird jedoch der Druck des Volkes auf den Senat so stark gewesen sein, dass dieser trotz formaler Bedenken nachgab, ihn von den einschlägigen Gesetze entband und P. Scipio damit sogleich zum Konsul gewählt werden konnte, legibus solutus et consul factus, Liv. per. 50; weit. Belege bei Broughton, MRR I 462.; Rilinger, Wahlleiter 81 f.Google Scholar
  85. 86.
    Obgleich viele Bürger Roms nach Livius mit dem Fulvier sympathisierten, war der Druck auf den Senat keineswegs so stark, dass dessen Entscheidung dadurch maßgeblich beeinflusst worden wäre (anders wohl i. J. 148: s. A. 85). Immerhin hat sich der Senat dazu entschlossen, die Beilegung des Konflikts vor dem Volk und nicht hinter verschlossenen Türen weiterzuführen. Auch das zerstrittene Kollegium der Volkstribune deutet darauf hin, dass sich hinter Livius’ generalisierendem Ausdruck der „verkehrten Parteilichkeit des Volkes“ (prava studia hominum, 39, 14) (Finley, o. A. 83, S. 118), die neben der Hartnäckigkeit des Q. Flaccus zur Streichung der Wahlen geführt haben soll (Liv. 39, 39, 14), die (große) Anhängerschaft verbergen könnte. Zu der geringen Teilhabe des römischen Volkes an den EntScheidungsprozessen des Senats in klass. Zeit s. Finley, o. A. 83, S. 110–124.Google Scholar
  86. 87.
    Vgl. auch Rilinger, Wahlleiter 183.Google Scholar
  87. 88.
    Ganz gewiss war die „Ausnahmesituation“ nicht deshalb entstanden, weil „kein ordentlicher Kandidat da war“ (so Rilinger, Wahlleiter 183), der Valerier hätte als „ordentlicher Kandidat“ allemal ausgereicht. Die Taktik des Senats und die Art der Durchsetzung seines Willens gegenüber Flaccus und den ihn vertretenden Teil der Volkstribune deutet doch wohl eher — spätestens in der letzten Sitzung, wo man den Beschluss fasste, die Wahl einfach abzusetzen — auf eine stärkere Geschlossenheit als auf eine „Spaltung“ der Senatorenschaft hin.Google Scholar
  88. 89.
    Bleicken, Kollisionen 446 ff.; ders. ZRG 76, 1959, 341 ff, vgl. auch W. Hellebrand, RE Suppl. 6, 1935, 547, s.v. multa.Google Scholar
  89. 90.
    Kunkel, Kriminalverfahren 22 f.Google Scholar
  90. 91.
    Zum Komitialprozess als politischer Prozess Kunkel, HbAW X, 3, 2, 2, S. 211 u. 523.Google Scholar
  91. 92.
    Auf die Beteiligung des Senats bei politischen Prozessen ist Kunkel in seiner Studie (Kriminalverfahren) nicht näher eingegangen. Mommsens inzwischen unhaltbare Theorie der Strafgewalt als „Funktion des allumfassenden magistratischen Imperiums, das Ankläger, Richter und Vollstrecker des Urteils in einer Person” implizierte (Kunkel, Kriminalverfahren 9 ff.), führte auch zu einer Verzeichnung der Handlungsweise und Bedeutung des Senats bei politischen Prozessen (nach Mommsen allgemein Komitialver-fahren); s. beispw. sein Kommentar zum commentarius vetus anquisitionis, StR III 389, A. 3; dagegen aber auch schon bereits Siber, Festschrift Böhmer 22 f.Google Scholar
  92. 93.
    Broughton, MRR I 361. Briscoe, Com. Liv. (Oxford 1981) 369 mit Lit.Google Scholar
  93. 94.
    Kunkel, Kriminalverfahren 23.Google Scholar
  94. 95.
    Kunkel, Krimmalverfahren 23, A. 57 schließt gegen Bleichen, ZRG 76, 1959, 344, A. 47 nicht aus, dass im 2. Jh. auch ein Plebiszit in die Rechte eines pontifex maximus eingreifen konnte. Zu bedenken wäre auch, dass seit der lex Ogulnia (Liv. 10, 6) das Pontifi-kalamt den Plebejern zugänglich war und P. Licinius war schon der dritte Plebejer, der dieses Amt erreicht hatte. Der erste seit 255 (oder 253) amtierende plebejische Oberpontifex Ti. Coruncanius (Liv. per. 18, Broughton, MRR I 210) ist auch als Neuerer pontifikaler Rechtssprechung in die Annalen Roms eingegangen, Pomp. D. I 2, 2, 35 u. 38. Es sieht ganz so aus, als ob das Pontifikalkollegium erst durch den Zutritt der Plebejer eine vorrangige Stellung innerhalb der verschiedenen Priesterkollegien errungen hat und aus dieser neuen Position heraus auch bei innenpolitischen Fragen zunehmend an Einfluss gewinnen konnte.Google Scholar
  95. 96.
    Scullard, Roman Politics 135 f.Google Scholar
  96. 97.
    Scullard, Roman Politics 104, 135 ff.Google Scholar
  97. 98.
    Broughton, MRR I 218. Zu Ti. Coruncanius s. o. A. 95.Google Scholar
  98. 99.
    Zu diesem Fall noch Liv. 37, 51, 1–2; Val. Max. 1, 1,2; vgl. noch Tac. ann. 3, 71.Google Scholar
  99. 100.
    Ähnlich auch der Fall i. J. 159, Liv. per. 47: Cn. Tremellio praetori multa dicta est, quod cum M. Aemilio Lepido, pontifice maximo, iniuriose contenderat, sacrorumque quam magistratuum ius potentius fuit. Die Stelle ist verderbt. Nach der Teubner Ausg. 1981, ed. O. Rossbach, z. St. könnte statt Cn. Tremillio praetori auch P.R.P.tr.pl. gestanden haben.Google Scholar
  100. 101.
    Von einer Verlängerung seines Kommandos durch den Senat ist bei Livius allerdings nicht die Rede. Wahrscheinlich stand dies am Anfang des nicht mehr erhaltenen 41. Buchs, s. Broughton, MRR I 393.Google Scholar
  101. 102.
    Bleicken, ZRG 76, 1959, 342 denkt an die patrizisch — plebejischen comitia tributa. Aber auch aus Cic. Phil 11, 18 ist nicht mit Sicherheit zu schließen, dass es die comitia tributa gewesen sein müssen. Der populus stimmt hier (i. J. 131) über dieselbe Vereinbarung ab, quam multam populus remisit, pontifici tarnen flamen Martialis parere iussit. Die Stelle bei Festus (p. 462 u. 464 L) ist nur noch zum Teil vorhanden und Mommsens Rekonstruktion keineswegs zwingend: pontifex eum multavit (Z. 36, p. 462 L); Claudius provocavit; populus negavit ius pontifici esse ut (Z. 1, p. 464 L). Nach Liv. 37, 51, 7 könnte etwa ebenso in Z. 1, p. 464 ergänzt werden: Claudius provocavit ad populum oder ad tribunos plebis …; vgl. auch Liv. 40, 42, 9. Der von Gell. 4, 14 wiedergegebene ädilizische Multprozess scheint als Beleg wenig geeignet, auch bei der Volksabstimmung über den hier ausgehandelten Kompromiss einen Kurulädil als Leiter anzunehmen, s. Kunkel, Kriminalverfahren 64, A. 241. Als Abstimmungsorgan auszuschließen sind jedenfalls die comitia centuriata, Kunkel, a.a.O. 36; vgl. aber noch Staveley AJPh 74, 1953, 1-33.Google Scholar
  102. 103.
    Broughton, MRR I 459; weitere Daten zu seinem cursus honorum bei Münzer, RE 3, 1, 1897, 1392 ff., Nr. 96.Google Scholar
  103. 104.
    Cic. Verr. 2, 15; 3, 195; 4, 56; div. Caec. 17. 65; Schol. Bob. p. 37 H. W. S. Ferguson, JRS 11,1921, 86-100; Latte, Kl. Sehr. 837–847; Bleichen, Volkstribunat 58 f.Google Scholar
  104. 105.
    Kunkel, Kriminalverfahren 15 f. Die weitere Funktion des praetor (peregrinus) bei Repetundenverfahren ist jedoch bis in sullanische Zeit nicht genauer bekannt; s. dazu noch die lex Acilia repetundarum, Z. 12, FIRA I7 Nr. 7, p. 61; Ferguson (o. A. 104), 94, A. 5; Bleicken, Volkstribunat 145; Kunkel, Kriminalverfahren 48 ff., bes. 50.Google Scholar
  105. 106.
    Liv. 41, 6, 7. 8, 5; Cic. Verr. 2, 156; OBrien Moore, RE Suppl. 6, 752. 755, s. v. senatus. Ferguson’s These (o. A. 104), 97–100, dass die lex Calpurnia mit einem Umschwung der Senatspolitik bezüglich der Neueinrichtung der Provinzen Makedonien und Afrika im Zusammenhang steht, konnte von Gelzer, Kl. Sehr. 1, 61, A. 47, 42 f. überzeugend widerlegt werden.Google Scholar
  106. 107.
    Zur Einsetzung von Rekuperatoren in Repetundensachen vgl. auch. B. Schmidlin, Das Rekuperatorenverfahren, Freiburg 1963, 20 ff.; W. J. O’Neal, Compositions of the Juries de Repetundis from the Lex Calpurnia to Sulla, Riv. Studi Class. 77, 1978, 359–362.Google Scholar
  107. 108.
    So Kunkel, Kriminalverfahren 96.Google Scholar
  108. 109.
    Vgl. auch das SC Calvisianum, Schmidlin, a.a.O. 23.Google Scholar
  109. 110.
    Zur Rolle der patroni bei Repetundenverfahren s. Kunkel, Kriminalverfahren 15, A. 26.Google Scholar
  110. 111.
    Volkstribun 192; Prätor 178; Broughton, MRR I.Google Scholar
  111. 112.
    Prätor 174; (Pro)prätor 173,172; Broughton, MRR I. 113 II-vir navalis 181; Prätor 173, Broughton, MRR I 408.Google Scholar
  112. 114.
    Vgl. auch den Fall des Konsulars C. Cassius (Liv. 43, 5) und der Prätoren C. Lucretius und L. Hortensius i. J. 170, Liv. 43, 7, 5–8, 9; dazu auch Liv. per. 47 aliquot praetores aprovinciis avaritiae nomine accusati damnati sunt, Gelzer, Kl. Sehr. II 61, Broughton, MRR I 450. 451, A. 2; Rotondi, Leges 452. Ich möchte mit Broughton, a.a.O. A. 2 annehmen (s. Liv. 43, 8, 2–3), dass die Einsetzung einer quaestio extraordinaria gegen die wegen peculatio angeklagten Prätoren auch auf Grund eines Plebiszits ex auctoritate senatus eingesetzt wurde. Gemäß Val. Max. 6, 9, 10 soll auch der Konsular L. Cornelius Lentulus (Konsul 156) nach einer nicht weiter belegten lex Caecilia (154 o. 153) (zusammen mit den Prätoren?) verurteilt worden sein. Im Jahr 147 wurde er dennoch zum Censor gewählt (Val. Max. a.a.O.; Broughton, MRR I 463). Ferguson (ο. A. 104), 100, A. 1 und D. Stockton, The Gracchi, Oxford 1969, 139 f. nehmen jedoch an, dass es sich bei der Nachricht des Valerius Maximus um eine Verschreibung gehandelt hat, und Lentulus nicht nach der nicht genauer bekannten lex Caecilia sondern nach der lex Calpurnia verurteilt worden ist. Wenn er aber überhaupt verurteilt wurde, handelte es sich um einen Ausnahmefall, denn in der Regel war nach einem solchen Verfahren die politische Karriere des Verurteilten beendet.Google Scholar
  113. 115.
    Broughton, MRR I 459.Google Scholar
  114. 116.
    Ähnlich auch Bleichen, Volkstribunat 58 f.Google Scholar
  115. 117.
    Cic. Font. 39; Tusc. 3, 48; Schol. Bob. p. 37 H. Anders Bleichen, Volkstribunat 58 f. 145, der hinter der lex eine Initiative des Senats sah, die der Calpurnier in Loyalität zu ihm dann ausführte. Als auctor und dissuasor zahlreicher leges (multae leges) wird Piso dennoch eine auch dem Senat gegenüber recht eigenständige Persönlichkeit gewesen sein (Cic. Brut. 106). Freilich hat er die Regeln der Senatsherrschaft nie in Frage gestellt. Das (zu) harte Urteil Lattes (Kl. Sehr. 838) kennzeichnet ihn aber nur als „durchschnittlichen nobilis ohne politische Originalität“. Eigenwilligkeit und Initiative der Volkstribune müssen aber auch nicht immer eine antioligarchische Haltung zum Ausdruck bringen; s. aber Bleichen, Volkstribunat 58.Google Scholar
  116. 118.
    Zu den weiteren Repetundengesetzen bis in sullanische Zeit (lex Iunia, lex Acilia, lex Servilia), die einmal die Form der Prozesseinleitung veränderten (statt legis actio Sacramento die nominis delatio) und den Anspruch des Klägers auf das Doppelte der erpressten Summe erhöhten s. Kunkel, Krimmalverfahren 12 f.Google Scholar
  117. 119.
    Zu den verschiedenen Beziehungsebenen zwischen Senatoren-und Ritterstand s. die grundlegenden Ausführungen bei Meier, RPA 64–95 und P. A. Brunt, The Equités in the Late Republic, Sec. Inter. Conf. of Econo. Hist., Bd. 1, Aix en Provence 1962, 117-149, gekürzt in: WdF 413, Darmstadt 1976, 175–213.Google Scholar
  118. 120.
    Meier, RPA 64, A. 2; T. B. Wiseman, The Definition of ‘Eques Romanus’ in the Late Republic and Early Empire, in: Roman Studies (Coll. Class. Papers 1), Liverpool, New Hampshire 1987, 57 ff: ders., Review, E. Badian, Publicans and Sinners. Private enterprise in the Service of the Roman Republic, Dunedin 1972, 74 ff., bes. 77 ff., dt., Darmstadt 1997, 57 ff.; C. Nicolet, L’ordre équestre à l’époque républicaine (312–43 av. J.C.), 2 Bde. 1966–1974; dazu J. Martin, Gnomon 39, 1967, 795 ff. Zur Forschung Bleicken, Geschichte der Römischen Republik, München 19883, 182 ff.Google Scholar
  119. 121.
    Cic. Verr. 1, 16; App. civ. 1, 22; Vell. Pat. 2, 6, 3; 2, 32, 3; Tac. ann. 12, 60; weit. Belege A. H. J. Greenidge, A. M. Clay, Souces for Roman History 133–70 B.C., Oxford 19602, S. 34 f. Auf die leges iudiciariae ist hier nicht näher einzugehen. Vielleicht hat C. Gracchus in einem ersten Schritt versucht, den Senat mit 300 Rittern zu erweitern, um die für die Gerichte notwendige Anzahl der Geschworenen zu erhalten, so die These Kunkels, Kriminalverfahren 96; vgl. auch die unklare Angabe in Liv. per. 60; wieder anders Plut. Gracchi 2, 2 f.; C. Gracch. 5. Erst als er mit diesem Projekt gescheitert war, hat er „den Rittern als solche die Richterfunktion übertragen“, so Kunkel, a.a.O.; vgl. auch Mommsen, Iur. Sehr. III 339 ff; anders Gelzer, Kl. Sehr. I 222 u.a., Meier, RPA 70 f. Wie die weiteren leges iudiciariae und bes. die unter Sulla durchgeführte Erweiterung des Senats zeigen, hat der Volkstribun keinesfalls nur den Repetundengerichtshof auf die Ritter übertragen lassen, Kunkel, Kriminalverfahren 96, A. 349; s. u. Eine eingehende Analyse der widersprüchlichen Quellen ist zu finden bei Stockton, Gracchi, bes. 138–153; zur lex iudiciaria 230–239. Seine Ergebnisse ergänzen Kunkels Thesen; s. auch Wittmann, HbAW X, 3, 2, 2, S. 647 f.Google Scholar
  120. 122.
    Meier, RPA 71.Google Scholar
  121. 123.
    Zur Beziehung zwischen Senat und Rittern bis in gracchische Zeit s. Pol. 6, 17, 2 ff.; dazu bes. Meier, RPA 68, A. 25.Google Scholar
  122. 124.
    Stockton, Gracchi 225 möchte nicht ausschließen, dass es sich hier um den Teil einer originalen Rede des C. Gracchus gehandelt haben könnte. Demnach hätte C. Gracchus durch Zuschreibung von auctoritas (Macht und Einfluss) an den ordo equester diesen Stand als reale Machtbasis der Provinzialverwaltung gegenüber dem Senat ausspielen wollen.Google Scholar
  123. 125.
    Beispielhaft ist hierfür der von Livius 43, 2 für das Jahr 171 aufgezeichnete Fall.Google Scholar
  124. 126.
    Kunkel, RE 24, 1963, 736, s. v. quaestio. Auch das mehrmalige Scheitern Catilinas bei der Bewerbung um das Konsulat lag mit daran, dass er bereits vor seiner Bewerbung in ein Repetundenverfahren verwickelt war (Sall. Catil. 18, 3; Ascon. tog. cand. p. 85, Z. 10 C; Cic. Art. 1, 1, 1).Google Scholar
  125. 127.
    Fälle bei Meier, RPA 78, A. 92.Google Scholar
  126. 128.
    Broughton, MRR I 543; L. Thommen, Das Volkstribunat der späten römischen Republik, Historia Einzelschr. 59, Stuttgart 1989, 161 f.Google Scholar
  127. 129.
    Wahrscheinlich ist die bei Cicero angeführte Liste der Angeklagten nicht vollständig. Dafür spricht die Einsetzung von drei quaesitores (Sall. Iug. 40, 4).Google Scholar
  128. 130.
    Wegen der unzureichenden Quellenlage weichen die Meinungen in der Forschung zu dieser wesentlichen Frage doch erheblich voneinander ab. So vermutet Meier (RPA 80) v. a. mächtige Ritter hinter dem tribunizischen Antrag, während Heuß (Prop. Weltgesch. 4, 201) den Senat als Initiator des Plebiszits im Rahmen einer größeren Initiative zur Behebung der Missstände in Numidien sieht. Dass sich auch einige Ritter für die Absicht des Tribunen verwendet haben, ist anzunehmen.Google Scholar
  129. 131.
    Oros. 5, 12, 10; Broughton, MRR I 520 f.Google Scholar
  130. 132.
    R. Syme, Sallust, Oxford 1964, 139.Google Scholar
  131. 133.
    Das stark verzeichnete Bild des Scaurus bei Sallust Iug. 15, 4; 29, 3; 32,1 wird man auf starke persönliche Animositäten zurückzuführen haben, Syme (u. A. 132), 164 f., J. Suolahti, The Roman Censor, Helsinki 1973, 420 ff.Google Scholar
  132. 134.
    Broughton, MRR I 544. Syme (u. A. 132), 167, A. 30 setzt voraus, dass auch Aulus angeklagt und verurteilt wurde.Google Scholar
  133. 135.
    Vgl. auch Sall. Iug. 31, 7. Vielleicht haben C. Sulpicius Galba und L. Calpurnius Bestia (Konsul 111) (Münzer, RE 3, 1, 1897, 1366 f., Nr. 23) als Mitglieder die Arbeit der von C. Gracchus geschaffenen Ackerkommission boykottiert (CIL I2, 2, 696; App. civ. 1, 27; Broughton, MRR I 522, bes. A. 5; Stockton, Gracchi 204, A. 69.Google Scholar
  134. 136.
    Vgl. auch Cic. Brut. 128 invidiosa lege … Gracchani iudices sustulerunt.Google Scholar
  135. 137.
    Im Jahr 114 hatte der Konsul C. Porcius Cato eine schwere Niederlage gegen die Skordisker erlitten. Anschließend wurde er als consularis wegen Erpressung der Provinzialen vom Repetundengericht verurteilt (severitas iudiciorum) (Vell. 2, 8, 1) Nach seiner Verurteilung im Jahr 109 ging er unter Aufgabe des römischen Bürgerrechts nach Tarraco ins Exil (Cic. BaIb. 28.). Wegen der militärischen Unfähigkeit des Konsuls Cn. Papirius Carbo war ein Jahr später das römische Heer von den Cimbern geschlagen worden, die wirtschaftlich bedeutende Stadt Noricum in ihre Hände gefallen, Broughton, MRR I 533. 535. Die schmähliche Niederlage des Aulus in Numidien, sein für Rom demütigender Friedensschluss und die umlaufenden Gerüchte über Bestechung der weiter verantwortlichen nobiles durch Iugurtha wird gleichfalls die entschiedene Annahme der tribunizischen Rogation bewirkt haben, Sall. Iug. 38, 9–10.Google Scholar
  136. 138.
    Meier, RPA 79, A. 98. Dass einige publicani an einer solchen Lösung interessiert gewesen sein könnten, zeigt auch ihr späteres Engagement bei der Ablösung des Metellus von seinem Kommando, Vell. 2, 9, 2. Zu dieser in der Forschung offenen Frage s. Syme (o. A. 132), 175; Meier, RPA 80.Google Scholar
  137. 139.
    Dass es dem Volkstribun C. Memmius mehr um die Bekämpfung politischer Gegner ging und weniger darum, die Provinzialverwaltung zu verbessern, zeigt sein Verhalten als Promagistrat. Zusammen mit dem Konsul C. Flavius Fimbria wird er später angeklagt — den Grund der Anklage kennen wir nicht-, aber dank seiner guten Beziehungen freigesprochen, Cic. Font. 24, Val. Max. 8, 5, 2 nee tarnen aut auctoritate (gemeint ist auctoritas senatus), qua plurimum pollebat, aut religione, de qua nemo dubitat, quemquam eorum adfligere potuit. Es will nichts weiter besagen, wenn zwischen der Agitation des C. Memmius und der Rogation des C. Mamilius ein Jahr dazwischenlag, in dem von weiteren tribunizischen Aktionen nichts zu hören ist. Denn es ist gut möglich, dass die Uneinigkeit im Kollegium der Volkstribunen weitere Unternehmungen verhindert hat, Sall. Iug. 37, 1 f. Zu Memmius und seiner Agitation gegen die Optimaten Thommen (o. A. 128), 151.Google Scholar
  138. 140.
    Sall. Iug. 43, 1.Google Scholar
  139. 141.
    Auch als vir magnus et sapiens (Sall. Iug. 41, 1; vgl. noch 45, 1; Val. Max. 2, 7, 2; Vell. 2, 9, 2) konnte er sich vor den politischen Machenschaften seiner Gegner nicht schützen. Die äußerst schwierigen Bedingungen auf dem numidischen Kriegsschauplatz, die rasche militärische Entscheidungen gegen Iugurtha unmöglich machten, wurden später von Publikanen aus Afrika mit der Absicht benutzt, den Meteller zu desavouieren, um C. Marius, dem von ihnen favorisierten Kandidaten, zum Kommando zu verhelfen, Vell. 2, 11, 1. Wahrscheinlich gehört auch in den gleichen Zusammenhang eine Anklage wegen angeblicher Veruntreuung von Staatsgeldem (Cic. Balb. 11) entweder nach seiner Prätur (112?, Broughton, MRR I 538, mit 539, A. 3), oder, was näher zu liegen scheint, nach seinem Prokonsulat i. J. 107 aber noch vor dem Amtsantritt des C. Marius zu seinem ersten Konsulat, vgl. Sall. Iug. 73, 5.Google Scholar
  140. 142.
    Wie tief sich damals die Zersplitterung im Senat einnisten konnte, ist an den Folgen der persönlichen Feindschaft zwischen Metellus und C. Marius zu sehen; Syme (o. A. 132), 168 ff. Kein Zeichen von Homogenität des Senats war es auch, als ehemalige Gegner der Gracchen, die Censoren L. Caecilius Metellus und Cn. Domitius Ahenobarbus, im Jahr 115 bei der lectio senatus 32 Mitglieder, darunter auch den Konsul von 116, aus dem Senat warfen, Cic. Cluent. 119; Liv. per. 62; Suolahti (o. A. 133), 418–420.Google Scholar
  141. 143.
    Auf die verschiedenen Lehrmeinungen einzugehen, ist hier nicht der Ort. Zum folgenden De Martino, stor, cost. rom II2, 500 ff; Meier, RPA 131 ff., Christ, Krise 117 ff., Wittmann, HbAW X, 3, 2, 2, S. 644 ff.Google Scholar
  142. 144.
    De Martino, stör. cost. rom II2, S. 458. Laelius war 140 Konsul und ein Freund des Scipio Aemilianus.Google Scholar
  143. 145.
    Meier, RPA 128.Google Scholar
  144. 146.
    Dazu Meier, RPA 95 ff.Google Scholar
  145. 147.
    Plut. Ti. Gracch. 9, 1. Überholt ist die Vorstellung einer gracchischen ‘riforma democra-tica’, so noch beispw. bei De Martino, stor. cost. rom II2, S. 459, s. u.Google Scholar
  146. 148.
    App. civ. 1, 11,43.Google Scholar
  147. 149.
    Wittmann, HbAW X, 3, 2, 2, S. 640 f.Google Scholar
  148. 150.
    Ungern-Sternberg, Notstandsrecht, S. 7 ff.; anders noch De Martino, Stor. cost. rom. II2, S. 486, zusammenfassend Wittmann, HbAW X, 3, 2, 2, S. 643.Google Scholar
  149. 151.
    Ungern-Sternberg, Notstandsrecht, 15 f.Google Scholar
  150. 152.
    Grundsätzlich jetzt Wittmann, HbAW X, 3, 2, 2, S. 638; aber schon De Martine, Stor, cost. rom. II2, S. 437 ff.Google Scholar
  151. 153.
    In der Anerkennung der lex agraria durch den Senat — trotz des von Ti. Gracchus herbeigeführten Verfassungsbruchs — zeigt sich gewiss die „Rechtlichkeit römischen Denkens“ (so Wittmann, HbAW X, 3, 3, 3, S. 641), aber in der damaligen politischen Situation blieb dem Senat gar nichts anderes übrig als das Gesetz und auch die Einsetzung der Kommission hinzunehmen, wenn die Spannungen zwischen ihm und dem Volk nicht eskalieren und damit die Stellung des Ti. Gracchus nicht gestärkt werden sollte.Google Scholar
  152. 154.
    Ungern-Sternberg, Notstandsrecht, S. 21 ff.Google Scholar
  153. 155.
    H. Last, CAH IX2, 1951, 36, Meier, RPA 129 ff.Google Scholar
  154. 156.
    Plut. C. Gracch. 5, 3; weiteres bei Nippel, Polizei, S. 55; 204, A. 10.Google Scholar
  155. 157.
    Wittmann, HbAW X, 3, 2, 2, S. 565 nach App. civ. 1, 21, 90.Google Scholar
  156. 158.
    Zu dieser lex mit ausführlicher Diskussion Ungern-Sternberg, Notstandsrecht 50–54.Google Scholar
  157. 159.
    De Martino, Stor. cost. rom II2, 507 ff.Google Scholar
  158. 160.
    Wittmann, HbAW X, 3, 2, 2, S. 646 f.Google Scholar
  159. 161.
    De Martino, Stor. cost. rom. II2, 525 spricht zwar hier von dem leicht missverständlichen Begriff der „sovranità dell’ assemblea populäre“, aber C. Gracchus wollte gewiss die politische Durchschlagskraft der Volksbeschlüsse mit Gesetzen wie der lex de abactis gegenüber dem Einfluss der mächtigen Senatoren stärken. Zu den möglichen politischen Konsequenzen dieses Gesetzes s. Meier, RPA 133 f. Ein weiterer, allerdings im Vergleich zu dem gracchischen Vorbild stark eingeschränkter, aber durchgesetzter Antrag erfolgte im Jahr 104 von L. Cassius Longinus (Ascon. Com. p. 78 C).Google Scholar
  160. 162.
    Wittmann, HbAW X, 3, 2, 2, S. 644 ff.Google Scholar
  161. 163.
    Christ, Krise 148 f.Google Scholar
  162. 164.
    Zu Macht und Ansehen gelangte in diesen Jahren die Familie der Meteller, die zwischen 119 und 109 fast jedes Jahr aus ihrem Kreis einen Obermagistrat stellen konnten. Diese Tatsache ist deshalb erwähnenswert, weil es die Faktion der Meteller war, die dem homo novus C. Marius die Türen zu seiner militärischen und politischen Karriere öffnen sollte, Christ, Krise 150 f.Google Scholar
  163. 165.
    Zu den homines novi s. Meier, RPA, S. 136, A. 446.Google Scholar
  164. 166.
    Wenn Cicero sagt, dass diese lex mit Zustimmung der Nobilität regiert wurde (favente nobilitate, Ascon. p. 79–80 C), zeigt das nur, dass die Nobilität gegen die popularen Strömungen nichts entgegenzusetzen hatten, vgl. Meier, RPA, S. 136; Wittmann, HbAW X, 3, 2, 2, S. 342 mit A. 342.Google Scholar
  165. 167.
    Bleichen, Geschichte der römischen Republik, 19883, S. 189 f. mit Zsfg. der Forschung.Google Scholar
  166. 168.
    De Martine, Stor. cost. rom. III2, 1973, 33.Google Scholar
  167. 169.
    De Martino, Stor. cost. rom. III2, 1973, S. 37 ff.; dazu Bleicken (o. A. 167), S. 70. 186 f.; Heuß, RG 161 ff.Google Scholar
  168. 170.
    Sie endete i. J. 109 mit der Verurteilung wegen Bestechung von vier Konsularen und einem Priester durch ein mit Rittern besetztes Gericht (Gracchani iudices).Google Scholar
  169. 171.
    Das Siedlungsgesetz wurde als gültig angesehen, wie die Befunde zeigen. Daher kann es nur in diesem Jahr regiert worden sein. Die von Saturninus im Jahr 100 regierten Plebiszite, unter die auch die lex de coloniis bisher eingereiht wurde, wurden ja vom Senat für nichtig erklärt nach dem s.c.u., Broughton, MRR I 575, mit 578, A. 4 und Wittmann, HbAW X, 3, 2, 2, S. 650 f., A. 335.Google Scholar
  170. 172.
    Kunkel, Kriminalverfahren, S. 62.Google Scholar
  171. 173.
    Zu Glaucia Broughton, MRR I 571 f.Google Scholar
  172. 174.
    Wittmann, HbAW X, 3, 2, 2, S. 651.Google Scholar
  173. 175.
    So Broughton, MRR I 578, A. 3 mit weiteren Argumenten, die für eine Getreideknappheit im Jahr 100 und nicht im Jahr 103 sprechen.Google Scholar
  174. 176.
    Nippel, Polizei, S. 77 f.Google Scholar
  175. 177.
    Wittmann, HbAW X, 3, 2, 2, S. 650.Google Scholar
  176. 178.
    Ungern-Sternberg, Notstandsrecht, S. 73.Google Scholar
  177. 179.
    Zur Bedeutung der rogatio per saturam, Kunkel, HbAW X, 3, 2, 2, S. 258, A. 21.Google Scholar
  178. 180.
    Nach Asconius (p. 21 C) ist anzunehmen, dass die Gerichtsreform auf M. Aemilius Scaurus zurückgeht.Google Scholar
  179. 181.
    Es ging nicht um die Aufteilung der Richterfunktionen zwischen Senat und Rittern, wie man dies nach Liv. per. 71 annehmen könnte, Christ, Krise 176, Wittmann, HbAW X, 3, 2, 2, S. 653.Google Scholar
  180. 182.
    Dazu genauer Wittmann, HbAW X, 3, 2, 2, S. 653.Google Scholar
  181. 183.
    Wittmann, HbAW X, 3, 2, 2, S. 654.Google Scholar
  182. 184.
    Bezüglich der italischen Frage war die restaurative Politik der Optimaten mehr rück-als fortschrittlich gewesen. 95 kam es unter dem Konsulat des Scaevola und Crassus zu einem Gesetz, dass die in Rom formlos eingebürgerten Fremden unter Androhung eines Verfahrens in ihre Heimatgemeinde ausgewiesen werden sollten, Heuß, RG 164. Von der Sache her war das Gesetz aus römischer Sicht einleuchtend, nur bedachte man zu wenig die politischen Konsequenzen, die entscheidend zu einer Verschlechterung der Beziehung zwischen Rom und den Italikern beigetragen haben. Dabei ist zusätzlich zu sehen, dass zwei Jahre vorher, die beiden Censoren L. Valerius Flaccus und M. Antonius zahlreichen Italikern, die in Rom lebten, das römische Bürgerrecht zuerkannt hatten, Christ, Krise 173.Google Scholar
  183. 185.
    Ascon. p. 79 C; Val. Max 8, 6, 4. Weit. Belege bei Broughton, MRR II 26 f.Google Scholar
  184. 186.
    Meier, RPA 243.Google Scholar
  185. 187.
    Ungern-Sternberg, Notstandsrecht, S. 78.Google Scholar
  186. 188.
    S. Cic. Font. 6.Google Scholar
  187. 189.
    Zur Diktatur des Sulla Wittmann, HbAW X, 3, 2, 2, S. 702 ff. Nach der lex Valeria konnte der Diktator Gesetze einbringen ohne vorher den Senat zu befragen, auch dessen Wünsche nach einer Rogation konnte er unberücksichtigt lassen und schließlich galt eine weitere Klausel dem Interzessionsverbot gegen Rogationen des Diktators.Google Scholar
  188. 190.
    Zu den Proscriptionen und ihren Auswirkungen Meier, RPA 253 ff.Google Scholar
  189. 191.
    Zu Cinnas Herrschaft Meier, RPA 229.Google Scholar
  190. 192.
    Ein Indiz für die eingeschüchterte, wehrlose Nobilität bildet der Prozess gegen Sex. Roscius, den Cicero in waghalsigen Manövern gegen den Günstling Sullas Chrysogonos verteidigte, Meier, RPA 249 f.Google Scholar
  191. 193.
    Dazu Cic. Rose. 1 ff.Google Scholar
  192. 194.
    Wittmann, HBAW X, 3, 2, 2, S. 655.Google Scholar
  193. 195.
    Dazu u. S. 11 ff.Google Scholar
  194. 196.
    Kunkel, HbAW X, 3, 2, 2, S. 18.Google Scholar
  195. 197.
    Dazu und zu den weiteren sullanischen Gesetzen zur Reformierung der Rechtspflege Wittmann, HbAW X, 3, 2, 2, S. 709.Google Scholar
  196. 198.
    Kunkel, Kriminalverfahren, S. 61.Google Scholar
  197. 199.
    De Martino, Stor. cost. rom. III2, 1973, S. 99 f. Zur Rolle der Gewalt Nippel, Polizei, S. 54–69. Nippel, a.a.O. 54, weist die von A. W. Lintott, Violence in Republican Rome, 1968 vorgebrachten Thesen einer „generellen Disposition zur Gewalt im römischen ‘Volkscharakter’ ebenso zurück wie die „der mangelnden Zurückdrängung von Selbsthilfe und Eigenmacht in der römischen Rechtsentwicklung“. Die Ursachen illegaler Gewaltanwendung allein in den faktischen Veränderungen der bestehenden Ordnung seit Mitte des 2. Jhs. zu suchen, entkräftet die Aussagen Lintotts freilich nicht.Google Scholar
  198. 200.
    Belege bei Broughton, MRR II 127.Google Scholar
  199. 201.
    Zu Verres Gelzer, Cicero 36–50, Chr. Habicht, Cicero der Politiker, München 1990, 36 ff.Google Scholar
  200. 202.
    Vgl. Cic. leg. 3, 26. Meier, RPA 289. Auch Pompeius wurde von Einwohnern Siziliens über die Misswirtschaft des Verres in Kenntnis gesetzt. Während des Prozesses hielt er sich aber aus taktischen Gründen im Hintergrund, Cic. Verr. 2, 3, 45, Gelzer, Cicero 37, A. 8.Google Scholar
  201. 203.
    Cic. Brut. 319; Verr. 2, 1, 24; Plut. Cic. 7, 8; weit. Belege bei Gelzer, Cicero 38, A. 16.Google Scholar
  202. 204.
    Gelzer, Cicero 43 f.Google Scholar
  203. 205.
    Zur kritischen Meinung der socii über römische Gerichte vgl. noch Cic. Verr. 1, 54. 1, 10. 1, 38. 2, 3, 80. 2, 5, 173, des populus Romanus Cic. Verr. 1, 44. Dass das Ansehen des gesamten Senatorenstandes auf dem Spiel stand, betont Cicero mehrere Male ausdrücklich, Cic. Verr. 1, 40. 42. 49. 51; 2, 1, 20. Als Vertreter der Senatsherrschaft hebt sich Cicero in Verr. 2, 1, 4 selbst hervor.Google Scholar
  204. 206.
    Gelzer, Cicero 42.Google Scholar
  205. 207.
    Gelzer, Cicero 45.Google Scholar
  206. 208.
    So leicht waren die Vorwürfe des Hortensius nicht von der Hand zu weisen. Aber wenn es um die Verteidigung der Senatsherrschaft ging, zu der sich Cicero in seinen Reden gegen Verres ja mehrfach bekannt hat, war auch gegen seine Androhung eines ädilizischen Multprozesses als populäre Methode durchaus nichts einzuwenden.Google Scholar
  207. 209.
    Zur lex Rupilia Kunkel, HbAW X, 3, 2, 2, S. 354 ff.Google Scholar
  208. 210.
    Zur Cluentiana selbst s. W. Stroh, Taxis u. Taktik, Stuttgart 1975, 194–227.Google Scholar
  209. 211.
    Zum Volkstribun wurde Crassus im Jahr 107 gewählt, Broughton MRR I 551. Vermutlich war Crassus auch Mitglied der Siedlungskommission, Cic. Brut. 160; Vell. 1, 15, 5; Broughton, MRR I 528.Google Scholar
  210. 212.
    Der Inhalt der lex iudiciaria ist strittig, Broughton, MRR I 553; Kunkel, Kriminalverfahren 96, A. 348, Meier, RPA 81, s. auch o. Teil II, A. 121.Google Scholar
  211. 213.
    Gelzer, Cicero 55 f., ders., Pompeius 75 f., Broughton, MRR II 153. Die Übertragung dieses außerordentlichen Imperiums auf Pompeius bedeutete keine Neuerung, wie Catulus behauptet hat, sondern es war Pompeius selbst, der die Grenzen des Herkömmlichen gesprengt hat (Cic. imp. Pomp. 61); vgl. L. Giuliani, Bildnis und Botschaft. Hermeneutische Untersuchungen zur Bildniskunst der römischen Republik, Frankfurt a.M. 1986,78.Google Scholar
  212. 214.
    Das sich nach allen Seiten hin absichernde Handeln Ciceros ist im unmittelbaren Zusammenhang mit den Konsulwahlen zu sehen, für die sich der Prätor bewerben wollte, wozu bekanntlich gute Kontakte zu den verschiedenen Senatorenkreisen notwendig waren. Zum politischen Taktieren des homo novus zwischen Populären und Optimaten Cass. Dio 36, 43, 4 f.Google Scholar
  213. 215.
    Nebenbei sei bemerkt, dass Cicero, wie in den anderen politischen Reden auch, die persönliche auctoritas eines einzelnen (hier des Pompeius) mit militärischer Macht in Verbindung bringt, et quoniam auctoritas quoque iis bellis administrandis multum atque in imperio militari valet. Eine solche auctoritas besitzt Pompeius, daher kann nur ihm ein solches imperium (extraordinarium)übertragen werden (imp. Pomp. 43); vgl. auch imp. Pomp. 44. 45. 46.Google Scholar
  214. 216.
    Gelzer, Cicero 90 ff. Zur quaestio ambitus i. 1. Jh. L. Fascione, Crimen e quaestio ambitus nell’ età repubblicana, Milano 1984, 63 ff. S. auch den Kommentar von K. Kumaniecki, Cicero’s Rede pro Murena, Acta conventus XI, Eirene, Warschau 1971, 169-179.Google Scholar
  215. 217.
    Er wird von Plutarch überhaupt nur als Ankläger genannt, Plut. Cic. 35, 3; vgl. auch Cato min. 21, 3–6.Google Scholar
  216. 218.
    Schol. Bob., Sulla, p. 78 St. = p. 9 f. H.Google Scholar
  217. 219.
    Cass. Dio. 36–40, 1; Rotondi, Leges 374; Fascione (wie o. A. 216), S. 63 ff. Ob über den Gesetzesvorschlag vom Konsul L. Calpurnius Piso nach dem Senatsbeschluss noch eine komitiale Versammlung abstimmen konnte, ist nach Cass. Dio 36, 39, 1 nicht eindeutig zu beantworten. Sein Gegenspieler, der Volkstribun C. Cornelius provozierte solchen Aufruhr, dass der Senat wahrscheinlich ein s.c.u. fassen musste, um die Abstimmung — wenn überhaupt — durchführen zu können, Cass. Dio 36, 39, 1. Nach Ascon. Corn. p. 75 C1. (= p. 59 St. = Or. V 2, p. 75) waren es die divisores (Geldverteiler), die Piso im Auftrag des Kandidaten vom Forum vertrieben. Daher wird es sich bei der Abstimmungsversammlung um die comitia tributa gehandelt hat. Auch Fascione, wie o. A. 216, S. 67 schließt ein senatus consultum ultimum nicht aus. Jedenfalls muss das umstrittene Gesetz Anlass zur Zwietracht geboten haben. In der Folgezeit hat der Senat das Gesetz nicht anerkannt. Teile aus dem Gesetz wurden durch SCta aufgehoben oder verändert, senatus consulta fiunt, ut semper de ipsa lege Calpurnia, cui derogaretur, Ascon. Corn. p. 69 C (= Or. V 2, p. 68).Google Scholar
  218. 220.
    Cic. Mur. 3. 47. 67; Schol. Bob. p. 79. 140. 166 St. = p. 105. 123. 146 H.; Cass. Dio 37, 29, 1; Cic. Sest. 133; Vatin. 37; Rotondi, Leges 379; Fascione, wie o. A. 216, S. 72 ff.Google Scholar
  219. 221.
    Diese Tatsache hat Gelzer (Cicero 91) in seiner zu positiven Beurteilung Catos nicht genügend berücksichtigt; vgl. aber Münzer, Adelsparteien, 348 f.Google Scholar
  220. 222.
    Dazu auch Cass. Dio. 37, 29, 1 ff.Google Scholar
  221. 223.
    Cic. Flacc. 78; dorn. 134; Plut. Cato min. 21, 9.Google Scholar
  222. 224.
    Cic. Mur. 3; vgl. auch Cass. Dio 37, 29, 1.Google Scholar
  223. 225.
    Zum Datierungsproblem Ungern-Sternberg, Notstandsrecht 88, A. 12; Gelzer, Cicero 85 f. Für Cicero bedeutete die Aufdeckung der catilinarischen Verschwörung Höhe-und Wendepunkt seiner politischen Karriere; so wieder Habicht, (o. A. 201), 43 ff., 49 ff.Google Scholar
  224. 226.
    Gelzer, Cicero 85 ff.Google Scholar
  225. 227.
    Vgl. auch Cic. Catil. 2, 14.Google Scholar
  226. 228.
    Cic. Catil. 1, 10. 21. 32; 2, 12. 19.Google Scholar
  227. 229.
    Vgl. auch Cic. Catil. 2, 12.Google Scholar
  228. 230.
    Vgl. Ascon. p. 6 C; Cass. Dio 37, 31,2; Sall. Catil. 29, 2; Plut Cic. 15, 5. Vor dem s.c.u. hatte der Senat am 21. Oktober den militärischen Notstand (tumultus) erklärt; diese zwei auch inhaltlich unterschiedlichen Beschlüsse sind nur bei Cass. Dio (37, 31, 1–2) erhalten; nach Ungern-Sternberg, Notstandsrecht 87 könnte man meinen, dass das decretum tumultus und das senatus consultum ultimum zusammen beschlossen wurden; zur tumultus-Erklärung des Senats Kunkel, HbAW X, 3, 2, 2, S. 229, A. 448.Google Scholar
  229. 231.
    Sall. Catil. 29, 2; Cass. Dio 37, 31,1–2; Plut. Cic. 15, 5.Google Scholar
  230. 232.
    Anders z. B. in seiner 3. catilinarischen Rede vor dem Volk, wo er einen Senatsbeschluss als iussus senatus bezeichnete, dem er sofort Folge leisten sollte, fidem publicam iussu senatus dedi. S. auch Catil. 1, 4 at vero nos vicesimum iam diem patimur hebescere aciem horum auctoritatis. Dass gemäß dem Beschluss noch nicht gehandelt werden könnte, daran würden er, sein Kollege und der Senat leiden (patimur). Cicero betonte in diesem Fall den gemeinsamen Willen der Senatorenschaft und dessen praktische Nicht-umsetzbarkeit. Im nächsten Satz legte er dagegen die Betonung wieder stärker auf die rechtliche Bedeutung des s.c.u., wenn er sagt, habemus enim huius modi senatus consultum, verum inclusum in tabulis, …, quo ex senatus consulte confestim interfectum te esse, Catilina, convenit (Catil. 1, 4).Google Scholar
  231. 233.
    Vgl. auch Catil. 1, 21.Google Scholar
  232. 234.
    Die boni sind auf diejenigen Senatoren und Ritter zu beziehen, deren Unterstützung Cicero gewiss war (Catil. 1, 32).Google Scholar
  233. 235.
    Zum Gesetzesvorschlag des Rullus au]G I. Luzzatto, BIDR 69, 1966, 85–108; bes. 91 ff.; Gelzer, Cicero 71 ff.Google Scholar
  234. 236.
    Vgl. auch Cic. leg. agr. 2, 23. 98.Google Scholar
  235. 237.
    Gelzer, Cicero 74.Google Scholar
  236. 238.
    Cic. leg. agr. 1, 13; 2, 24. 25; 3, 16.Google Scholar
  237. 239.
    Dass die Volkstribune nur schwer zu überzeugen waren, zeigt die dritte Rede des Konsuls, die sich in der Hauptsache gegen die von ihnen gestellten Vorwürfe richtete (Cic. leg. agr. 3, 1 f.).Google Scholar
  238. 240.
    Dass Cäsar als Urheber hinter dem Versuch gestanden ist, wird nicht nur durch die Anspielungen Ciceros ersichtlich, vgl. Suet. Iul. 11; Cic. Pis. 4; Gelzer, Cicero 72; Broughton, MRR II 158.Google Scholar
  239. 241.
    Anders wieder in Cic. leg. agr. 2, 42.Google Scholar
  240. 242.
    Cic. Art. 2, 16, 2; Rab. Post. 6; weit. Belege bei Broughton, MRR II 188. Der König wurde später vom aufgebrachten Volk aus Alexandria vertrieben (i. J. 57) und dann von Gabinius im Frühjahr 55 zurückgeführt, Cic. Pis. 48; genauer dazu Gelzer, Cicero 159 f.; s. die Rede Rab. Post. 4, 6, 19–21.Google Scholar
  241. 243.
    Gelzer, Cicero 149–151; D. Mack, Senatsreden und Volksreden bei Cicero, 1937, 18–48.Google Scholar
  242. 244.
    Ebenso p. red. sen. 34 mecum leges, mecum quaestiones, mecum iura magistratuum, mecum senatus auctoritas, mecum libertas, mecum etiam frugum uberlas, mecum deorum et hominum sanctitates omnes et religiones afuerunt; vgl. auch p. red. sen. 7. 18. 36; epist. 1, 9, 4.Google Scholar
  243. 245.
    Allen für seine Rückkehr entscheidenden Amtsträgern spricht Cicero auctoritas zu, auch wenn sie wie bei den beiden Volkstribunen T. Annius und P. Sestius bereits durch bewaffnete Schutztruppen geschützt werden musste, magistratus paene omnes fuerunt defensores salutis meae; ex quibus excellenti animo virtute auctoritate praesidio copiis T. Annius et P. Sestius praestandi in me benivolentia et divino studio existerunt (p. red. Quir. 15).Google Scholar
  244. 246.
    Vgl. p. red. sen. 25; zu C. Marius’ Rückkehr und seiner mit Waffengewalt durchgeführten Wiedereinsetzung s. Cic. p. red. Quir. 7. 9–11. 19–23; genauer Mack, Senatsreden 26 f.Google Scholar
  245. 247.
    S. auch p. red. Quir. 17Google Scholar
  246. 248.
    Gelzer, Cicero 177; zum Balbus-Prozess auch S. 79 ff.Google Scholar
  247. 249.
    StV III 541, 277 ff.Google Scholar
  248. 250.
    Beispiele bei Bleichen, LP 108 f., s. auch o. S. 51 ff.Google Scholar
  249. 251.
    Zur Bedeutung der Rede i. Kontext der damaligen Politik Gelzer, Cicero 169 ff. Der Konsular wird von C. an anderer Stelle als gravissimus vir et ornatissimus civis bezeichnet (p. red. Quir. 17; vgl. auch p. red. sen. 25; Pis. 34), unterstützte die sullanische Politik, schloss sich später Pompeius an, verhalf diesem zu seinem Imperium gegen Mithridates und förderte die Rückberufung Ciceros aus dem Exil (s.u.; p. red. Quir. 17).Google Scholar
  250. 252.
    Cic. ad Q. fr. 1, 2, 16; Plut. Caes. 14, 8; Cass. Dio 38, 9, 1; Gelzer, Pompeius 120. 122.Google Scholar
  251. 253.
    U.a. schrieb das Gesetz fest, dass die Verteilung der konsularischen Provinzen ausschließlich Angelegenheit des Senats sein sollte; Interzession war bei diesen Verhandlungen untersagt, Cic. dorn. 24.Google Scholar
  252. 254.
    Vgl. p. red. sen. 3 f. 10; Sest. 32–33. Die Plebiszite zur Übernahme der Provinzen wurden unmittelbar nach der Flucht Ciceros regiert, Sest. 53. Dass hier eine Absprache zwischen Konsuln und Volkstribun vorgelegen haben soll, wird nur von Cicero erwähnt; noch Schol. Bob. p. 168 St.; zu dem für die res publica überaus verdienstvollen Piso und Gabinius, deren Herabsetzung durch C. weitgehend auf persönlichen Resentiment beruhte und vom Senat nicht ernst genommen wurde, vgl. die Ausführungen bei Gelzer, Cicero 180 ff, bes. 184.Google Scholar
  253. 255.
    Gelzer, Cicero 89 f., 102 ff.Google Scholar
  254. 256.
    Zur Senatspolitik bei der Rückrufung Ciceros s. o. S. 229 f.Google Scholar
  255. 257.
    Cic. epist. 1,7, 10.Google Scholar
  256. 258.
    Cic. Pis. 55. 65. 86. 97; Gelzer, Cicero 180, A. 121.Google Scholar
  257. 259.
    Zu der von Caesars Soldaten ‘gesicherten Konsulwahl’ Cass. Dio 39, 31, 2; Plut. Pomp. 51, 5.Google Scholar
  258. 260.
    Worüber noch bei Abfassung der Rede außer Gerüchten nichts genaueres bekannt war, auch Cicero nicht, Gelzer, Pompeius 131 f., bes. 227, A. 5.Google Scholar
  259. 261.
    Cass. Dio 39, 33; Plut. Pomp. 52, 3. Bei Plutarch (Crass. 15, 5) werden die Provinzen gelost; bei Appian (civ. 2, 18) von den Konsuln nach Absprache übernommen; Cic. Art. 7, 9, 4.Google Scholar
  260. 262.
    Plut. Pomp. 52, 3; Caesar (Gall. 8, 53) erwähnt das trebonische Plebiszit jedoch nicht. Er spricht nur von der lex Pompei et Crassi); s. auch Vell. 2, 46, 2 (Caesari lege, quam Pompeius ad populum tulit …), Broughton, MRR II 215. 220, A. 1. Die Ohnmacht des Senats gegenüber Caesar, Pompeius und Crassus schildert Cassius Dio in 39, 30, 4; vgl. auch 39, 33, 4.Google Scholar
  261. 263.
    Nippel, Polizei 66. 120 f.Google Scholar
  262. 264.
    Cic. Art. 3, 20, 3; 3, 23, 4; Sest. 11; schol. Bob. p. 84 H, Gelzer, Cicero 148, A. 179.Google Scholar
  263. 265.
    Cic. Art. 3, 12, 1; 3, 15, 6; zur zweiten lex Clodia Nippel, Polizei 119. 121.Google Scholar
  264. 266.
    Vgl. auch Cic. p. red. Quir. 12.Google Scholar
  265. 267.
    Vgl. noch Sest. 34 nullus erat senatus, nihil reliqui magistratus u. Sest. 35.Google Scholar
  266. 268.
    Ähnlich auch Cic. Sest. 86. 89; p. red. Quir. 15; epist 2, 6, 4; Gelzer, Cicero 148 f.Google Scholar
  267. 269.
    Dazu Brunt, Fall 35. Cic. epist 1, 7, 7 und Cass. Dio 39, 18, 2 lassen wohl eher eine Absprache zwischen Milo, Pompeius und Cicero vermuten, auf Grund dessen dann die Anklage erfolgte.Google Scholar
  268. 270.
    Entgegen dem Rekonstruktionsversuch der schwer durchschaubaren Vorgänge dieser Monate durch E. Meyer, Caesars Monarchie, Stuttgart — Berlin 1918, S. 109 ff., A. 2, bes. S. 111, scheint es sehr zweifelhaft, ob dieser Senatsbeschluss ein iustitium zur Folge hatte, Gelzer, Cicero 147. 156, Broughton, MRR II 201.Google Scholar
  269. 271.
    Broughton, MRR II 208.Google Scholar
  270. 272.
    S. noch Cic. Sest. 104. 106. 127. 139–140. 143; vgl. noch Nippel, Polizei 126 ff.Google Scholar
  271. 273.
    Vgl. noch Cic. Sest. 98, 147; Rhet. Her. 4, 35, 47.Google Scholar
  272. 274.
    Gelzer, Cicero 158; m. M. nach, wurde nicht „die Legitimität der Volksversammlungen“ als solche von Cicero in Zweifel gezogen, so jedoch Nippel, Polizei 127 nach Cic. Sest. 106 ff., sondern er klagte über deren missbräuchliche Verwendung durch Einzelne und starke Interessengruppen, die durch selbstsüchtige und parteiische Ziele die bestehenden Ordnung gefährdeten.Google Scholar
  273. 275.
    Gelzer, Cicero 180 ff.Google Scholar
  274. 276.
    S. dazu die Rede Ciceros für C. Rabirius; Gelzer, Cicero 76 ff.; anders Ungern-Stern-berg, Notstandsrecht 81–85.Google Scholar
  275. 277.
    Cic. Rab. perd. 28; Ungern-Sternberg, Notstandsrecht 71 ff.Google Scholar
  276. 278.
    Suet. Iul. 12; Cic. Rab. perd. 12; Bleicken, ZRG 76, 1959, 337 ff.; Ungern-Sternberg, Notstandsrecht 82, A. 145; Kunkel, Kriminalverfahren 22; anders aber Gelzer, Cicero 76.Google Scholar
  277. 279.
    An welche Senatsbeschlüsse konkret zu denken ist, die Cicero in seiner Verteidigungsrede für Rabirius als omnem auctoritatem senatus (Rab. perd. 17) neben Gesetzen, religiösen Verpflichtungen und den Regeln der Vogelschau anführt, um das durch Plebiszit des Labienus erzwungene Perduellionsverfahren als unrechtmäßig zu erklären, ist nicht genauer zu erschließen. Wann und wie das Perduellionsverfahren durch den tribunizischen Komitialprozess abgelöst wurde, ist gleichfalls nicht bekannt; über den Charakter des altertümlichen Verfahrens selbst Kunkel, Kriminalverfahren 34, A. 109.Google Scholar
  278. 280.
    Ungern-Sternberg, Notstandsrecht 81 f.Google Scholar
  279. 281.
    Überzeugend Ungern-Sternberg, Notstandsrecht 82 f.Google Scholar
  280. 282.
    Zu den ludi Compitales, die zwischen dem 17.12. und 5.1. abgehalten wurden s. H. H. Scullard, Röm. Feste, dt. Mainz 1985, 86–90.Google Scholar
  281. 283.
    Nippel, Polizei 111 ff.Google Scholar
  282. 284.
    Broughton, MRR II 183.Google Scholar
  283. 285.
    S. Benner, Die Politik des P. Clodius Pulcher, Historia Einzelschr., Heft 50, 1987, 134 f.Google Scholar
  284. 286.
    Vgl. auch Pis. 50, ausus esset … exire de provincia, educere exercitum, bellum sua sponte gerere, in regnum iniussu populi Romani aut senatus accedere? Google Scholar
  285. 287.
    Gabinius wurde zwar später wegen maiestas, Veruntreuung von Staatsgeldern (repetundarum) und ambitus angeklagt, aber auf Druck des Pompeius — und nicht zuletzt durch das persönliche Engagement Ciceros — freigesprochen, Cic. ad Q. fr. 3, 4; Gelzer, Cicero 201 f.Google Scholar
  286. 288.
    Vgl. auch Pis. 48: se ipsum, fasces suos, exercitum populi Romani, numen interdictumque, responsa sacerdotum, auctoritatem senatus, iussa populi Romani ac dignitatem imperii regio Aegyptio vendidit.Google Scholar
  287. 289.
    Cic. epist. l, 1, 1. 1, 3; ad Q. fr. 2, 2, 3; Cass. Dio 39, 15, 1–2; Gelzer, Cicero 159 f.Google Scholar
  288. 290.
    Gelzer, Cicero 346 ff., Chr. Meier, Die Ohnmacht des allmächtigen Diktators Caesar, Frankfurt 1980, 214 ff, Habicht, (o. Teil II, A. 201), S. 84 ff., bes. den hier behandelten Zeitraum betreffend 94 ff.Google Scholar
  289. 291.
    Vgl. auch App. civ. 1, 135. In einem Brief (3. Mai 44) an Cassius (epist. 12, 1, 2) betont er für die Zustimmung zum Kompromiss ‘den Zwang der Umstände’, fecimus id quidem temporibus cedentes, quae valent in re publica plurimum, weit. Belege bei Gelzer, Cicero 327, A. 29.Google Scholar
  290. 292.
    Vgl. auch Cic. Att. 15, 4, 1 atque utinam potius per populum agat quam per senatum.Google Scholar
  291. 293.
    App. civ. 3, 30; Liv. per. 117; Cass. Dio. 45, 25, l;Cic. epist. 11, 1; Broughton, MRR II 328.Google Scholar
  292. 294.
    Cic. Att. 15, 13, 1; 16, 11, 1; Gelzer, Cicero 352.Google Scholar
  293. 295.
    Zur Rückrufung des Sex. Clodius s. auch Cic. Phil. 1, 3; Att. 14, 13, A u. B.Google Scholar
  294. 296.
    Dieses für Cicero entscheidende Prinzip staatlicher Ordnung hat er auch im programmatischen Teil seiner Sestius-Rede ausgeführt (Cic. Sest. 137).Google Scholar
  295. 297.
    Der Senat erklärte erst am 26. April 43 Antonius und seine Anhänger zu hostes, Cic. epist. ad Brut. 1, 3a; epist 10, 21, 4.Google Scholar
  296. 298.
    Später verwahrte sich Cicero gegen den Vorwurf des Antonius, die Soldaten seien bewusst hintergangen worden, weil man sie mit der Parole „Rache an den Caesarmördern“ zum Abfall gebracht habe. Die Soldaten seien vielmehr deshalb zu Octavian übergelaufen, weil sie dem Willen des Senats gefolgt seien und weil sie sich für die Freiheit des Volkes hätten einsetzen wollen (Phil. 13, 33). Auctoritas senatus deutete Cicero an dieser Stelle als festen Bestandteil der res publica. Als Herrschaft des Senats wäre sie gegen Einzeltäter wie Antonius mit allen Mitteln zu verteidigen. Dass der ‘Anschluss’ beider Legionen nicht allein durch Parolen, sondern vor allem durch Bestechung ermöglicht wurde, hat Cicero selbstverständlich nirgends erwähnt. Aber auch eine solche, die Ordnung aushöhlende Praxis wollte Cicero durch auctoritas senatus legitimieren lassen. Hauptsächlich ging es ihm jedoch darum, die Vernichtung seines persönlichen Feindes voranzutreiben. Vgl. auch Cic. Phil. 11, 20 legio Martia et legio quarta ita se contulerant ad auctoritatem senatus et rei publicae dignitatem, ut deposcerent imperatorem et ducem C. Caesarem; ähnlich auch der Wortlaut in 5, 53: Befreiung vom Kriegsdienst soll denjenigen Veteranen zukommen, qui Caesaris pontificis <pro praetore auctoritatem secuti libertatem populi Romani> auctoritatemque huius ordinis defenderint atque defendant; vom Kriegsdienst sollten auch befreit werden die 2. und 35. Legion, die sich den beiden Konsuln Hirtius u. Pansa angeschlossen hatten, quod iis auctoritas senatus populique Romani libertas sit et fuerit.Google Scholar
  297. 299.
    Cic. Phil. 3, 38 qui eius auctoritatem secuti rei publicae praesidio sunt et fuerunt, a … periculisp. R. defensus sit et … defendatur; dux und auctor C. Caesar in Phil. 5, 46. In Phil. 11, 20 verbindet Cicero die persönliche auctoritas Octavians mit der militärischen Gefolgschaft seiner Soldaten und Veteranen zum Dienst für den Staat, milites veterani, qui illius auctoritatem, Imperium, nomen secuti pro re publica arma ceperant.Google Scholar
  298. 300.
    Broughton, MRR II 328; Gelzer, Cicero 366 f.Google Scholar
  299. 301.
    S. auch Cic. epist. 11, 7, 2 Voluntas senatus pro auctoritate haberi debet, cum auctoritas impeditur metu; auch Brunt, Fall 56 hat diesen Grundgedanken Ciceros betont.Google Scholar
  300. 302.
    Vgl. dazu noch Cic. Phil. 5, 28–29. Zur Provinzenverlosung am 28. November 44 s. W. Stroh, Hermes 111, 1983, 452 ff.Google Scholar
  301. 303.
    In den folgenden Monaten wendete sich aber das Blatt und der Prokonsul war bereit, mit seinen Truppen — angeblich um des Friedens willen — zu Antonius überzuwechseln. Als Lepidus dem Senat mit Waffengewalt drohte, falls man die Friedensbemühungen des Antonius nicht ausreichend unterstützen würde, lehnte der Senat auf Anraten Ciceros ab (Phil. 13, 7–9. 50).Google Scholar
  302. 304.
    Gelzer, Cicero 375 f.Google Scholar
  303. 305.
    Vgl. auch Phil. 6, 5 is est enim ille (Antonius), qui semper senatus iudicium et auctori-tatem, semper voluntatem vestram potestatemque contempserit.Google Scholar
  304. 306.
    Ebenso Phil. 7, 27 liberlas agitur populi Romani … auctoritas vestra, quam nullam habebitis, nisi nunc tenueritis.Google Scholar
  305. 307.
    Zu der sehr eigenwilligen, sachlich nicht überzeugenden Auslegung Ciceros von tumultus (tumultus autem esse sine bello non potest) mit dem Ziel, Antonius durch den Senat zum hostis erklären zu lassen, s. jetzt die Auslegung Kunkels, HbAW X, 3, 2, 2, S. 228.Google Scholar
  306. 308.
    Gelzer, Cicero 380.Google Scholar
  307. 309.
    Vgl. auchibid. cumque antea senatus auctoritatem suam in virorum fortium funeribus ostenderit … Google Scholar
  308. 310.
    Gelzer, Cicero 382.Google Scholar
  309. 311.
    S. im Gegensatz dazu die technische Verwendung von senatui placere und ex senatus consulte bei der Formulierung seines Antrags zur Anerkennung der ohne Absprache mit dem Senat durchgeführten Handlungen des M. Brutus (Phil. 10, 25 f.).Google Scholar
  310. 312.
    Cic. epist. ad Brut. 1, 10, 1; 2, 4, 4; Phil. 11, 26; 13, 30.Google Scholar
  311. 313.
    Cic. Phil. 11, 9. 15–16; Liv. per. 119; Broughton, MRR II 344.Google Scholar
  312. 314.
    Vgl. auch Cic. Phil. 11, 37–39.Google Scholar
  313. 315.
    Näheres dazu bei Gelzer, Cicero 383 f.Google Scholar
  314. 316.
    Phil. 12, 13. 18. 22. 24. 26; Cass. Dio 46, 32, 1.Google Scholar
  315. 317.
    Der Senat hat schließlich ganz auf die Gesandtschaft verzichtet, Cass. Dio 46, 32, 4.Google Scholar
  316. 318.
    Gelzer, Cicero 386 ff.Google Scholar
  317. 319.
    Nach einer späteren Behauptung Ciceros (Phil. 14, 8) hat Dolabella auf Ratschlag des Antonius den Statthalter beseitigen lassen.Google Scholar
  318. 320.
    Zu cum auctoritate senatus (prdinis) coniungere s. auch Cic. epist. 10, 5, 2.Google Scholar
  319. 321.
    Die von Cicero gegenüber Antonius entwickelte Feindschaft aus einer offensichtlichen Überempfindlichkeit heraus war für seinen Entschluss, Octavian zu unterstützen, m. M. nach von größerer psychologischer Bedeutung als die bisherige Forschung anzunehmen scheint, s. etwa Meier, Ohnmacht 215, Habicht, (o. Teil II, A. 201), 95 ff.Google Scholar
  320. 322.
    J. Bleichen, Zwischen Republik und Prinzipat, Göttingen 1990, S. 60 ff.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2001

Authors and Affiliations

  • Andreas Graeber
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

Personalised recommendations