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Residualtumor-(R-)Klassifikation (Hermanek u. Wittekind 1994; UICC 1997,2001)

  • D.-K. Böker
  • H.-D. Mennel
  • P. Hermanek
  • C. W. Spraul
Part of the Klassifikation maligner Tumoren book series (KLASSTUMOREN)

Zusammenfassung

  • Jede pathologische Untersuchung exzidierter Tumoren hat Aussagen zur Beschaffenheit der Resektionsränder zu liefern. Zur Identifikation der tatsächlichen Resektionsränder in den histologischen Schnitten empfiehlt sich deren Markierung durch Tipp-Ex oder Tusche. R1 wird diagnostiziert, wenn sich Tumorgewebe direkt am Resektionsrand befindet.

  • Nach den Regeln der UICC wird Rl nur diagnostiziert, wenn histologisch Tumor direkt an der Resektionslinie gefunden wird (Schnitt durch Tumorgewebe) (UICC 2001). Es empfiehlt sich aber bei R0-Fällen,bei denen der Tumor nur 1 mm oder weniger von der Resektionslinie entfernt ist, diesen Befund zu dokumentieren (Tumor „nahe an Resektionsrand“).

  • Als invasiver Tumor an den Resektionslinien werden sowohl kontinuierliche Primärtumorausläufer als auch diskontinuierliche Tumorherde (sog. Satelliten) und etwaige durchtrennte Lymphknotenmetastasen berücksichtigt. Tumorzellen in Lymph- und Blutgefäßen am Resektionsrand werden nur dann als R1 klassifiziert, wenn sie Kontakt mit dem Endothel oder Invasion der Gefäßwand zeigen. Andernfalls werden sie als in Lymphe oder Blut frei zirkulierende Tumorzellen in der R-Klassifikation nicht erfasst (Wittekind et al. 2001).

  • Werden für die R-Klassifikation spezielle Methoden verwendet, z. B. zusätzliche Imprintzytologie der Resektionsränder, soll dies gesondert dokumentiert werden.

  • Der Nachweis isolierter (disseminierter) Tumorzellen in regionären Lymphknoten, Knochenmarkbiopsien, anderen Fernorganen oder Blut beeinflusst die R-Klassifikation nicht. Entsprechende morphologische (z. B. zytologische oder immunhistochemische) Befunde werden durch den Zusatz „(i-)“ oder „(i+)“, molekularpathologische Befunde durch den Zusatz von „(mol-)“ oder „(mol+)“ dokumentiert, z. B. R0(i+) oder R0(mol-) (Hermanek et al.1999; UICC 2001).

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2002

Authors and Affiliations

  • D.-K. Böker
    • 1
  • H.-D. Mennel
    • 2
  • P. Hermanek
    • 3
  • C. W. Spraul
    • 4
  1. 1.Medizinisches Zentrum für Neurologie und NeurochirurgieUniversität GießenGießenDeutschland
  2. 2.Abteilung für Neuropathologie Baidinger StraßeUniversität MarburgMarburgDeutschland
  3. 3.Chirurgische Klinik mit PoliklinikUniversität Erlangen-NürnbergErlangenDeutschland
  4. 4.Augenklinik und PoliklinikUniversität UlmUlmDeutschland

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