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Vorbemerkung

  • D.-K. Böker
  • H.-D. Mennel
  • P. Hermanek
  • C. W. Spraul
Chapter
Part of the Klassifikation maligner Tumoren book series (KLASSTUMOREN)

Zusammenfassung

Hirn und Rückenmark sind als einzige Organe im menschlichen Organismus vollständig oder teilweise knöchern umgeben. Deshalb ist der Ausdruck Tumoren des zentralen Nervensystems aus historischen Gründen weitgehend identisch mit der Bezeichnung intrakranielle und intraspinale Tumoren. Auch der Malignitätsbegriff ist deshalb anders als bei anderen Körpertumoren: Alle wachsenden intrakraniellen und intraspinalen Raumforderungen müssen behoben werden, wenn nicht dauerhafte Schäden oder sogar der letale Ausgang hingenommen werden. Unter diesem Aspekt müssen alle wachsenden Raumforderungen als (klinisch) maligne angesehen werden, ungeachtet ihrer biologischen Dignität. Dadurch entsteht eine besondere therapeutische Herausforderung, die Anlass zur frühen Entwicklung der Neurochirurgie war. Voraussetzung für erfolgreiche Eingriffe am zentralen Nervensystem waren allerdings Kenntnisse über Grundzüge der Lokalisationslehre, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts vorlagen. Tumoren des Nervensystems als intrakranielle und intraspinale Tumoren besitzen deshalb eine gewisse Sonderstellung in ihrer Abgrenzung, Prognose und den therapeutischen Strategien. Konsequenterweise entstehen dadurch auch in einigen Fällen Inkongruenzen mit anderen allgemein gebräuchlichen onkologischen Standards (z.B. TNM, s. S. 65). Die hier vorgenommene Einteilung folgt im Zweifelsfall der letzten Ausgabe der WHO-Klassifikation (Kleihues u. Cavenee 2000).

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2002

Authors and Affiliations

  • D.-K. Böker
    • 1
  • H.-D. Mennel
    • 2
  • P. Hermanek
    • 3
  • C. W. Spraul
    • 4
  1. 1.Medizinisches Zentrum für Neurologie und NeurochirurgieUniversität GießenGießenDeutschland
  2. 2.Abteilung für Neuropathologie Baidinger StraßeUniversität MarburgMarburgDeutschland
  3. 3.Chirurgische Klinik mit PoliklinikUniversität Erlangen-NürnbergErlangenDeutschland
  4. 4.Augenklinik und PoliklinikUniversität UlmUlmDeutschland

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