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Epilepsie pp 91-97 | Cite as

Nicht-medikamentöse Therapieverfahren

  • Gerd Dannhardt
  • Susann Seddigh
  • Thomas Vogt
Part of the Optimierte Arzneimitteltherapie book series (ARZNEIMITTELTH.)

Zusammenfassung

Ausgehend von der Vorstellung, dass äußere Faktoren die neuro-physiologischen Synchronisierungsvorgänge mit beeinflussen und epileptische Anfälle triggern können, diskutiert man seit einigen Jahren vermehrt die Möglichkeit, diese externen Einflüsse zu beeinflussen bzw. zu kontrollieren. Grundsätzlich bieten sich drei Therapieansätze an:
  1. 1)

    Relativ allgemein ist das Erkennen von typischen anfallsauslösenden Faktoren wie bestimmte Stresssituationen, deren Vermeidung sich durch eine Verhaltenstherapie unterstützen lässt.

     
  2. 2)

    Die Desensitivierungstherapie basiert darauf, dass bestimmte externe Reize, wie Licht oder akustische Reize zu einer verstärkten Synchronisation führen. Appliziert man nun gezielt zunächst unterschwellige Reize, entweder monookular oder monoaurikular, die mit zunehmender Therapiedauer gesteigert werden, so lässt sich eine gewisse auch dauerhafte Habituation solcher Reizeffekte erzielen.

     
  3. 3)

    Ziel von Biofeedback-Verfahren ist es, dem Patienten die eigene hirnelektrische Aktivität sichtbar und damit wahrnehmbar zu machen, die zur Vereinfachung durch Spektralanalyse in farbkodierte Bereiche umgewandelt werden. Durch das Ingangsetzen autonomer Reaktionen gelingt es, insbesondere zu rasche Aktivitätsphasen zu kontrollieren bzw. langsamere Phasen zu konditionieren. Das Verfahren erfordert ein relativ intensives und sorgfältiges Training und ist aufgrund gewisser Anforderungen an Kognition und Ausdauer nur für einen kleinen Patientenkreis geeignet. Aufgrund der geringen bzw. fehlenden Nebenwirkungen und günstiger Ergebnisse in Fallberichten erscheint es sinnvoll, die Wirksamkeit in kontrollierten Studien zu überprüfen und mögliche anderen Varianten der Anwendung zu testen.

     

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2002

Authors and Affiliations

  • Gerd Dannhardt
    • 1
  • Susann Seddigh
    • 2
  • Thomas Vogt
    • 3
  1. 1.Institut für PharmazieJohannes-Gutenberg-UniversitätMainzGermany
  2. 2.DRK SchmerzzentrumMainzGermany
  3. 3.Klinik und Poliklinik für NeurologieMainzGermany

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