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Gen und Organismus

  • Richard Lewontin
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Zusammenfassung

Es ist unmöglich, Wissenschaft zu betreiben, ohne eine Sprache zu verwenden, die aus einer Vielzahl von Metaphern besteht. Die gesamte moderne Wissenschaft befasst sich mit dem Versuch, Phänomene zu beschreiben, die nicht unmittelbar vom Menschen erfahren werden können, so zum Beispiel Kräfte und Prozesse, die wir nicht direkt wahrnehmen können, weil sie entweder zu klein sind, wie etwa Moleküle, oder aber zu unermesslich, wie das Universum, oder weil sie das Ergebnis von Prozessen sind, die unsere Sinne nicht wahrnehmen können, wie elektromagnetische Strahlen, oder weil sie das Resultat von extrem komplizierten Interaktionen sind, wie das Entstehen eines individuellen Organismus von seiner Zeugung als befruchtetes Ei an. Erklärungen für solche Phänomene müssen notwendigerweise eine metaphorische Sprache beinhalten, sind sie nicht lediglich formale Vorschläge, eingespannt in eine erfundene technische Sprache, sondern vielmehr in dem Bestreben formuliert, ein Verständnis der Welt zu vermitteln, das unseren einfachen Erfahrungen entspricht. Physiker sprechen von „Wellen“ und „Partikeln“, obwohl es keinMedium gibt, in dem sich diese „Wellen“ ausbreiten und keine Solidität dieser „Partikel“.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2002

Authors and Affiliations

  • Richard Lewontin
    • 1
  1. 1.Museum of Comparative ZoologyHarvard UniversityCambridgeUSA

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