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Student und heimatlos

  • Arild Stubhaug
Chapter

Zusammenfassung

Niels Henrik meinte nun, eine Lösungsformel für die Gleichung fünften Grades gefunden zu haben. Er legte die Arbeit Holmboe vor, der die Lösung ebenfalls für richtig hielt. Holmboe zeigte Abels Arbeit Christopher Hansteen und Søren Rasmussen, den Professoren für angewandte bzw. reine Mathematik. Auch sie konnten weder Fehler noch Mängel an Abels Schlussfolgerungen feststellen und ihnen war klar, welche Sensation es sein würde, wenn endlich eine Lösung für ein Problem gefunden wäre, an dem sich die Mathematiker Europas seit bald dreihundert Jahren die Zähne ausgebissen hatten. Sie sprachen sich dafür aus, Abels Arbeit zu veröffentlichen, doch in Christiania gab es noch keinen Verlag für derartige wissenschaftliche Themen. Hansteen hatte gute Kontakte zum Ausland und schickte Abels Arbeit an den angesehensten Mathematiker Skandinaviens, Professor Ferdinand Degen in Kopenhagen. Degen entdeckte keinen Fehler in Abels Überlegungen, begegnete seiner Arbeit dennoch mit einer gewissen Skepsis. Es erschien ihm einfach unglaublich, dass ein Zögling der Kathedralschule Christiania eine Aufgabe gelöst haben sollte, an der so viele große Mathematiker gescheitert waren. In seiner Antwort an Hansteen vom 21. Mai 1821 schrieb Degen, die Arbeit zeige, „auch wenn das Ziel nicht erreicht worden sein sollte, einen ungewöhnlich klugen Kopf und ungewöhnliche Einsichten, besonders in seinem Alter.“ Degen wollte Abels Abhandlung, im Gedanken an ihre Publikation, der königlichen Wissenschaftsgesellschaft vorlegen, aus zwei Gründen jedoch noch etwas warten.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2003

Authors and Affiliations

  • Arild Stubhaug
    • 1
  1. 1.Department of MathematicsUniversity of OsloOsloNorway

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