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Die Behandlungstechnik und Erfolge der Strahlentherapie des Collumcarcinoms am Radiumhemmet in Stockholm

  • H.-L. Kottmeier
Conference paper
Part of the Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie book series (VERH.GYNÄKOLOG., volume 29)

Zusammenfassung

In seinem hervorragenden Lehrbuch der Gynäkologie sagt Martius bezüglich der Auswahl der Behandlungsmethoden des Collumcarcinoms, daß sich die Frauen nach der Radikaloperation schneller erholen und schneller wieder arbeitsfähig werden als nach der Bestrahlungsmethode allein. Wir sind nicht dieser Auffassung. Zwar sind wir auch Anhänger der Intensivbestrahlung mit Verwendung von ziemlich großen Radium-mengen und von Röntgenstrahlen mit relativ hoher Intensität (50–70 r je Minute), aber wir halten es für wichtig, die Strahlentherapie zu fraktionieren. In typisch behandelten Fällen geben wir 2 intrauterine und vaginale Radiumbehandlungen mit einem Intervall von 3 Wochen. Die Patienten bleiben jedesmal ganz wenige, häufig nur 2 Tage im Krankenhaus und können danach ohne weiteres ihre Hausarbeit verrichten. Etwa 3 Wochen nach der 2. Applikation werden percutane Röntgenstrahlen in Richtung auf die Parametrien und die Lymphdrüsen von 2 Bauch- und 2 Rückenfeldern und manchmal auch 2 perinealen Feldern aus ambulant verabreicht. Der allgemeine Zustand der Patientin soll möglichst nicht beeinträchtigt werden. Alle Patienten bekommen Eisen und Vitamine Bluttransfusionen sowie auch männliches Hormon werden in anämischen, toxischen und vorgeschrittenen Fällen gerne verabreicht. Es scheint, als ob das Testosteronpropionat die Radiosensibilität des Carcinoms manchmal erhöhe. Untersuchungen von Grahams sprechen dafür. Treten Durchfälle oder andere Beschwerden im Laufe der Behandlung auf, so wird die Bestrahlung um einige Tage verschoben. Röntgenkatererscheinungen kommen heute bemerkenswert selten vor. Die Strahlentherapie soll jedoch im Laufe von 3 Monaten beendigt sein. Patienten, die in der Krankenkasse versichert sind, invalidisieren wir oft aus psychischen Gründen für diese oder auch längere Zeit. Etwa 30% unserer Patienten sind in keiner Krankenkasse versichert, da bis jetzt die Kassenversicherung in Schweden nicht zwangsläufig ist. Viele dieser Frauen, welche keinen Kassenbeitrag erhalten könen,und dazu mehrere, bei denen es sich um ein Carcinom des Stadium I oder II handelt, verrichten ihre volle tägliche Arbeit sowohl in den Wochen zwischen den Radium-applikationen wie auch in den Wochen während der Röntgen-bestrahlungen. Meine obener-wöhnte Auffassung bezüglich der Arbeitsfähigkeit der Frauen hat ihren Grund in dieser Erfahrung.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1953

Authors and Affiliations

  • H.-L. Kottmeier
    • 1
  1. 1.StockholmSchweden

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