Advertisement

Im Deutschen Reich auf den Arzneimittelverkehr bezügliche gesetzliche und andere Bestimmungen

  • G. Klemperer
  • E. Rost

Zusammenfassung

Die Ausübung der Heilkunde ist im Deutschen Reich — abgesehen von der Behandlung der Geschlechtskrankheiten und der Krankheiten oder Leiden der Geschlechts-organe, die dem Arzt vorbehalten ist — grundsätzlich freigegeben (GewO. § 1; vgl. im übrigen §§ 6 und 56a); nur dem Apotheker ist die Ausübung der Heilkunst [Preußen1), ApBetrO. § 37], die Ausübung der Heilkunde (Thüringen, Hamburg), die Heilberatung und Behandlung von Menschen (Bayern), die Beratung und Behandlung in Krankheitsfällen bei Menschen (Braun- schweig) untersagt2). Ausnahmen sind für den Apotheker nur bei lebensgefährlichen Ver-letzungen, Vergiftungen, besonders eiligen Notfällen vorgesehen. Dem hinzukommenden Arzt ist hiervon sofort genaue Mitteilung zu machen [Preußen usw.1].

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1).
    Auf den „Verkauf von Arzneimitteln” findet die Gewerbeordnung nur in soweit Anwendung, als sie ausdrückliche Bestimmungen darüber enthält (§6, Abs. 1).Google Scholar
  2. 2).
    Jetzt Verordnung des Reichspräsidenten.Google Scholar
  3. 4).
    D. h. deren Abgabe den Apotheken vorbehalten ist (s. S. 750).Google Scholar
  4. 5).
    D. h. der in einem besonderen Verzeichnis (S. 750) aufgeführten Stoffe wie Atropin, Strychnin, Veronal u. a.Google Scholar
  5. 1).
    Um nur ein Beispiel aus neuerer ausländischer Gesetzgebung anzuführen, so heißt es im Food and drug act vom 30. Juni 1906 der Vereinigten Staaten von Amerika: „The term ,drug’ (d. i. Arzneimittel) shall include all medicines and preparations recognized in the United States Pharmacopoea or National Formulary for internal or external use, and any substance or mixture of substances intended to be used for the eure, mitigation or prevention of disease of either man or other animals.”Google Scholar
  6. 1).
    Die Stoffe des Verzeichnisses B dürfen außerhalb der Apotheken „nicht feilgehalten oder verkauft werden”, d. h. also zu keinem Verwendungszweck. Die im § 367, 3 StrGB. ent- haltene Strafbestimmung bedroht den mit Strafe, der solche „Arzneien” feilhält, verkauft oder an andere überläßt (nicht aber diese Mittel zu wirtschaftlichen u. dgl. Zwecken).Google Scholar
  7. 2).
    Deshalb ist es in Apotheken nicht verboten, etwaige nicht von Ärzten ausgestellte Verschreibungen auf Arzneien, wenn sie lediglich aus solchen Mitteln bestehen, die im Hand- verkauf der Apotheken abgegeben werden dürfen, also nicht rezeptpflichtig sind, anzufertigen (Preußen).Google Scholar
  8. 3).
    Rezeptpflichtig sind auch einzelne Geheimmittel (s. S. 806), ferner Tuberkuline, Lami- nariastifte (s. S. 755).Google Scholar
  9. 1).
    Die Klammerbemerkung soll wohl bedeuten „im Sinne eines Rezepts”; sonst würde von Rezept gesprochen und dieser Fachausdruck durch die Worte „schriftliche. . . An-weisung” in der Klammer erläutert worden sein.Google Scholar
  10. 2).
    Die Rezeptformulare sind, ebenso wie die zu ihrer Herstellung eventuell ver-wendeten Stempel, im Sprechzimmer vor Entwendung zu sichern.Google Scholar
  11. 1).
    Die Worte „Nach Bericht” sollten auf jeden Fall vermieden werden.Google Scholar
  12. 2).
    C. Binz, Rezeptsünden und ihre Folgen. 2. Aufl. Berlin 1899.Google Scholar
  13. 3).
    Vgl. E. Rost, Die medizinalpolizeiliche Bedeutung des Deutschen Arzneibuchs in: Die Untersuchung der Arzneimittel des D. A. B. 6. herausg. v. Th. Paul, 8.290. Berlin (J. Springer) 1927.Google Scholar
  14. 1).
    Siehe Fußnote auf S. 747.Google Scholar
  15. 2).
    „Verzeichnis der Arzneimittel nach dem D. A. B., 6. Ausg. 1926 (Series medica-minum)”. Es sind 172 Arzneimittel als in jeder Apotheke stets vorrätig zu halten durch Stern-chen gekennzeichnet. Mittel, die auch unter wortgeschütztem Namen im Verkehr sind, dürfen auch allein als solche Spezialpräparate oder Spezialitäten (abgepackte Tabletten) vorhanden sein.Google Scholar
  16. 1).
    In Thoms’ Handbuch der prakt. u. wissensch. Pharmazie I, 1924, S. 54, heißt es: „Der Apotheker, der ein stark wirkende Mittel enthaltendes Medikament anfertigt und abgibt, ohne sich zu vergewissern, ob die ordinierende Person ein approbierter Arzt ist, handelt fahrlässig.”Google Scholar
  17. 1).
    Ärztliche Sperrvermerke auf Rezepten auf nicht rezeptpflichtige Arzneimittel braucht der Apotheker nicht zu berücksichtigen.Google Scholar
  18. 2).
    Nicht jedes der im D. A. B. aufgeführten Mittel ist im strengen Sinne Arznei mittel (S. 748), wohl aber ein Mittel, das im Einzelfall als Arzneimittel angesehen werden kann (Zahnpulver S. 244), oder das zur Bereitung von Arzneien dienende Extractum Faecis (für Pillenbereitung, S. 372) sowie Dextrinum (für Extraktbereitung S. 354).Google Scholar
  19. 1).
    Das D. A. B. ist also nicht nur ein „Arzneimittel”-Vorschriftenbuch, sondern auch ein „Arznei”-Vorschriftenbuch.Google Scholar
  20. 2).
    Das D. A. B. ist — wohl wie in anderen Staaten — in einem Gesetzblatt nicht veröffentlicht; es ist vielmehr im Buchhandel erschienen und durch ihn zu beziehen. Dem D. A. B. ist eine Bekanntmachung des Reichsministers des Innern vorgedruckt, durch die bekannt- gegeben wird, daß der Reichsrat beschlossen hat, daß das D. A. B., 6. Ausgabe zu einem be- stimmten Zeitpunkt (1. Jan. 1927) an Stelle der früheren Ausgabe tritt. Die Regierungen der Länder des Reichs haben ihrerseits Einführungsverordnungen erlassen. — Die nachfolgende Übersicht (s. S. 766) läßt unter anderem ohne Gewähr erkennen, wie in anderen Staaten (soweit dies aus den Pharm, zu ersehen ist) die Einführung erfolgt ist und daß die Vorschriften der Pharm, bindend für den Apotheker sind.Google Scholar
  21. 3).
    Alles Nähere siehe in der „Vorrede” zum D. A. B.Google Scholar
  22. 1).
    Man bezeichnet diese Präparate auch heute noch bisweilen fälschlich alsgalenische Präparate, obwohl Galenus niemals allgemeine Vorschriften zur Arzneibereitung gegeben hat. Die Bezeichnungen Remedia Galenica, worunter man die aus dem Altertum überkommenen Drogen und Arzneiformen verstand, und Remedia Spagirica für die mineralisch-chemischen Präparate rühren von dem Gegensatz zwischen den Anhängern des Galenus und des Para-celsus her.Google Scholar
  23. 2).
    Auch in einigen anderen Pharm., vgl. die nachfolgende Übersicht., S. 766 u. 767 ff., Spalte 10.Google Scholar
  24. 1).
    Anlage VIII, Tabelle A des Arzneibuchs s. S. 798).Google Scholar
  25. 2).
    Die Bezeichnung „Maximaldosen” ist erst später aufgekommen.Google Scholar
  26. 1).
    Bei dieser klaren Sachlage ist der Rat L. Lewins in den „Formulae magistrales Germanicae” (Berlin, 1927, S. 9), es sei vorzuziehen, eine Überschreitung der Maximaldosen zu unterlassen, unbedingt abzulehnen.Google Scholar
  27. 1).
    Preußische Apotheken-Betriebsordnung (§30): „die einzelnen Bestandteile (eines Rezeptes) dürfen nicht abgemessen, sondern müssen abgewogen werden”.Google Scholar
  28. 1).
    (einschl. Herrichtungsgebühr).Google Scholar
  29. 2).
    Für die zum Streichen eines Pflasters erforderliche Leinwand, das Leder oder das Seidenzeug ist der aus der Preisliste der Arzneimittel (der D.A.T.) ersichtliche Preis des gleich-großen Stückes Collemplastrum adhaesivum einzusetzen.Google Scholar
  30. 1).
    Als erste Pharm, hat die Japanische auf die Empfehlung H. Hayashis, Tokio, hin die Auswertung der Fol. Digital, am Froschherzen (S. 357) und die Bereitung der Tinct. Digital, aus solchen Blättern von bestimmtem pharmakologischem Wirkungswert vorgeschrieben.Google Scholar
  31. 1).
    d. h. es kommt auf die Ähnlichkeit an, welche die von der Arznei bei Gesunden hervorgerufenen Zeichen mit den Zeichen der zu behandelnden Krankheit haben.Google Scholar
  32. 2).
    Nachstehende Ausführungen beziehen sich vorwiegend auf preußische Verhältnisse.Google Scholar
  33. 1).
    Arzneimittelabgabestellen in Krankenhäusern, Sanatorien, Ordensanstalten usw., die nicht von einem approbierten Apotheker geleitet sind, werden im allgemeinen als Dispensier-anstalten bezeichnet. — In Preußen ist die Verwaltung von Krankenhausapotheken durch Mit-glieder von anerkannten geistlichen Genossenschaften (Diakonissen, Diakonen, barmherzigen Schwestern und Brüdern) zulässig, wenn diese nach Ausbildung in einer Apotheke eine Prüfung bestanden haben und wenn die Anstalten unter Leitung einer derartigen Genossenschaft stehen und letztere nicht nur die Fürsorge für Krankenpflege übernommen hat.Google Scholar
  34. 2).
    Vgl. die im Reichsgesundheitsamt bearbeitete „Anleitung zur Gesundheitspflege auf Kauffahrteischiffen”, 5. Aufl. Berlin 1913, J. Springer. Die angezogene Bekanntmachung wird demnächst revidiert erscheinen.Google Scholar
  35. 8).
    Siehe S. 810.Google Scholar
  36. 1).
    Verlag der Buchhandlung des Verbandes der Ärzte Deutschlands. Leipzig. — Hier auch die Richtlinien des Reichsausschusses abgedruckt.Google Scholar
  37. 2).
    Reichsversicherungsordnung vom 19. Juli 1911. In den nachfolgenden Ziffern 1–25 wird dieses Buch der Deutschen Arzneimittelkommission zugrunde gelegt.Google Scholar
  38. 1).
    Hier wäre noch der von Dermatologen vielfach bevorzugte, wohlfeile Adeps suillus zu nennen. (Der Verf.)Google Scholar
  39. 1).
    Sparsame, sachgemäße Krankenbehandlung mit Leitsätzen des Reichsgesundheitsrats. Unter Mitwirkung von Fachgelehrten. Herausgegeben durch Geheimen Medizinalrat Professor Dr. F. Kraus, Mitglied des Reichsgesundheitsrats. Mit einem Vor-wort des Reichsgesundheitsamts. Zweite, erweiterte Auflage. VI, 262 Seiten. 1927. RM. 4.80.Verlag von Julius Springer, Berlin.Google Scholar
  40. 2).
    In Belgien soll Salvarsan und Neosalvarsan an Minderbemittelte unentgeltlich abgegeben werden (Jahresbericht des Conseil superieur d’hygiene publique, 1920).Google Scholar
  41. 2).
    Reichs-Gesundheitsblatt 1928, Nr. 46, S. 742. (Zitat S. 631 aufgehoben.)Google Scholar
  42. 1).
    d. h. ebensowohl als Heilmittel im engeren Sinne dieser Verordnung wie als Ver hütungsmittel.Google Scholar
  43. 1).
    Entsprechend der Überschrift „Geheimmittel und (diesen) ähnlichen Arzneimitteln”.Google Scholar
  44. 2).
    z.B. „Epilepsieheilmittel Quantes (auch als Spezificum oder Gesundheitsmittel Quantes)“ usw.Google Scholar
  45. 3).
    Die Überweisung des Verkaufs in die Apotheken ermöglicht die bessere Über wachung der Einhaltung der medizinalpolizeilichen Vorschriften.Google Scholar
  46. 4).
    Also auch in der medizinischen und pharmazeutischen Fachpresse nicht.Google Scholar
  47. 5).
    Der im nachfolgenden Text vorgenommene Sperrdruck findet sich nicht in den amtlichen Veröffentlichungen,Google Scholar
  48. 1).
    § 5. Zuwiderhandlungen werden, falls nicht nach den allgemeinen Strafgesetzen eine härtere Strafe eintritt, mit einer Geldstrafe bis zu 60 RM. (150 RM.), im Unvermögens-fallc mit entsprechender Haft bestraft. 2) Neuerdings aufgenommen.Google Scholar
  49. 1).
    s. auch S. 810 ff.Google Scholar
  50. 1).
    Auf Grund dieses § 2, Abs. 5 soll die geplante Verordnung der Reichsregierung über die Verschreibung der Stoffe des Opiumgesetzes und ihre Abgabe in Apotheken erfolgen. Der Verf.Google Scholar
  51. 2).
    Auf Grund dieses § 6 ist geplant, Eukodal, Dicodid, Dilaudid und Paramorfan dem Opiumgesetz zu unterstellen. Der Verf.Google Scholar
  52. 1).
    Die Opiumstelle befindet sich im Reichsgesundheitsamt, Berlin NW 87, Klopstockstr. 18.Google Scholar
  53. 1).
    S. auch Alcohol methylicus, S. 131/132 und Spiritus denaturatus, S. 130/131.Google Scholar
  54. 2).
    Deutsche Übersetzung. Veröffentl. des Kaiserl. Gesundheitsamts, 1907, Nr. 12.Google Scholar
  55. 3).
    Bei einzelnen Mitteln im vorstehenden Arzneimittel-Verzeichnis (Teil II) berück-sichtigt (P. l.).Google Scholar
  56. 1).
    Artikel 1 enthält aber eine Vorschrift für Vinum stibiatum! (Der Verf.)Google Scholar
  57. 1).
    Zur Ausführung gelangt (S. 769).Google Scholar
  58. 1).
    Übersetzung (ohne Gewähr) aus II. Conference internationale pour l’unification de la formule des medicaments heroi’ques. Bruxelles (21.—29. Septembre 1925). — Protocole final et Projet d’arrangement international. Le Ministre de l’Interieur et d’Hygiene. Bruxelles.Google Scholar
  59. 2).
    s. 8. 815.”Google Scholar
  60. 1).
    Hier nicht abgedruckt. Die vorgeschlagenen Max.-Dos. sind bei den einzelnen Arzneimitteln im Teil II dieses Buches als „Int. Vorschi.” berücksichtigt.Google Scholar
  61. 1).
  62. 2).
    L’Organisation d’hygiene de la Societe des Nations.Google Scholar
  63. 1).
    In Genf (S. 778).Google Scholar
  64. 1).
    L’Organisation d’hygiene de la Societä des Nations.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1929

Authors and Affiliations

  • G. Klemperer
    • 1
  • E. Rost
    • 2
  1. 1.IV. Mediz. UniversitätsklinikStädt. Krankenhaus MoabitBerlinDeutschland
  2. 2.ReichsgesundheitsamtsUniversität MitgliedBerlinDeutschland

Personalised recommendations