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Normale Vererbung und Entartung

  • Oswald Bumke
Chapter
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Part of the Monographien aus dem Gesamtgebiete der Neurologie und Psychiatrie book series (MONOGRAPHIEN, volume 1)

Zusammenfassung

In den beiden folgenden Kapiteln soll versucht werden, die Tatsachen zunächst der normalen Vererbung, sodann die der Übertragung von Krankheiten von einer Generation auf die andere möglichst rein, losgelöst von allen theoretischen Spekulationen, unter dem Gesichtswinkel unserer speziellen Fragestellung darzustellen. Die wichtigsten, durch unser Thema gestellten Fragen lauten: Ist Entartung in dem eben definierten Sinne unter bestimmten Umständen als Wirkung bekannter Vererbungsgesetze denkbar; und ferner: kann sich eine irgendwie sonst entstandene Degeneration auf Grund von diesen oder von irgendwelchen anderen Gesetzen ausbreiten und verstärken?

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Notes

Literatur

  1. 1).
    Hier seien genannt die Beo bachtungen von Karp1usüber das familiäre Auftreten bestimmter Windungstypen des menschlichen Gehirns, die statistischen Feststellungen von Pear son und Weinberg über die Vererbung der gesundheitlichen K onstitutionen und der durchschnittlichen Lebensdauer und ganz besonders endlich die Untersuchungen Galtons über die Erblichkeit der Intelligenz und ü ber die familiäre Häufung bestimmter Talente. Besonders bekannt geworden ist in dieser Beziehung z. B. die Vererbung der musikalischen Begabung in der Familie Bach und des mathematischen Talents bei den Bernouillis.Google Scholar
  2. 1).
    Nur wenn die vom Durchschnitt sehr abweichenden Ergebnisse von Mar y1 and mitberücksichtigt werden, war das Verhältnis 1: 1761.Google Scholar
  3. 2).
    Vgl. später S. 58.Google Scholar
  4. 1).
    Trotz Semons Protest, vgl. Fortschr. d. naturw. Forschg. 1911.Google Scholar
  5. 1).
    Bisher ist übrigens nur die Übertragung von der Mutter bewiesen, die mit Vererbung gewiß nichts zu tun hat.Google Scholar
  6. 2).
    Nur betont er, daß alle bisherigen Versuche ohne Rücksicht auf die sensible Periode (vgl. später) vorgenommen seien.Google Scholar
  7. 1).
    Um Einwänden zu begegnen , sei erwähnt, daß Brown- S é q u a r d auch anderes, z. B. Veränderungen der Ohrform durch Sympathikusdurchschneidung oder den Verlust von Zehen (die sich die Tiere fortgefressen hatten), sich vererben sah. Dagegen ist grundsätzlich zu bemerken, daß bei solchen gelegentlichen Beobachtungen die Wirkung einer primären Anlage und die Möglichkeit zufälliger Variationen in ganz anderer Weise ausgeschlossen werden muß, als es hier geschehen ist. Tatsächlich wird dieser Teil der Brown- Sé quard schen Ergebnisse heute wohl von niemand mehr verteidigt.Google Scholar
  8. 1).
    Von blastogener „Vererbung“ zu sprechen, ist inkorrekt; denn das Wesen der blastogenen Veränderung liegt doch gerade in einer Durchbrechung der konservativen Vererbungsgesetze. Erst das schon veränderte Tier „vererbt“ die Abänderung weiter.Google Scholar
  9. 2).
    Semons Protest gegen diese Bezeichnung erscheint uns ebenso ungerechtfertigt, wie seine Behauptung, die Mneme — Hypothese sei von der Frage der Vererbung erworbener Eigenschaften nicht abhängig. Die Lehre von den Engrammen fällt in sich zusammen, wenn sich irgendwelche wichtigere Qualitäten in den Keimzellen nicht „abbilden“.Google Scholar
  10. 3).
    Zit. nach Goldschmidt.Google Scholar
  11. 4).
    Zit. nach Kammerer.Google Scholar
  12. 1).
    Zit. nach Haecker, dem wir unten wörtlich folgen.Google Scholar
  13. 1).
    Von mir gesperrt.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1912

Authors and Affiliations

  • Oswald Bumke
    • 1
  1. 1.Psychiatrischen und NervenklinikUniversität zu Freiburg I. B.Deutschland

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