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Untersuchung der Möglichkeiten für eine technologische Schmierstoffprüfung für Verfahren der Kaltmassivumformung

  • K. Lange
  • T. Gräbener
Part of the Dokumentation zum Forschungs- und Entwicklungsprogramm des Bundesministeriums für Forschung und Technologie (BMFT) book series (TRIBOLOGIE, volume 1)

Zusammenfassung

Im Rahmen des bearbeiteten Forschungsvorhabens “Untersuchung der Möglichkeiten für eine technologische Schmierstoffprüfung für Verfahren der Kaltmassivumformung” wurden zunächst die höchsten Werte der relativen mittleren Flächenpressung, der Relativgeschwindigkeit und der Oberflächenvergrößerung von sechs Kalt-massivumformverfahren zu einem Anforderungsprofil an Schmierstoff prüf verfahren zusammengefaßt.

Aus den bisher bekannten Prüfverfahren für Schmierstoffe der Kaltmassivumformung wurden zwei Stauch- und vier Ziehverfahren für die nähere Untersuchung der Belastungsverhältnisse in der Umformzone ausgewählt. Der entsprechenden Literatur wurden .die höchsten Werte der drei Beanspruchungsgrößen entnommen. Das damit erstellte Leistungsprofil wurde mit dem Anforderungsprofil der Kaltmassivumformverfahren verglichen.

Aus dieser Gegenüberstellung zeigte sich, daß die hohen Belastungen, die bei manchen Umformverfahren (z.B. NRFP) auftreten, von keinem Reibzahlermittlungsverfahren simuliert werden können. Das Ergebnis der Schmierstoffprüfung kann daher nur mit Einschränkungen auf die Praxis übertragen werden. Mit den Verfahren Streifenziehen und Ringstauchen wurden Schmierstoffprüfversuche durchgeführt und die Abhängigkeit der Flächenpressung von der Reibzahl und der Geschwindigkeitsein-fluß ermittelt. Während beim Streifenziehen die Flächenpressung mit zunehmender Reibzahl abnimmt, erfolgt beim Ringstauchen ein Anstieg, wobei die Absolutwerte höher liegen. Die Gründe für dieses abweichende Verhalten werden in den unterschiedlichen Reibverhältnissen, die bei Mischreibung auftreten können, vermutet. Ausgehend von dieser Betrachtung empfiehlt sich das Ringstauchen als (qualitatives) Schmierstoffprüfverfahren für das Kaltfließpressen, während das Streifenziehen zur Prüfung von Schmierstoffen für das Abstreckgleitziehen oder Verjüngen geeignet scheint.

Eine Variation der Ziehgeschwindigkeit beim Streifenziehen zeigte, daß eine mittlere Geschwindigkeit bei weitem die niedrigsten Reibzahlen liefert. Dies wird auf ein optimales Zusammenwirken reibungsvermindernder Einflüsse wie Temperatur (Viskosität), Schmierstofftransport u.a. zurückgeführt.

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Schrifttum

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Copyright information

© Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 1981

Authors and Affiliations

  • K. Lange
    • 1
  • T. Gräbener
    • 1
  1. 1.Institut für UmformtechnikUniversität StuttgartDeutschland

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