Advertisement

Einbeziehung des politischen Prozesses

  • Clemens Muth
Part of the Wirtschaftswissenschaftliche Beiträge book series (WIRTSCH.BEITR., volume 151)

Zusammenfassung

In unserer bisherigen Analyse haben wir uns auf ökonomische Argumente zur Beurteilung der Vorteilhaftigkeit der Mitgliedschaft in einer Währungsunion beschränkt. Die Entscheidung zum Verlassen eines gemeinsamen Währungsgebiets kann jedoch noch aus anderen, nicht durch die ökonomische Wissenschaft im engeren Sinne zu erklärenden Motiven, hervorgerufen werden. Der Austritt aus einer Währungsunion ist zunächst eine politische Entscheidung, er bedeutet mehr als die bloße Rückgewinnung des Wechselkursinstrumentariums, er stellt eine Abkoppelung von der Rest-Union, einen Rückgewinn an Souveränität dar. Im folgenden Kapitel 2 werden nun eine Reihe solcher außerökonomischer Faktoren besprochen, die zu Ursachen für den Austritt aus einer Währungsunion werden können. Das sich anschließende Kapitel 3 untersucht dann die Rolle politischer Entscheidungsträger bei der Austrittsentscheidung. Auch wenn diese beiden aus dem politischen Prozeß stammenden Faktoren in einer, der ökonomischen Analyse von Währungsdesintegrationen zugewandten, Arbeit vom Umfang nur recht kurz behandelt werden, kann ihre Wirkung und Relevanz für die Austrittsentscheidung nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Referenzen

  1. 194.
    Im deutschen Sprachgebrauch ist der Begriff des Nationalismus negativ besetzt und kann durch Patriotismus ersetzt werden.Google Scholar
  2. 195.
    Kohl, Helmut (1996, S. 130), Rede zur Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Universität Löwn, abgedruckt in: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung — Bulletin, Nr. 12/96, S. 129–131.Google Scholar
  3. 196.
    Vgl. auch Zarkovic-Bookman, Milica (1993, S. 14), The Economics of Secession, New York.Google Scholar
  4. 197.
    Für einen Überblick über Principal-Agent-Probleme vgl. z.B. Rees, Ray (1985), The Theory of Principal and Agent Part 1&2, in: Bulletin of Economic Research, Vol. 35, S. 326 und S. 75–95 oder Richter, Rudolf (1990), Sichtweisen und Fragestellungen der Neuen Institutionenökonomie, in: Zeitschrift für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Vol. 110, S. 571–591.Google Scholar
  5. 198.
    Vgl. Kane, Edward J. (1980, S. 208ff), Politics and Fed Policy Making — The More Things Change the More They Remain the Same, in: Journal of Monetary Economics, Vol. 6, S. 199–211 und Wooley, John T. (1984, S. 191), Monetary Politics, The Federal reserve and the Politics of Monetary Policy, Cambridge u.a.O.Google Scholar
  6. 199.
    Umgekehrt kann jedoch ein herannahender Wahltermin wiederum die Ursache eines Desintegrationsprozesses sein. So könnte ein regierender P olitiker mit einem mit der Desintegration einhergehenden außenpolitischen Konflikt eine Sammlung der Wähler hinter dem “nationalen Ziel” verfolgen, um etwa einer drohenden Abwahl aus innenpolitischen Motiven zu entgehen. Dieses Motiv der Desintegration entspricht dem in der Politologie entwickelten Motiv der Erklärung von Kriegen.Google Scholar

Copyright information

© Physica-Verlag Heidelberg 1997

Authors and Affiliations

  • Clemens Muth
    • 1
  1. 1.MünchenDeutschland

Personalised recommendations