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Ablauf und Wirkungen des Desintegrationsprozesses

  • Clemens Muth
Part of the Wirtschaftswissenschaftliche Beiträge book series (WIRTSCH.BEITR., volume 151)

Zusammenfassung

In der wissenschaftlichen Literatur ist mit der Diskussion um die Schaffung einer (west-)europäischen Währungsunion eine breite Debatte über mögliche Voraussetzungen für die Schaffung einer Währungsunion ausgelöst worden. Sein vorläufiges Ende fand diese Diskussion mit dem Abschluß des Europäischen Unions Vertrag 1991 auf dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Gemeinschaft in Maastricht. In Kapitel I.A.3 wurde der Vertrag eingehender in Bezug auf implizite Ansätze zu einer Theorie der Währungsdesintegration untersucht. Allgemeiner ist jedoch die Frage, ob es prinzipiell überhaupt möglich ist, Ansätze zur Währungsintegration quasi einfach umzukehren. Handelt es sich bei Währungsintegration und Währungsdesintegration um zwei gleiche Seiten derselben Medaille, des Wechsels der Währungsordnung?

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Referenzen

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    Selbst ein Drucken von Banknoten ist nicht zwingend erforderlich, es reicht bereits die Kennzeichnung der bisherigen Unionswährung. Siehe z.B. die Stempelaktionen in einigen Mitgliedstaaten der Kronenzone (Kapitel II.B).Google Scholar
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    So könnte etwa ein Gut, welches vor der Umstellung 0,99 Einheiten nationale Währung gekostet hat, nach einer Umstellung auf Unionswährung im Verhältnis von z.B. 1:2,12 dennoch 0,49 statt korrekt 0,466 Einheiten Unionswährung kosten. Vgl. auch Giovannini, Alberto (1991, S. 8f und Tab. 1, S. 14), The Currency Reform as the Last stage of Economic and Monetary Union: Some Policy Questions, CEPR Discussion Paper No. 591.Google Scholar
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    Der Mangel an erfahrenem geldpolitischem Personal ist eines der Hauptargumente des Internationalen Währungsfonds gegen die Einführung von nationalen Währungen in den Mitgliedstaaten der Rubelzone im ersten Halbjahr 1992. Siehe die einzelnen Länderkapitel in Teil II.C.3 sowie Kapitel II.C.4. Auch in der wissenschaftlichen Literatur und Presse taucht diese Argumentation immer wieder auf. Vgl. etwa Slay, Ben (1992, S. 510), Introducing National Currencies: Causes and Consequences, in: RFE/RL Research Report, Vol. 1, No. 30, S. 49–52.Google Scholar
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    Mit demselben theoretischen Argument wird das Inflationskriterium jedoch von wissenschaftlicher Seite auch kritisiert. Grundgedanke ist die auch empirisch zu belegende These, daß die volkswirtschaftlichen Kosten einer Desinflation mit der Glaubwürdigkeit der Desinflationspolitik abnehmen. Vor einer Währungsunion sei daher für Länder mit hoher Inflationsrate und wenig glaubwürdiger Notenbank die Höhe der volkswirtschaftlichen Kosten zur Erreichung des Inflationskriteriums höher als nach dem Beitritt zur Währungsunion, da die Europäische Zentralbank über mehr Glaubwürdigkeit verfüge als die nationale Notenbank eines Landes mit hoher Inflation. Die Kosten der Desinflation für Länder mit einer unglaubwürdigen Notenbank seien daher in einer EWU niedriger als vor dem Beitritt zur EWU (vgl. Masson, Paul R./ Taylor, Mark P. (1992, S. 56), Issues in the Operation of Monetary Unions and Common Currency Areas, in: IMF Ocassional Paper, No. 96, S. 37–72),Google Scholar
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    und die Forderung nach Inflationskonvergenz vor dem Beitritt zur Währungsunion eine Regel zur unnötigen Verschwendung volkswirtschaftlicher Ressourcen (vgl. Giovannini, Alberto (1990, S. 7f), The transition to European Monetary Union, Essays in International Finance, No. 178, Princeton). Die unterschiedliche Verwendung des gleichen theoretischen Arguments der Erwartungsänderung durch den Institutionenwechsel ist beispielhaft für die je nach Ausgangslage der betreffenden Staaten verschiedenen Interessen der Mitgliedstaaten bei den Verhandlungen von Maastricht.Google Scholar

Copyright information

© Physica-Verlag Heidelberg 1997

Authors and Affiliations

  • Clemens Muth
    • 1
  1. 1.MünchenDeutschland

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