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Deutsche Leistungen und deutsche Aufgaben in China

  • Fritz Wertheimer

Zusammenfassung

Als Rußland nach dem Abschluß des Friedens von Schimonoseki sich einmischte und sich mit den Bedingungen dieser Abmachung zwischen Japan und China nicht einverstanden erklärte, erfreute es sich des Beistandes von Frankreich und Deutschland. Im Gefühl seiner Ohnmacht gab Japan nach. Es war damals nach einem verlustreichen und kostspieligen Krieg, in dem die Chinesen trotz unglaublich schlechter Organisation sich recht gut geschlagen hatten, nicht imstande, mit den Waffen zu protestieren; so wurde die Kriegsentschädigung Chinas an Japan um 30 Millionen auf 230 Millionen Taels erhöht, und die verabredete Abtretung der Liaotung-Halbinsel an Japan unterblieb. Japan hat diese Einmischung Rußlands längst vergessen. Es hatte ja Gelegenheit, seine Rache an diesem Staate gründlich zu kühlen, und der spätere Sieg Japans im Kriege 1904/05 steigerte den Ruhm Japans als einer Großmacht mehr, als die Einmischung in den Frieden von Schimonoseki imstande gewesen war, das Ansehen Japans zu schwächen. Rußland Japan und China sind die drei Machtfaktoren, die um die Vorherrschaft in Ostasien zu ringen hatten. Im Jahre 1895 mußte eben Japan trotz allen Stolzes über den Sieg im Kriege mit China einsehen, daß es noch hinter Rußland rangiere. Es nahm diese Tatsache hin, und die folgende zähe diplomatische und militärische Arbeit, die von den Palastkämpfen in Seoul zu den Schlachtfeldern der Mandschurei fhrte, beweist, wie jene Erkenntnis aneifernd und belebend auf die Japaner gewirkt hat.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1913

Authors and Affiliations

  • Fritz Wertheimer
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

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