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Eine Untersuchung der Kaufkraftparitätentheorie

  • Tilmann Gerhards
Chapter
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Part of the Wirtschaftswissenschaftliche Beiträge book series (WIRTSCH.BEITR., volume 99)

Zusammenfassung

In dem ersten der nun folgenden Kapitel, die der empirischen Analyse theoretischer Modelle zur Erklärung des Verhaltens flexibler Wechselkurse gewidmet sind, wird das Konzept der Kaufkraftparitätentheorie (PPP) auf seine langfristige Gültigkeit untersucht. Es interessiert hierbei, ob die langfristige Entwicklung bilateraler Wechselkurse im Einklang mit der Preisentwicklung der betrachteten Volkswirtschaften steht. Gerade für eine derartige Untersuchung bietet sich der Kointegrationsansatz an. Existieren langfristige Kointegrationsbeziehungen zwischen diesen Variablen, dann sind diese geschätzten Relationen stationär, obwohl die einzelnen Zeitreihen für sich selbst einen nichtstationären Charakter aufweisen. Somit ist es das Ziel dieses Kapitels, erstens festzustellen, ob Kointegrationsbeziehungen existieren, und zweitens zu testen, ob diese Vektoren mit der PPP vereinbar sind. Da in diesem Kapitel das primäre Interesse auf der Ermittlung möglicher langfristiger Beziehungen zwischen den Variablen liegt, werden kurzfristige Anpassungsvorgänge und Fehler-Korrektur-Modelle nicht betrachtet (zu Modellierungen von Fehler-Korrektur-Modellen auf der Basis der Kaufkraftparitätentheorie siehe Gerhards [1993a]). Wir konzentrieren uns hier auf Kointegrationstests im Rahmen des Engle-Granger-Verfahrens (vgl. Abschnitt 5.2).

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Literatur

  1. 2.
    Bei den Preisindizes sind Anzeichen von 1(2) festzustellen. Eine genauere Untersuchung der Länder, für deren Zeitreihen die Nullhypothese abgelehnt wird, deutet darauf hin, daß die Ursache in den starken Veränderungen der Preise zu finden ist, die in diesen Ländern in den ersten Jahren nach dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems auftraten. Werden diese Zeitreihen für den verkürzten Zeitraum ab 1977 betrachtet, so kann auch für diese Werte die Annahme 1(1) nicht abgelehnt werden (siehe auch Gerhards [1993a]).Google Scholar
  2. 3.
    Die Anzahl der zeitverzögerten Werte k im ADF-Test wird so gewählt, daß die Residuen weißes Rauschen darstellten.Google Scholar
  3. 4.
    Die Kaufkraftparitaten pty werden dem gleichen Procederé unterworfen wie die Wechselkurse und Preise. Zuerst wird auf Drift-Term getestet und daraufhin auf Stationarität in der 1. Differenz. Als Resultat wird auch bei den Kaufkraftparitaten die Nullhypothese 1(1) nicht abgelehnt (siehe Gerhards [1993a]).Google Scholar
  4. 5.
    Auch der YEN/USD Wechselkurs ist in diesem Fall auf dem 10% Niveau signifikant. Dies ist jedoch zwischen den beiden Ländern das einzige Mal.Google Scholar
  5. 6.
    Dieses Ergebnis steht im Widerspruch zu Heri und Theurillat [1991], die für den DEM/FRF-Fall bei der Verwendung von Großhandelspreisen über einen Zeitraum von 1974 bis 1987 keine Kointegrationsbeziehungen festgestellt haben.Google Scholar
  6. 7.
    Um mit einer möglichst großen Stichprobe zu arbeiten, wurden hier Monatsdaten verwandt. Jedoch wurden auch mit Quartalsdaten keine signifikant davon abweichenden Werte geschätzt.Google Scholar
  7. 8.
    Dies stimmt mit dem Ergebnis von Corbae und Chilians [1988] überein, die für den Zeitraum von Juli 1973 bis September 1986 zwischen den USA auf der einen Seite und den Ländern Canada, Frankreich, Italien, dem Vereinigten Königreich und Deutschland auf der anderen Seite keine Kointegrationsbeziegungen hinsichtlich Wechselkursen und Preisen feststellen konnten.Google Scholar
  8. 9.
    Ardeni und Lubian [1991] stellen bei der Verwendung von Jahresdaten über einen Zeitraum von hundert Jahren (1978–1985) Kointegrationsbeziehungen zwischen den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich und Frankreich fest. Auch Edison [1987] ermittelt für 1890 bis 1978 proportionale und symmetrische Beziehungen zwischen den USA und dem Vereinigten Königreich.Google Scholar

Copyright information

© Physica-Verlag Heidelberg 1994

Authors and Affiliations

  • Tilmann Gerhards
    • 1
  1. 1.Investment/Research, SGZ-Bank, SüdwestdeutscheGenossenschafts-Zentralbank AGFrankfurt am MainDeutschland

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