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Die Umwandlungsprodukte des Radiums

  • E. Rutherford
Chapter

Zusammenfassung

Das Radium besitzt eine aufserordentlich viel stärkere Aktivität als irgend eines der übrigen Radioelemente. Dessenungeachtet zeigt es in seinen radioaktiven Eigenschaften doch eine Reihe auffallender Analogieen zum Thorium und Aktinium. So entwickelt auch Radium eine Emanation, aus der dann weiter eine „erregte Aktivität“ entsteht. Es fehlt jedoch in diesem Falle ein dem Thor X entsprechendes Zwischenprodukt, das in der Entwickelungsreihe zwischen dem Radioelemente selbst und seiner Emanation stände.

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Literatur

  1. 1.
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  5. 1.
    Nach neueren Versuchen von Bronson (Phil. Mag., Jan. 1906) lassen sich die Beobachtungen von Curie und Danne anders deuten, ohne dafs man nötig hätte, einen Einflufs der Temperatur auf die Umwandlungsgeschwindigkeit anzunehmen. Ein aktivierter Draht wurde kurze Zeit lang auf 700 bis 1100° C. erhitzt, und zwar nachdem man ihn in ein Glasrohr luftdicht eingeschmolzen hatte, so dafs keine flüchtigen Produkte bei den hohen Temperaturen entweichen konnten. Unter diesen Umständen war keine Veränderlichkeit der Abklingungs-konstanten mehr wahrzunehmen. Die Tatsache, dafs Curie und Danne einen Einflufs der Temperatur auf die Gestalt der Aktivitätskurve feststellen konnten, erklärt sich dadurch, dafs in ihrer Versuchsanordnung ein Teil der aktiven Substanz fortdestillieren konnte. Daher variierten, je nach dem Grade der vorangegangenen Erhitzung, die Mengenverhältnisse, in denen die Produkte B und C in dem aktiven Niederschlage enthalten waren. Nach Bronsons Messungen sind die richtigen Werte der Halbwertsperioden für Radium B und C 26 und 19 Minuten und nicht, wie oben angegeben, 28 und 21 Minuten. Ferner zeigte sich, dafs die kleinere Periode (von 19 Minuten) dem Radium C, nicht dem vorhergehenden Produkte B, beizulegen ist. Denn als man das Radium B einem aktivierten Drahte vollständig entzogen hatte, nahm die restierende Aktivität des letzteren in je 19 Minuten um die Hälfte ab. (Vgl. auch Anm. auf pag. 408.) Google Scholar
  6. 1.
    Miss Brooks, Nature, 21. Juli 1904.Google Scholar
  7. 1.
    Neuere Untersuchungen von H. W. Schmidt (Physik. Ztschr. 6, p. 897, 1905) brachten weiteren Aufschlufs über die Frage, warum die Kurven I und III sich nicht decken. Es zeigte sich, dafs die Umwandlung des Produktes B nicht, wie von uns angenommen wurde, ohne Strahlung erfolgt, sondern dafs von dem Badium B β-Strahlen emittiert werden, deren Durchdringungsvermögen etwas gröfser ist als das der α-Strahlen, die aber weit stärker absorbiert werden als die β-Strahlen des Badium C. Wird diesem Umstände Bechnung getragen, so dürfte unsere Theorie, da/s die Produkte Badium A, B und C stufenweise auseinander entstehen, in ihren Konsequenzen vollkommen mit den Versuchsergebnissen übereinstimmen. Dies wird durch folgende Beobachtung Schmidts wahrscheinlich gemacht: Wird die Intensität der erregten β-Strahlung nach kurzer Expositionsdauer als Funktion der Zeit bestimmt, so steigt die Aktivitätskurve nur dann binnen 36 Minuten (vgl. Fig. 89) auf ein Maximum, wenn man durch Einschaltung eines Schirmes von geeigneter Dicke dafür sorgt, dafs die vom Badium B ausgehenden β-Strahlen nicht zur Wirksamkeit gelangen. Werden dünnere Schinne benutzt, die für diese Strahlen noch zum Teil durchlässig sind, so wird das Maximum schon zu einem früheren Zeitpunkte erreicht. β-Strahlen werden von Badium B jedenfalls nicht emittiert; die oben entwickelte Theorie der Umwandlung des aktiven Nieder Schlages behält daher strenge Gültigkeit für die β-Aktivität.Google Scholar
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    E. Rlitherford, Phil. Mag., Nov. 1904. Nature, 9. Febr. 1905, p. 341.Google Scholar
  9. 1.
    E. Rutherford, Nature, p. 341, 9. Febr. 1905.Google Scholar
  10. 2.
    W. Marckwald (Ber. d. D. Chem. Ges. 1905, p. 591) fand neuerdings für die Halbwertsperiode seines Eadiotellurs den Wert 139 Tage.Google Scholar
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    St. Meyer und E. v. Schweidler, Wien. Ber., 1. Dez. 1904.Google Scholar
  12. 1.
    E. Rutherford, Phil. Trans A, p. 169, 1904.Google Scholar
  13. 1.
    Neue Versuche von Frau Curie (C. R. 142, p. 273, 1906; Physik. Ztschr. 7, p. 146,1906) ergaben, dafs die Aktivität der Poloniumpräparate in je 140 Tagen um die Hälfte abnimmt. Dadurch ist die Identität der radioaktiven Bestandteile des Radiotellurs und Poloniums endgültig bewiesen (s. a. W. Marckwald, Physik. Ztschr. 7, p. 369, 1906). Biese Substanz ist aber wieder nichts anderes als Radium F.Google Scholar
  14. 1.
    K. A. Hofmann, L. Gonder und V. Wölfl, Ann. d. Phys. 15, p. 615. 1904.ADSCrossRefGoogle Scholar
  15. 1.
    Inzwischen hat diese Auffassung durch genaue Messungen von Meyer und v. Schweidler (Wien. Ber., 6. Juli 1905) eine vorzügliche Bestätigung erfahren. Wurden Palladiumbleche in eine Radiobleilösung eingetaucht, so nahmen sie eine Aktivität an, die sowohl aus α-wie aus β-Strahlen bestand. Jede der beiden Teil-akiivitäten nahm in exponentieller Weise ab. Die β-Aktivität besafs eine Halb-wertsperiode von 6,2 Tagen, sie stammte demnach von einem Produkte, das mit Radium E identisch war. Als Quelle der α-Strahlung konnte andererseits nur Badium F in Betracht kommen, da sich ihre Intensität in 135 Tagen um die Hälfte verringerte. Meyer und v. Schweidler untersuchten ferner den aktiven Niederschlag von geringer Umwandlungsgeschwindigkeit und gelangten dabei zu Resultaten, die mit denen des Verfassers sehr gut übereinstimmten. Es kann daher nunmehr als definitiv erwiesen gelten, dafs im Radioblei für gewöhnlich die drei Radiumprodukte I), E und F enthalten sind, so dafs man diesen Körper auch als Muttersubstanz des Poloniums ansehen kann. Vor kurzem hat Giesel (Ber. d. D. Chem. Ges. 1906) unmittelbar aus der Pechblende ein β-Strahlen lieferndes Produkt abgeschieden, dessen Halbwertsperiode er zu 6,1 Tagen bestimmte. Offenbar ist auch diese Substanz mit Radium E identisch.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1907

Authors and Affiliations

  • E. Rutherford
    • 1
  1. 1.Mc Gill-Universität zu MontrealCanada

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