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Grundzüge der geschichtlichen Entwicklung

  • Otto Rehm
Part of the Monographien aus dem Gesamtgebiete der Neurologie und Psychiatrie book series (MONOGRAPHIEN, volume 17)

Zusammenfassung

Manie und Melancholié gehören zu den Krankheitsbezeichnungen, die von Hippokrates und Galen im Altertum für Zustände von Erregung und Verstimmung gebraucht wurden. Die beiden Ausdrücke haben sich bis in die neueste Zeit erhalten; die Begriffe haben sich allerdings mannigfaltigen Änderungen unterwerfen müssen. Während als Melancholie das Bild der Schwermut galt, verstand man unter Manie ganz im allgemeinen die Tob-sucht; so kam es, daß manche Bilder von Melancholie, nämlich solche, die mit tobsüchtiger Erregung einhergingen, als Manie bezeichnet wurden. Es wurde also die Schwermut in manchen Zuständen der Manie untergeordnet. Manie und Melancholie wurden als Bezeichnung eines Symptomenkomplexes bis in die neueste Zeit von einzelnen Psychiatern gebraucht, die sich nicht entschlieÜen konnten, die beiden Begriffe bestimmten Krankheitsformen bei-zulegen. So sprechen heute noch Einzelne von manischen bzw. melancholischen Zuständen bei Epilepsie, Dementia praecox, Paralyse usw., Bezeichnungen, die man besser aufgeben würde im Interesse der Verständigung sowohl unter den Psychiatern, als auch der Psychiatrie mit der übrigen Medizin. Es empfiehlt sich, symptomatisch die Schwermut als „Depression“ zu bezeichnen; also von depressiven Zuständen (Affektveränderungen) bei den verschiedenen Erkrankungen, zu sprechen.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1919

Authors and Affiliations

  • Otto Rehm
    • 1
  1. 1.Bremischen StaatsirrenanstaltDeutschland

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