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Medicinalflora pp 137-566 | Cite as

Angiospermen

Monocotylen und Dicotylen
  • Carl Müller

Zusammenfassung

Die Angiospermen oder Bedecktsamigen sind diejenigen Blüthenpflanzen, deren Samenanlagen (Ovula) im Innern eines geschlossenen Fruchtknotens (des Ovariums) liegen, welcher sich im einfachsten Falle aus nur einem einzigen Fruchtblatte (Carpell oder Carpid) bildet, doch können zur Constituirung eines Fruchtknotens auch zwei und mehr, selbst viele Fruchtblätter zusammentreten, welche dann mit ihren Randsäumen oder mit grösseren Flächenstücken längs den eingeschlagenen Rändern verwachsen1). Es entsteht dabei eine einfache Fruchtknotenhöhle, oder es bilden sich mehrere Fruchtknotenkammern (Fächer). Die Spitzen der Fruchtblätter setzen sich über dem Fruchtknoten fort, entweder getrennt bleibend und dann mehrere „Griffel“ darstellend, oder sie verwachsen wie die den Fruchtknoten bildenden Blatttheile zu einem fadenförmigen oder säuligen Organ, welches den Fruchtknoten krönt. Ein derartiger einfacher Griffel spaltet dann bisweilen am oberen Ende in so viel Spitzen (Griffelschenkel) aus einander, als Fruchtblattspitzen vorhanden sind, oder er endet stumpf, lappig oder knopfig. Die Spitze des Griffels, die Narbe, bildet den die Empfängniss vermittelnden äusseren weiblichen Geschlechtsapparat. Sie hält den auf sie fallenden Blüthenstaub (Pollen) fest, welcher die als Pollenschläuche bezeichneten Keimfäden aussendet, die, den Griffel durchwachsend, bis an, resp. in die Samenanlagen getrieben werden.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1890

Authors and Affiliations

  • Carl Müller
    • 1
    • 2
  1. 1.pflanzenphysiologischen Institut der UniversitätDeutschland
  2. 2.botanischen Institutköniglichen landwirthschaftlichen Hochschule zu BerlinDeutschland

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