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Morphologie

  • Carl Müller
Chapter

Zusammenfassung

Das Verständniss wissenschaftlicher Werke hängt allemal von gewissen Vorkenntnissen ab, deren Nichtbesitz dem Leser entweder den Inhalt des vom Autor Gebotenen völlig verschliesst — und dann wandert das ßuch in die Rumpelkammer, Leser und Autor sind unbefriedigt — oder der Leser arbeitet sich mit dem Schatz seines Wissens durch die Darstellung hindurch, dann ist ihm das Buch eine Qual und der geistige Gewinn obenein ein fraglicher. Diese Gefahren wachsen, wenn sich ein Buch nicht an die Fachgenossen seines Autors wendet, sondern vielmehr einem Leserkreise dargeboten wird, welcher wohl an dem Vorgetragenen regsames Interesse hat, dem aber doch näher liegende Berufspflichten weder Zeit noch Musse lassen, seine ganze Kraft einem ihm nebensächlichen, wenn auch wichtigen Wissenszweige zu widmen. Hier giebt es für den Autor keinen anderen Ausweg, als den Grundsätzen zu folgen: Bringe nicht mehr, als nothwendig ist; mache deinem Leser die Sache so leicht und bequem als möglich; setze aber vor Allem nichts voraus, was dir selbst zwar als selbstverständlich erscheint — ohne es zu sein, und erkläre lieber mit wenigen Worten das Nöthigste, ohne weitschweifig zu werden. Nichts ist ja lästiger als ein Buch, dessen Lectüre voraussetzt, dass man ein anderes als Commentar neben sich liegen habe.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1890

Authors and Affiliations

  • Carl Müller
    • 1
    • 2
  1. 1.pflanzenphysiologischen Institut der UniversitätDeutschland
  2. 2.botanischen Institutköniglichen landwirthschaftlichen Hochschule zu BerlinDeutschland

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