Advertisement

Zusammenfassung

Wiewohl die französische Regierung seit frühen Zeiten den Angelegenheiten des Handels — wie wir solches bei der geschichtlichen Entwicklung des Obersten Handelsraths noch besonders sehen werden — eine ausserordentlich lebhafte Fürsorge zu Theil werden liess, ist von einem eigentlichen Handelsministerium in Frankreich doch erst im 18. Jahrhundert die Rede. Ueberhaupt datirt die Schaffung von Ministerien dort erst aus der Regierungszeit Ludwig XIII., welcher unter dem 11. März 1626 vier verschiedene Ressorts der Staatsverwaltung einführte: die Ministerien des königlichen Hauses, der auswärtigen Angelegenheiten, des Innern, des Krieges und der Marine. Die Interessen des Handels und der Gewerbe waren dabei dem Ministerium des Innern zugetheilt. Ludwig XIV. behielt diese Organisation im Allgemeinen bei, und erst nach seinem Tode erfuhr die gesammte oberste Staatsverwaltung eine Reform, nach welcher die Ministerien durch einen Regentschaftsrath von 70 Personen ersetzt wurden, welcher sich in sieben Unterabtheilungen zergliederte, deren eine auch speciell dem Handel gewidmet war. Jedoch schon im Jahre 1718 wurden auf Vorstellungen des Parlaments diese Raths-collegien wieder aufgelöst und abermals fünf Ministerien eingerichtet.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Referenzen

  1. Die Angaben über das Decret von 1810 sind aus einem Berichte vom 14. Mai 1816, bezüglich eines Entwurfs der Reorganisation des Generalrathes, geschöpft. Die Decrete von 1810 sind nicht in das Gesetzblatt aufgenommen worden, und es ist trotz der minutiosesten Recherchen unmöglich gewesen, irgend ein diesbezügliches, sicheres Document aufzufinden. Man findet nur einen Rapport aus dem demselben beigefügten Decretalentwurfe, welcher von den vorhergehenden Renseignements sehr abweicht.Google Scholar
  2. Die betreffende Ordonnanz ist nicht in das Gesetzblatt aufgenommen worden. Sie findet sich reproducirt in der Sammlung der Circulare des Ministeriums des Innern (Band 3, Seite 30) im Verfolg eines ministeriellen Circulars vom 9. Februar 1819.Google Scholar
  3. Ein Gesetz vom 2. August 1829 hatte dem alten Ministerium des Handels und der Manufacturen einen Credit bewilligt. Durch eine Ordonnanz vom 8 Dezember 1829 wurde ein Fonds von Fr. 301,800 von diesem Credit abgetreont und für den Betrieb des Bureaus zur Disposition des Ministerpräsidenten gestelltGoogle Scholar
  4. Das der Ordonnanz beigefügte Tableau wurde durch die Ordonnanzen vom 10. October 1833, 17. Mai 1837, 9. November 1841 modificirt, als die Berathungs-kammeru, welche einen Theil des Generalraths bildeten, Handelskammern wurdenGoogle Scholar
  5. Der dem Betriebe des Bureaus bewilligte Credit, welchen eine Ordonnanz vom 2. Dezember 1830 dem Finanzministerium zugetheilt hatte, wurde durch Ordonnanz vom 7. Mai 1831 dem Ministerium der öffentlichen Arbeiten zugewiesen.Google Scholar
  6. Um in der Schilderung derjenigen Institutionen vollständig zu sein, welche successive der Verwaltung zur Information derselben über Angelegenheiten des Handels und der Industrie in Frankreich zur Seite gestellt worden sind, haben wir hier noch das Berathungscomité der Künste und Manufacturen (des arts et des manufactures), gewissermassen eine technische Deputation, zu erwähnen. Dieses Comité, creirt durch ein Decret vom 16. October 1791, hat mehrfache Transformationen erlitten und fungirt heute nach einem Decret vom 5. Januar 1861.Google Scholar
  7. In Gemäsheit dieses Decrets ist das Comité mit dem Studium und der Prüfung aller den Handel und die Industrie interessirenden Fragen beauftragt, welche ihm durch del Minister in Gemässbeit der Gesetze und Reglements zugewiesen werden, oder über welche der Minister es für angezeigt erachtet, das Comité zu consultiren.Google Scholar
  8. Die Zusammensetzung des Comites ist durch Decret vom 5. Januar 1861 und durch Decrete vom 29. September 1869 und 25. Januar 1872 näher festgesetzt.Google Scholar
  9. 1.
    Zur Zeit der Emanation des Rankgesetzes vom 14. März 1875 bestanden im Deutschen Reich ausser der zur Reichsbank umgewandelten Preussischen Bank noch 32 Privatnotenbanken mit den verschiedenartigsten Verfassungen und Organisationen.Google Scholar
  10. Vgl. die Bemerkung des Reichstagsabgeordneten v. Bennigsen in den Sten. Ber. des constituirenden Reichstags 1867 Bd. I. S. 376 Sp. 1.Google Scholar
  11. Damals konnte Herr von Schön, Oberpräsident von Preussen, ein Mann von sonst ausserordentlichem politischen Verdienste, den bülfesuchenden Kaufleuten der bedeutendsten preussischen Handelsplätze und Häfen auf ihre Klagen ungerügt antworten: „Bauern, Bauern müssen wir Alle werden; im Ackerbau steckt unser Reichthum.“Google Scholar
  12. Vgl. wegenGoogle Scholar
  13. 1.
    Nach Massgabe des Inhalts des Handelsregisters: Ma. 1. T. 1. D. 1. E. 1.Google Scholar
  14. 2.
    Nächste Umgegend: B. 1. Ma. 1. Me. 2.Google Scholar
  15. 3.
    Sonstige Zahlungseinstellung: D. 3. E. 3Google Scholar
  16. 4.
    St 1. Ma. 1. 2 T. 1. D. 1. E. 1.Google Scholar
  17. 5.
    B. 1. Ma 1. D. 1.Google Scholar
  18. 6.
    B. 1. (9.) St 1. 7. D. 1. E. 1.Google Scholar
  19. 7.
    Actiengesellschaften den Frauen gleichgestellt: B. 5. 6.Google Scholar
  20. 8.
    St. 3. 4. Ma. 2. 7. D. 2. 5. E. 2. 5.Google Scholar
  21. 9.
    Bei Ordnungsstrafen: B. 43. St. 49. T. 65Google Scholar
  22. 10.
    Danzig allein spricht eine Verpflichtung hierzu nicht aus.Google Scholar
  23. 11.
    Nur auf besonderen Beschluss des Vorstandes: B. 7. St 5.Google Scholar
  24. 1.
    Wittwe und minderjährige Erben: St. 43. K. 5. 66. Me. 5. 66. T. 51 D. 41. E. 2.Google Scholar
  25. 2.
    In wie weit auch im Laufe des Jahres: B. 11. Ma. 6. D. 6. E. 8.Google Scholar
  26. 3.
    Erlöschen der Mitgliedschaft bei Prokuristen: D. 6.Google Scholar
  27. 4.
    Auch Verwarnung: K. 67. Me 67. Stimmrechtsentziehung: T. 65.Google Scholar
  28. 5.
    Wegen Beitragsrückstände: Ma. 6. T. 7. 11 K. 67. Me. 67.Google Scholar
  29. 6.
    St. 7. Ma. 6. (30.) K. 66. 67. D. 7. E. 7.Google Scholar
  30. 7.
    St. 6. 33. Ma. (6.) 30. T. 7. 11.Google Scholar
  31. 8.
    St. 8. D. 9.Google Scholar
  32. 9.
    Hafenverwaltung: E. 11. 42 ff.Google Scholar
  33. 10.
    Preuss. Einf.-Ges. z. Allg. D. H.-G.-B. vom 24. Juni 1861. Art. 9. §. 1.Google Scholar
  34. 1.
    D. 11. E. 11.Google Scholar
  35. 2.
    St. 11. Me. 8. E. 10.Google Scholar
  36. 3.
    K. 8. D. 11.Google Scholar
  37. 4.
    „Vorsteher-Amt der Kaufmannschaft“: T. 9. K. 10. D. 12. Me. 10. — „Aelteste der Kaufmannschaft“: B. 15. Ma. 12. E. 12. — „Vorsteher der Kaufmannschaft“: St. 12.Google Scholar
  38. 5.
    21 Mitglieder: B. 17. Ma. 13. — 12 Mitglieder: E. 17. — 9 Mitglieder und drei Stellvertreter: St. 14. T. 17.Google Scholar
  39. 6.
    In Stettin: (14) besteht sechsjährige Functionszeit. Alle 2 Jahre scheidet der dritte Theil der Mitglieder aus.Google Scholar
  40. 7.
    „Ober-Vorsteher“: St. 19. K. 22. Me. 22. — „Präsident“: B. 22. — „erster Vorsteher“: Ma. 16. — „Vorsteher“: E. 23.Google Scholar
  41. 8.
    Nur Ein Stellvertreter: St. 19. T. 19.Google Scholar
  42. 9.
    „Beisitzer“: K. 22. 33. Me. 22. 33. E. 23. 35. — „Vice-Präsident“: B. 21. 22. — „zweiter und dritter Vorsteher“: Ma. 16. 26.Google Scholar
  43. 10.
    Auf zwei Jahre; St. 19.Google Scholar
  44. 11.
    Zwei-Drittel: T. 28.Google Scholar
  45. 12.
    Ausnahmen: Ma. 6. K. 23. 27. Me. 23.Google Scholar
  46. 13.
    Der Vorstand kann die Oeffentlichkeit beschliessen: B. 23. St. 21. Oef-fentlichkeit nur für Korporationsmitglieder: K. 25. Me. 25. E. 25. — Oeffentlichkeit für Mitglieder und Zeitungsreferenten: D. 22.Google Scholar
  47. 1.
    Vom Vorsitzenden ertheilte Aufträge: T. 46. K. 40. Me. 40. E. 40. 57Google Scholar
  48. 2.
    B. 29. St. 26. Ma. 35. ff. K. 39. Me. 39. (E. 38)Google Scholar
  49. 3.
    Beschränkung: St. 29. (No 5.)Google Scholar
  50. 1.
    Dasselbe beträgt — incl. der Nebengebühren — in D. 351/3 Thlr., Ma. 35 Thlr., St. 28 Thlr, T. 16 Thlr., B. 13 Thlr., Me. 12½ ThIr., K. 12 Thlr., E. 10.Google Scholar
  51. 2.
    Ermässigung: Ma. 30 (unter h) — insbesondere bei Wiederaufnahme früherer Mitglieder: St. 43. K. 46. Me. 46. D. 4L E. 47. — und für Wittwen verstorbener Mitglieder: St. 43. T. 51. D. 41.Google Scholar
  52. 3.
    Die einzelnen Klassen sind, wie folgt, abgestuft (in Thalern)Google Scholar
  53. 1.
    „Finanz-Commission,“ (deren Zustimmung in Berlin auch zur Aufnahme von Anleihen und zur Veräusserung von Immobilien erfordert wird): B. 32. 36. 37. St. 29. 40. 4L — Prüfungs-Commission und General-Versammlung: D. 33. 34.Google Scholar
  54. 2.
    Besondere von der Wahlversammlung zu ernennende Abnahme und Decharge-Commission: Ma. 30. 34. T. 57. K. 58 Me. 58. E. 52.Google Scholar
  55. 1.
    Von mindestens 50, in Memel 30 Mitgliedern.Google Scholar
  56. 2.
    Ausnahmsweise Generalversammlung als Berufsinstanz: Ma. 4. 6. 29. 30. I), 30. (No. 10) 41.Google Scholar
  57. 3.
    B. 45. St. 51. T. 67. K. 69. Me. 70. D. 4L E. 59.Google Scholar
  58. 4.
    B. 10. St. 7. Me. 66. K. 66. E. 59.Google Scholar
  59. 5.
    B. 40. St. 46 K. 49. Me. 55.Google Scholar
  60. 1.
    St. 51. T. 68. K. 70. Me. 71.Google Scholar
  61. 2.
    B. 20. St. 17.Google Scholar
  62. 3.
    B. 43. St. 49. T. 65.Google Scholar
  63. 4.
    K. 43. Me. 43.Google Scholar
  64. 5.
    St. 36. 49. T. 50.Google Scholar
  65. 6.
    T. 31. 50. Ma. 29. Vergl. Stenogr.-Ber. d. Hauses d. Abg. 1869/70. Bd. III. S. 1458, 1459.Google Scholar
  66. 1.
    Dagegen nicht in den besonders in den linksrheinischen Landestheilen unterirdisch betriebenen Steinbruch werken auf Dachschiefer, Mühlsteine, Trass (§214 des allgem. Berg-Ges.). Entwurf 1, S. 20. Comm.-Ber. 1, S. 10.Google Scholar
  67. 2.
    Entw. I. S. 21 if. Commiss.-Ber. I. S. 13 ff. Stenogr. Ber. 1869/70 Bd. III. S. 1460 ff.Google Scholar
  68. 1.
    Diese Befugniss wird nicht gefordert als Voraussetzung der activen Wahlberechtigung (§ 5).Google Scholar
  69. 2.
    Die Mitgliedschaft bei einem „Aufsichtsrath“ genügt nicht. Entw. I. S. 24.Google Scholar
  70. 3.
    Entw. I. S. 22.Google Scholar
  71. 4.
    Entw. I. S. 25. Commiss.-Bericht I. S. 14, 15. Die Zulassung der Pro-curisten wurde im Hause der Abgeordneten abgelehnt. Stenogr. Ber. 1869/70 Bd. III. S. 1462 ff.Google Scholar
  72. 5.
    Commiss.-Bericht I. S. 15. 16. Stenogr. Ber. d. Hauses d. Abg. a. a. O. S. 1464 ff.Google Scholar
  73. 1.
    Diese Einrichtung darf übrigens nicht in dem Sinne verstanden werden, dass die Wahl im einzelnen Wahlbezirke speciell für diesen und nur etwa aus den ihm angehörigen Interessenten zu erfolgen hat. Commiss.-Ber. I. S. 19.Google Scholar
  74. 2.
    Auch für die Beschaffung des dazu erforderlichen Materials — aus dem Handelsregister, der Gewerbesteuerrolle und den bei den Oberbergämtern geführten Steuerdeclarationen und statistischen Notizen — haben demnach die Handelskammern selbst zu sorgen. In Beziehung auf das Handelsregister sind sie hierzu schon durch dessen Oeffentlichkeit in den Stand gesetzt. Im Uebrigen werden sie sich wegen Auskunft an die Regierungen und Oberbergämter zu wenden haben. Com-missions-Ber. I. S. 18.Google Scholar
  75. 3.
    Der Commiss.-Bericht I. (S. 17, 18) sieht es aber doch als zulässig an, dass die Regierung kraft ihres allgemeinen Aufsichtsrechts „in besonderen Ausnahmefällen ihrerseits einen Commissarius zur Leitung einer Wahl“ abordne.Google Scholar
  76. 1.
    Entw I. S. 28. Commiss.-Ber. IL S. 9, 10.Google Scholar
  77. 2.
    Ueber den Sinn dieser Bestimmung und insbesondere das Verhältniss derselben zu der Bestimmung unter a., vgl. Commiss.-Ber. II S. 10. 11 und unten Anm. 51.Google Scholar
  78. 1.
    Im Jahre 1868 erhoben (nach einer Uebersicht in dem Jahresberichte der Handelskammer zu Cöln: bis 5 Procent incl.: 15 Handelskammern — mehr als 5 bis zu 10 Procent: 42 Handelskammern — mehr als 10 Procent: 11 Handelskammern.Google Scholar
  79. 2.
    Neuerlich ist in einem Specialfalle entschieden, dass hierbei den zur Erhebung der Gewerbesteuer berufenen Organen dieselben Bezüge gebühren, welche ihnen für die Erhebung der Gewerbesteuer selbst zugestanden sind. Doch besteht eine Verpflichtung, sich grade dieser Organe zu bedienen, überhaupt nur, insoweit die Einziehung der Beiträge zwangsweise erfolgen muss. Entw. I. S. 32. Commiss.-Ber. II. S. 10. 11. Vgl. oben Anm. 72. Hannoversches Wochenblatt f. Hand. u. Gew. 1872, No. 17. S. 154.Google Scholar
  80. 1.
    Vgl. G.-S. 1823 S. 16. 1851 S. 261. 1861 S. 225. 1862 S. 315.Google Scholar
  81. 2.
    Vgl. Entw. I. S 31, 32. Commiss.-Bericht I. S. 21, 22; IL S. 10. Stenogr. Bericht d. Haus. d. Abg. 1869/70 Bd. III. S. 1468 ff.Google Scholar
  82. 1.
    Zu den Handelskammern mit besonders weit atisgedehnten Bezirken, gehören: Emden (mit dem gesammten Laoddrosteibezirk Aurich und der Stadt Papen-burg), Osnabrück (mit dem Landdrosteibezirk gl. N. — excl. Stadt Papenburg, dem Kreise Tecklenburg und dem Amte Diepholz des Landdrosteibezirks Hannover), Münster (mit dem Regierungsbezirk gl. N. — excl. Kreis Tecklenburg), Halle (mit etwa 10 Kreisen), Hannover (mit 7 Kreisen), Harburg und Wiesbaden mit je (ungefähr) 5 Kreisen. Während wir bisher über die bezüglichen Verhältnisse in Spanien, wie wir an betr. Stelle auch erwähnten, absolut kein Material uns hatten zugänglich machen können, geht uns soeben, leider nachdem die ersten Bogen der vorliegenden Arbeit bereits fertig gedruckt vorliegen, seitens der Spanischen Regierung ein Memoire über die officiellen, Handel und Gewerbe betreffenden Einrichtungen ihres Landes zu, dem wir nachfolgende Mittheilungen entnehmen. Cf. hierüber wie über die sonstigen Organisationen in Spanien das im folgenden Theil in extenso mitgetheilte Gesetz. Ueberbaupt bitten wir, als Ergänzung zu den einzelnen Abschnitten dieses Theils die in Theil II. mitgetheilten Gesetze und Verordnungen nachschlagen zu wollen.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1879

Authors and Affiliations

  • Richard von Kaufmann

There are no affiliations available

Personalised recommendations