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Zusammenfassung

Die Hauptbedeutung der experimentellen Syphilisforschung liegt zweifellos auf dem Gebiete der Therapie. Nur der Tierversuch kann sicher Aufschluß über den wirklichen Erfolg irgendeines Heilmittels oder einer Heilmethode geben. und gerade die bei der Syphilisbehandlung gemachten Erfahrungen sind ein eklatantes Beispiel dafür, daß auf dem Gebiete der therapeutischen Forschung keine noch so sorgfältige Beobachtung am Menschen das Tierexperiment ersetzen kann. Trotzdem seit mehreren Jahrhunderten an Hunderttausenden von Syphilitikern das Quecksilber angewendet wird, und obgleich namentlich in den letzten Jahrzehnten die Aufmerksamkeit der Syphilidologen gerade in ganz besonderem Maße der Hg-Therapie zugewendet war, so war doch bis vor wenigen Jahren die Hauptfrage, welche die Grundlage jeglicher Therapie bilden müßte, noch unerledigt. Denn ohne zu einer Entscheidung kommen zu können, bekämpften sich zwei Lager: die einen sahen das Quecksilber nur als ein Palliativmittel an, wohl geeignet, vom Syphilis-gift hervorgerufene Syphilisprodukte zu beeinflussen und zu beseitigen, die anderen erblickten im Quecksilber ein echtes, virustötendes Heilmittel. Aber so gute Gründe und Argumente die letztere Partei — der ich seit jeher angehört habe — auch für ihre Anschauung ins Feld führte, immerhin mußte sie zugeben, daß zwingende Beweise für die Richtigkeit ihrer Anschauungen nicht vorlagen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1911

Authors and Affiliations

  • A. Neisser

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