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Die nervöse Entartung im Sinne Morels

  • Oswald Bumke

Zusammenfassung

Im folgenden Abschnitt soll untersucht werden, ob es eine Entartung im Sinne Morels gibt, das heißt also ein durch innere Gesetze bestimmtes Fortschreiten nervöser Krankheiten von Geschlecht zu Geschlecht. Daß gelegentlich infolge einer zufälligen Verkettung von äußeren Umständen in einer Familie immer schwerere Formen seelischer Störungen ein Mitglied nach dem anderen befallen, weiß jeder, und die bloße Sammlung solcher Fälle, die kein inneres Band verknüpft, besitzt keinen wissenschaftlichen Wert.

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Literatur

  1. 1).
    Nervöses Temperament und Ausschweifungen in der ersten, Schlaganfälle, Epilepsie, Hysterie und Alkoholismus in der nächsten Generation; in der dritten Selbstmord, Psychosen und Geistesschwäche, und endlich in der vierten angeborene Blödsinnszustände und Mißbildungen.Google Scholar
  2. 2).
    Ich folge in der Übersetzung Graßmann.Google Scholar
  3. 1).
    Zu ähnlichen Resultaten ist später in Rußland Minor gekommen.Google Scholar
  4. 1).
    Die Angabe von Marro und A. Canzer: daß Melancholische von alten, Manische von jungen Eltern erzeugt würden, sei nur als Kuriosum mitgeteilt.Google Scholar
  5. 1).
    Wie z. B. bei Togamas Seidenspinnerrassen, von denen die eine ungezeichnete Raupen mit gelben Kokons, die andere gestreifte Raupen mit weißen Kokons lieferte.Google Scholar
  6. 2).
    Zunächst liegt es doch näher, an ein exogenes Moment als zweite auslösende Ursache der Dementia praecox zu denken.Google Scholar
  7. 3).
    Auch auf die eigentümliche, schon Darwin bekannte Korrelation zwischen blauer Augenfarbe und Taubheit bei Katzen darf in diesem Zusammenhang hingewiesen werden. Die Beziehung zu unserem Fall liegt meines Erachtens darin, daß auch hier anscheinend durch bloße Neugruppierung von Erbfaktoren eine pathologische Eigenschaft mit einer gewissen Gesetzmäßigkeit entsteht.Google Scholar
  8. 1).
    Die Auffassung entspricht, soweit sie das manisch-depressive Irresein angeht, ganz der, die ich schon in der ersten Auflage dieses Buches entwickelt hatte. Vgl. das folgende Kapitel.Google Scholar
  9. 1).
    Im folgenden ist durchgehend als erste Generation diejenige bezeichnet, die sich durch Alkoholmißbrauch oder durch Infektion selbst vergiftet hat.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1922

Authors and Affiliations

  • Oswald Bumke
    • 1
  1. 1.LeipƶigDeutschland

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