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Fuß und Bein pp 387-400 | Cite as

Die Lähmungen an Fuß und Bein

  • Georg Hohmann

Zusammenfassung

Die sog. schlaffen wie die spastischen Lähmungen hinterlassen oft an Fuß und Bein, und zwar weit häufiger als an der oberen Extremität dauernde Form
Abb. 399.

Poliomyelitische Hüft- und Kniebeugekontraktur und Spitzfüße. (Eigene Beobachtung.)

abweichungen und funktionelle Störungen. Die Formabweichungen oder Fehlformen an Fuß und Bein sind die Folge von Kontrakturen in den einzelnen Gelenken, die durch Ausfall der einen Muskelgruppe und Zusammenziehung der antagonistischen verbunden mit Schrumpfung der entsprechenden Bänder und Kapsel des betreffenden Gelenks entstehen. Daß diese Kontrakturen sich durch Beobachtung einfacher Regeln in der Behandlung der spinalen Kinderlähmung schon in dem ersten Stadium der Erkrankung meist verhüten lassen, predigen die Orthopäden schon längst in Vorlesungen und Ärztekursen wie in ihren Schriften. Gleichwohl predigen sie oft genug anscheinend tauben Ohren. Die einfache richtige und konsequent durchgeführte Lagerung des Fußes oder Beines verhütet die Kontraktur. Sie hilft auch zur besseren und schnelleren Regeneration der gelähmten oder geschädigten Muskeln, die vor Überdehnung geschützt werden. Der Fuß wird in eine Gipsschiene rechtwinklig gelagert, das Kniegelenk oder Hüftgelenk in Streckstellung. Gerade das Hüf gelenk neigt, wenn etwa der M. glutaeus maximus gelähmt ist, sehr zu der bekannten und berüchtigten Hüftbeuge- und Abduktionskontraktur, meist wohl eine Folge des Sitzens, bei welcher Körperhaltung die Antagonisten des Hüftstreckmuskels, M. iliopsoas und Tensor fasciae, sich verkürzen und schrumpfen. Mit einer stärkeren Hüftbeuge-Abduktionskontraktur kann man meist nur schlecht oder gar nicht gehen, weil man sich nicht aufrichten kann und nach vorn überfällt, besonders wenn gleichzeitig die Kniestrecker und Kniebeuger gelähmt sind.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1948

Authors and Affiliations

  • Georg Hohmann
    • 1
  1. 1.Orthopädischen UniversitätsklinikMünchenDeutschland

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