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Kolloide und kolloidaler Zustand

  • Emil Lehnartz

Zusammenfassung

Wenn in den bisherigen Ausführungen von Lösungen die Rede war, so handelte es sich immer um die Auflösung von niedermolekularen Substanzen in molekularer oder ionisierter Form, also immer nur um homogene Systeme. Die im vorigen Kapitel besprochenen heterogenen Systeme lassen im Gegensatz dazu ihren Aufbau aus mehreren Phasen ohne weiteres erkennen. Es gibt nun eine weitere Art von heterogenen Systemen, die zunächst homogen erscheinen, sich aber bei feinerer Untersuchung mit dazu geeigneten Methoden als heterogen erweisen. Da die sie zusammensetzenden Phasen sich in sehr feiner Verteilung befinden, bezeichnet man sie als mikroheterogene Systeme. Daß diese Verteilung aber doch keine besonders feine sein kann, zeigen schon die Beobachtungen von Th. Graham, nach denen eine Reihe von gelösten Stoffen nicht durch Membranen hindurchgehen. So erweisen sich z. B. Leim (xóλλα), andere Eiweißkörper und ähnliche Stoffe als nicht permeabel, Graham bezeichnete sie als Kolloide und da er noch annehmen mußte, daß diese nicht durch Membranen hindurchdiffundierenden Stoffe auch nicht krystallisieren, stellte er sie den Krystalloiden, die leicht diffundieren und krystallisieren als eine besondere Stoffklasse gegenüber. Die Grundlage dieser Einteilung hat sich als nicht richtig erwiesen. Auch kolloide Stoffe, man denke an die Eiweißkörper, lassen sich krystallisieren und anderseits lassen sich Krystalloide so umwandeln, daß sie nicht mehr diffundieren, also kolloide Eigenschaften annehmen.

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Copyright information

© Springer=Verlag OHG. in Berlin, Göttingen and Heidelberg 1943

Authors and Affiliations

  • Emil Lehnartz
    • 1
  1. 1.Physiologisch-Chemischen InstitutsUniversität Münster i. W.Deutschland

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