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Die Marktwirtschaft als kulturelles und ethisches Phänomen

  • Pengcheng Li
  • Peter Koslowski
Conference paper
Part of the Ethische Ökonomie. Beiträge zur Wirtschaftsethik und Wirtschaftskultur book series (ETH.ÖKO., volume 1)

Zusammenfassung

Der Begriff „Marktwirtschaft“ hat nach mehr als zehnjähriger Veränderung endlich in China seine rechtmäßige Geltung bekommen. Mit diesem theoretischen Durchbruch erfaßt die Marktwirtschaft wie ein Sturm nicht nur rasch den wirtschaftlichen Bereich, sondern auch die anderen gesellschaftlichen und kulturellen Bereiche sowie die geistige Welt des Menschen in China.

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Literatur

  1. 1.
    Ich stimme auch mit Pengcheng Li überein, daß die Frage der Preisgerechtigkeit und des gerechten Preises ein zentrales Problem der Wirtschaftsethik ist. Die Nationalökonomie der Gegenwart hat diese Frage zu Unrecht aus der Wirtschaftstheorie verbannt. Vgl. zur Theorie des gerechten Preises P. Koslowski: Prinzipien der Ethischen Ökonomie. Grundlegung der Wirtschaftsethik und der auf die Ökonomie bezogenen Ethik, Tübingen (J.C.B. Mohr [Paul Siebeck]) 1988, 2. Aufl. 1994, S. 261–302.Google Scholar
  2. 3.
    Vgl. zur Historischen Schule P. Koslowski (Hrsg.): The Theory of Ethical Economy in the Historical School. Wilhelm Röscher, Lorenz von Stein, Gustav Schmoller, Wilhelm Dilthey and Contemporary Theory, Berlin, Heidelberg, New York, Tokyo (Springer) 1995 (= Studies in Economic Ethics and Philosophy, Bd. 7).Google Scholar
  3. 4.
    G. Schmoller: „Über einige Grundfragen des Rechts und der Volkswirth-schaft. Offenes Sendschreiben an Herrn Prof. Dr. Heinrich von Treitschke“, Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik, 23 (1874), S. 258.Google Scholar
  4. 4a.
    Vgl. zur Historischen Schule P. Koslowski: Gesellschaftliche Koordination. Eine on-tologische und kulturwissenschaftliche Theorie der Marktwirtschaft, Tübingen (J.C.B. Mohr [Paul Siebeck]) 1991.Google Scholar
  5. 5.
    L. V. Mises: Human Action. A Treatise on Economics, New Haven (Yale University Press) 1949, S. 51.Google Scholar
  6. 6.
    G. Schmoller: Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre, Zweiter Teil, Leipzig (Duncker & Humblot) 1904, Nachdruck Düsseldorf (Verlag Wirtschaft und Finanzen) 1989, S. 104, 109 und G. v. Schmoller: Die Volkswirtschaft, die Volkswirtschaftslehre und ihre Methode, Frankfurt (Klostermann) 1949 (= Sozialökonomische Texte, Heft 16/17), S. 57, zuerst veröffentlicht als Handbuchbeitrag in: Handwörterbuch der Staatswissenschaften 1893.Google Scholar
  7. 7.
    G. Schmoller, „Über einige Grundfragen ...“, S. 264.Google Scholar
  8. 10.
    Zitiert als Motto zu A. Spiethoff (Hrsg.): Gustav von Schmoller und die deutsche geschichtliche Volkswirtschaftslehre. Dem Andenken an Gustav von Schmoller, Festgabe zur hundertsten Wiederkehr seines Geburtstages 24. Juni 1938, Berlin (Duncker & Humblot) 1938.Google Scholar
  9. 11.
    G. Schmoller, Die Volkswirtschaft (1893), S. 57.Google Scholar
  10. 11a.
    Vgl. zum Vordringen des Imaginären in der Wirtschaft und zur Zunahme des geistig-kulturellen Zusatznutzens der Güter als Motor des Konsums und Wirtschaftswachstums seit der Romantik C. Campbell: The Romantic Ethic and the Spirit of Modern Consumerism, Oxford (Basil Blackwell) 1987.Google Scholar
  11. 12.
    Max Weber: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre (1922), Tübingen (J.C.B. Mohr [Paul Siebeck] 51982.Google Scholar
  12. 13.
    Den Begründern des Konzepts der Sozialen Marktwirtschaft ging es nicht nur um eine Wirtschaftsordnung, sondern um die Dependenz von Marktwirtschaft und demokratischem Rechtsstaat, um die Begründung einer staatlich-gesellschaftlichen Gesamtordnung. Vgl. die Denkschrift „Politische Gemeinschaftsordnung. Eine Versuch zur Selbstbesinnung des christlichen Gewissens in den politischen Nöten unserer Zeit“ des „Freiburger Kreises“, auf den die Soziale Marktwirtschaft zurückzuführen ist, in: D. Rübsam, H. Schadek (Hrsg.): Der „Freiburger Kreis“. Widerstand und Nachkriegsplanung 1933–1945. Katalog einer Ausstellung, Freiburg i. Br. (Verlag Stadtarchiv Freiburg i. Br.) 1995, S. 87–90.Google Scholar
  13. 14.
    Vgl. auch P. Koslowski: „Markt und Demokratie als Diskurse. Grenzen diskursiver gesellschaftlicher Koordination“, P. Koslowski: Die Ordnung der Wirtschaft. Studien zur Praktischen Philosophie und Politischen Ökonomie, Tübingen (J.C.B. Mohr [Paul Siebeck]) 1994, S. 196–238.Google Scholar
  14. 15.
    Vgl. auch Peter Koslowski: „Solidaritätsschwäche. Liberalismus, soziale Frage und Solidarität“, in: E. Brix, W. Mantl (Hrsg.): Liberalismus, Wien/ Köln/Weimar (Böhlau) 1995 (= Studien zu Politik und Verwaltung, Bd. 65).Google Scholar
  15. 17.
    Otto von Bismarck:Werke in Auswahl, Bd. 7, Darmstadt (Wiss. Buchgesellschaft) 1981, S. 94. Die Rede ist oben im 4. Kapitel, dem Beitrag von Christian Watrin, mit einer etwas anderen Deutung zitiert. — Bismarck hatte zuvor seinen Wunsch ausgedrückt, daß die Regierung „und der gegenwärtige Reichs-gibt kaum ein Wort heutzutage, mit dem mehr Mißbrauch getrieben wird als mit dem Worte ,frei‘ und dabei hat es immer noch mehr Zauber, wenn es vor irgendein anderes Adjektiv gesetzt wird.“ (Bismarck bezieht sich auf das Wort „freisinnig“) Er fährt fort, daß, wer von Freiheit rede, im allgemeinen die Bedeutung der eigenen Person, die Herrschaft der einzelnen Person und ihren Einfluß über die Allgemeinheit stellen wolle „unter dem Vorwande, daß die Freiheit es fordere. Das ist ja in unserer deutschen Geschichte markanter ausgeführt als in irgendeiner anderen. Wie scharf ist nicht in den Jahrhunderten des Verfalls des Deutschen Reichs immer die germanische Freiheit akzentuiert worden! Was war denn darunter zu verstehen? Die Freiheit des Fürsten vom Kaiser und die Herrschaft des Adels über die Leibeigenen! Sie wollten ihrerseits frei sein; das heißt ,frei sein‘ war bei ihnen und auch bei anderen mit dem Begriff ,herrschen4 identisch, sie fühlten sich nicht frei, wenn sie nicht herrschten.“ (ebenda, S. 103) Die Einführung der Sozialversicherung vergleicht er schließlich mit „einer Entdeckungsreise, die wir in ein unbekanntes Land machen“ (ebenda, S. 104).Google Scholar
  16. 19.
    Vgl. zum Sozialstaat auch A. Rüstow. „Sozialpolitik diesseits und jenseits des Klassenkampfes“, in. B. Külp, W. Schreiber (Hrsg.): Soziale Sicherheit, Köln/Berlin (Kiepenheuer & Witsch) 1971, S. 20Google Scholar
  17. 19.
    P. Koslowski, A. Føl-Lesdal (eds.): Restructuring the Welfare State. Ethical Issues of Social Security in an International Perspective, Berlin, New York, Tokyo (Springer) 1996.Google Scholar

Copyright information

© Physica-Verlag Heidelberg 1996

Authors and Affiliations

  • Pengcheng Li
  • Peter Koslowski

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