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Johann Georg Löchl (1691-?)

  • Erich Ebstein

Zusammenfassung

Er war geboren in Kempten im Allgäu am 29. Oktober 1691 als Sohn eines Hof- und Leibschmiedes. Die Familie von Oefele bewahrt seit mehr als 100 Jahren die handschriftliche Selbstbiographie ihres ärztlichen Vorfahren. Sie führt den Titel: „Aigner Lebenslauf von mir Johann Georg Löchl, Kayserlichem Raths- und Leib-Medico beschrieben zu müßigen Stunden zu Frankfurth am Mayn, derweilen ich nach Abreis Ihrer kayserlichen May. bey Ihro May. der Kaiserin noch zurtickbliben muste.“ Sie ist „Anno 1743 angefangen den 17. May“. Wiederabgedruckt wurde sie nach dem Original in den Süddeutschen Monatsheften 1913 (Jan.-Juni). Er schildert dort harmlos einfach, aber ergötzlich seinen Entwicklungsgang, seine anfänglichen Studien in Dillingen, dann das Medizinstudium in Wien und die Promotion in Innsbruck. Nach seiner Heimat zurückgekehrt, erzählt er eine „Mariage affaire“, die sich mit ihm ereignet, und den Tod seiner ersten Frau „am Lungenbrand“. In München hatte er bald wieder den Verlust seiner zweiten Frau zu beklagen. „Nun war ich zum andern Mal ein Wittiber und in diesem Stand kam auch das äußere Glück“. Er wurde „Hofmedicus Herzog und Josephs Spittal Physikus und wirklicher Rat und Churbayerischer Leibmedicus“. Darüber freute sich nicht minder als Löchl selbst sein „liebes Weiberl“, daß sie „so unverhofft zu einer gnädigen Frau und Leibmedicusin“ geworden war. Das Hauptereignis in seinem Leben war, daß er zum Kayserlichen Leibmedicus ernannt und zur Kaiserwahl nach Frankfurt a. M. mitgenommen wurde. Es handelte sich dabei um Karl VII. Albrecht, der, nachdem er sich nach der Einnahme Prags (Nov. 1741) als König von Böhmen hatte huldigen lassen, am 24. Januar 1742 dort in Frankfurt zum Kaiser gewählt wurde. Was Löchl in dieser Zeit in der Praxis passierte, sei hier im Auszuge wiedergegeben. Im April 1743 kehrte der Kaiser, durch das österreichische Heer aus Böhmen und Bayern vertrieben, nach seinem Frankfurter Interregnum wieder nach München zurück, mußte aber wieder bald fliehen, bis er wenige Monate vor seinem im Januar 1745 erfolgten Tode dorthin zurückkehrte und auch da starb. Als Todesursache[1]) Ebstein, Erich: Woran starb Kaiser Karl VII. Albrecht (1697 bis 1745) in München? Mit dem Sektionsbericht und einigen Bemerkungen über Gicht und Nierensteine. Zeitschr. f. Urologie. 1923.) wurden Gicht und Nierensteine angegeben. Über des Leibarztes Ende kann ich nichts weiter berichten, sein Todesjahr ist mir nicht bekannt geworden.

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1923

Authors and Affiliations

  • Erich Ebstein
    • 1
  1. 1.LeipƶigDeutschland

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