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Otto Sperling (1602–1681)

  • Erich Ebstein

Zusammenfassung

Er wurde am 28. Dezember 1602 als Sohn eines Rektors in Hamburg geboren. Schon früh interessierte sich der Knabe für „der Kräuter Nahmen“ und verlangte, mitgenommen zu werden, wenn der Apotheker den Theriac und Mithridat bereiten wollte. Für kurze Zeit kam Sperling nach Greifswald zu einem Freund des Vaters, und sah dort ein „Wunderlich Stück von einem Quacksalber“. In der Folge ließ ihn der Vater nach Leiden ziehen, wo er wieder „die species stoßen und sieben sollte“; er hörte dabei die Vorlesungen und Demonstrationen bei Bontius und Otto van Heurne und blieb dort ein Jahr. Ein galileisches Thermoskop (Instrumentum aerum), das Sperling bei sich führte, gewann ihm dort einen sehr nützlichen und ihm werten Freund. Eine Reise nach Antwerpen verschaffte ihm die Bekanntschaft des „weitberühmten und kunstreichen Malers Rubens“. Der Vater, befriedigt von den Fortschritten des Sohnes, schickte ihn im nächsten Frühjahr nach Kopenhagen und Norwegen. Besonders ausführlich wird seine Reise nach Italien erzählt, die ihn über Rom und Neapel führte. Es wurde fleißig botanisiert, und auch sonst alles Bedeutende besehen. Mit seinen Freunden fing er an „privatim uns zu exerciren in der Anatomie, und funden biß weilen wunderliche Sachen, in den kranck-erstorbenen subjectis, worauß wir die Ursachen der Kranckheiten und des Todtes erlerneten“. Sperling selbst befiel zweimal das Tertianfieber (Malaria). In Padua wurde er zum Doctor medicinae promoviert. Die Rückreise ging über Marseille und Montpellier, Lyon nach Bern. Dort besuchte er den berühmten Chirurgen Fabricius Hildanus. Sperling kam dann über Nürnberg wieder in sein Elternhaus nach Hamburg. Diese Studienjahre Otto Sperlings haben Walter G. Brieger und John W. S. Johnsson (Kopenhagen: Henrik Koppels Verlag 1920) zum ersten Male einer vollständigen Neuherausgabe unterzogen. Ist die Selbstbiographie auch etwas breit angelegt, so gibt sie doch „ein eindrucksvolles und lebenswahres Bild vom Bildungsgange und vom Leben und Treiben eines damaligen Studiosi Medicinae, Botanicäe et Chymiae, welches noch ein besonderes Interesse durch die zahlreichen persönlichen Erinnerungen an bedeutende Männer und naturwissenschaftliche Entdeckungen der Zeit erhält“.

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1923

Authors and Affiliations

  • Erich Ebstein
    • 1
  1. 1.LeipƶigDeutschland

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