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Felix Platter (1536–1614)

  • Erich Ebstein
Chapter

Zusammenfassung

Seine Lebenszeit umfaßt die Jahre 1536–1614. Im Todesjahr des „hochgelehrten Herrn Erasmus von Rotterdam“ ist er als Sohn des Baseler Buchdruckers und Schulmeisters Thomas Platter „als lebendiger Mensch in diese Welt geboren worden“. Bereits mit 15 Jahren wird er auf die hohe Schule nach Montpellier geschickt, um sich dort zum Arzt auszubilden. Ehe Platter als Baccalaureus nach Basel heimkehrt, durchreist er Frankreich und macht in Paris die Bekanntschaft von Duretus und Fernelius. In der Heimat selbst besteht er mit Ehren die Würde des medizinischen Doktors und führt bald hernach eine Jugendgeliebte als Gattin heim, die ihm nach 56jähriger Ehe entrissen wurde. Mit seiner Verheiratung bricht Platters Autobiographie ab, die er im Alter von 76 Jahren niederschrieb — neu herausgegeben von H. Kohl (Leipzig: Voigtländer 1913). 1571 berief ihn seine Heimatstadt Basel in die Professur für praktische Medizin, und der Magistrat ernannte ihn gleichzeitig zum Stadt- und Spitalarzt. In den Pest jähren, 1563–64, die Basel heimsuchten, bewährte er sich praktisch und literarisch, u. a. durch seine Schriften: „De corporis humani structura et usu“ (1583) und durch die „Praxis medica“ (1602 — 1608), die auch heute noch wertvolle Kasuistik enthält und Platter als ausgezeichneten Beobachter zeigt. Das Mystische lag ihm fern. Versuchte er doch schon eine Klassifikation der Psychosen; in der Chirurgie tritt er für die Sectio alta beim Steinschnitt und bei der Achsendrehung des Darmes für den Bauchschnitt ein. Auch auf dem Gebiete der Orthopädie, der Augenheilkunde und der Mißbildungen hat er wertvolle Ratschläge hinterlassen. Nach Andreas Vesalius war er der erste, der in Basel wieder „eine Anatomie hielt“, d. h. er sezierte dort 1557 eine menschliche Leiche. Am bekanntesten wurden Platters Memoiren durch Gustav Freytags „Bilder aus der deutschen Vergangenheit“.

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© Julius Springer in Berlin 1923

Authors and Affiliations

  • Erich Ebstein
    • 1
  1. 1.LeipƶigDeutschland

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