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Eduard Kaspar Jacob von Siebold (1801–1861)

  • Erich Ebstein

Zusammenfassung

Er wurde am 19. März 1801 zu Würzburg geboren als Sohn des Adam Elias von Siebold, Professors der Medizin und des späteren Begründers des Berliner klinischen Instituts für Geburtshilfe. Er studierte in Berlin und in Göttingen, wurde dann Assistent seines Vaters und nach dessen Tode (1828) provisorischer Lehrer der geburtshilflichen Klinik. Als Busch 1829 Nachfolger seines Vaters wurde, kam er selbst als Professor nach Marburg, von wo er aber schon 1833 nach Göttingen ging. Hier wirkte er als Direktor der geburtshilflichen Klinik bis zu seinem Tode, am 27. Oktober 1861. Besonders bekannt machte ihn der „Versuch einer Geschichte der Geburtshilfe“, Berlin 1839–45, die noch 1901 und 1902 wieder neu gedruckt und (von Dohm) fortgesetzt wurde. Sein ursprünglicher Wunsch, klassische Philologie zu studieren, wurde durch des Vaters Machtsjjruch vereitelt, aber trotzdem bildete bis an sein Ende die Beschäftigung mit den lateinischen Klassikern seine liebste Erholung. Davon zeugt seine metrische Übersetzung von Juvenals Satiren (Leipzig 1858). Außerdem war er gleich seinem Bruder Karl äußerst musikalisch und handhabte verschiedene Instrumente mit großem Geschick. K. E. Hasse überraschte eines Tages die beiden Brüder, wie sie seelenvergnügt ein Duett, der eine auf einer hessischen, der andere auf einer hannoverschen Maultrommel aufführten. Auch verschmähte er es nicht, in sangesfroher Runde getreuer Freunde den Becher zu schwingen. Wiederholte Gichtanfälle — die er als eigentliche Geburtshelferkrankheiten bezeichnete, und die auch seine Vorgänger in Göttingen (Osiander, Mende) heimgesucht hatten, führten mit einem komplizierenden Herzleiden seinen Tod herbei. In seinen., Geburtshilfliche Briefe„ (Braunschweig 1862), die seinen Nekrolog ersetzen sollten, hat er ungeschminkt nicht nur eine Lebensskizze von sich gegeben, sondern auch über Geburtshelfer, Hebammen, Gebäranstalten sich verbreitet. In den letzten vier Briefen gibt Siebold Beiträge zur Psychologie des Weibes, die „zum Verständnis der weiblichen Tugenden sowohl als ihrer Schwächen dienen können“.

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1923

Authors and Affiliations

  • Erich Ebstein
    • 1
  1. 1.LeipƶigDeutschland

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