Advertisement

Christoph Heinrich Pfaff (1773–1852)

  • Erich Ebstein

Zusammenfassung

Er wurde geboren am 2. März 1773 in Stuttgart und starb in Kiel am 23. April 1852. In der ihm durch Erblindung gewordenen Muße diktierte er seine „Lebenserinnerungen“, die H. Ratjen (Kiel 1854) herausgab. In den Jahren 1782 — 1793 genoß er Erziehung und Unterricht auf der Karls-Hochschule, auf der er mit Cuvier Freundschaft fürs Leben schloß. Dann nahm Pfaff ein Jahr (1793/94) Aufenthalt in Göttingen, aus dem sein Zusammentreffen mit Hahnemann und sein intimer Verkehr mit dem Physiker Lichtenberg hervorgehoben sein mag. (Erich Ebstein in: Janus, November 1904.) Auf einem Ausflug von Göttingen besuchte Pfaff in Helmstedt den berühmten Prof. Beireis (1730–1809), dem auch später — 1805 — Goethe die Ehre seines Besuches gab und diesen in den Annalen dieses Jahres ebenfalls ergötzlich geschildert hat. Inzwischen war Pfaff an das klinische Institut nach Kopenhagen gekommen und dort in nähere Beziehungen zu dem Grafen Reventlow getreten. Da dieser erkrankt war, wurde der berühmte Leibarzt C. L. Hoffmann in Mainz konsultiert. Darauf befand sich Pfaff längere Zeit auf Reisen, praktizierte auch einige Zeit, bis er 1798 als Professor der Physik nach Kopenhagen berufen wurde, wo er dann später auf verschiedenen Wissensgebieten lehren mußte. 1801 konnte Pfaff in Paris sowohl die Freundschaft mit seinem Jugendfreunde Cuvier sowie die Bekanntschaft mit Volta erneuern. Das Jahr 1829 führte ihn wieder nach Paris, wohin ihn wiederum als „Hauptmagnet“ Cuvier zog. Außerdem lernte er dort u. a. Faraday und Larrey kennen, der Bonaparte nach Ägypten begleitet hatte; er nennt ihn „einen echten Imperialisten mit dunkelem Haar und kühnen schwarzen Augen“. Neben seinen Reisen entfaltete Pfaff eine große literarische Tätigkeit, bis ihn die zunehmende Abnahme des Augenlichts daran hinderte. So trat Pfaff in seiner Schrift: „Über Newtons Farbentheorie, Herrn von Goethes Farbenlehre und den chemischen Gegensatz der Farben“ (Leipzig 1813) mit Goethe, dem er seine Schrift zugesandt, in eine Meinungsdifferenz, deren Widerlegung sich dieser für später vorbehalten wollte. Jedenfalls bezeichnete Goethe die Zusendung des „sonst belobten Herrn Pfaff“ als „eine den Deutschen angeborene unartige Zudringlichkeit“. — Die Anmut der Frauen hat Pfaff, wie er offen gesteht, immer mächtig angezogen, indes nahm er von ihrer Schilderung Abstand, weil er in sich auch „nur eine kleine Portion des genial-poetischenGeisteseinesGoethe“. wie dieser sich in Wahrheit und Dichtung „so unwiderstehlich anziehend dargestellt“ vermißte. Er zog es daher vor, lieber von Männern zu reden, die ihm auf seinem Lebenswege begegneten, da es hm immer schwer wurde, sich ausschließlich mit sich selbst zu beschäftigen und sich gleichsam zum Mittelpunkt seiner „Lebenserinnerungen“ zu machen.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1923

Authors and Affiliations

  • Erich Ebstein
    • 1
  1. 1.LeipƶigDeutschland

Personalised recommendations