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Melchior Adam Weikard (1742–1803.)

  • Erich Ebstein

Zusammenfassung

Er wurde am 27. April 1742 zu Römershag im Fuldaischen geboren. In seinen, ein Jahr vor seinem Tode (25. Juli 1803) erschienenen Denkwürdigkeiten, die erst „Nach seinem Tode zu lesen“ sein sollten, hat er uns sein bewegtes Leben geschildert, das uns auch einen trefflichen Einblick in sein Seelenleben gestattet. Die Beschwerden und Unannehmlichkeiten, die eine im sechsten Jahr erworbene Wirbelsäulenverkrümmung mit sich brachte und nach sich zog, hat seinem Charakter etwas Unharmonisches und Boshaftes verliehen. So entschuldigt er sich selbst damit, daß er aus eigener Erfahrung weiß, „wie viel Einfluß körperliches Leiden auf die Äußerungen des Geistes haben konnte“ (S. 307). Im Würzburger Hospital vorgebildet, ließ er sich bald in Fulda nieder, wurde dort 1770 Leibarzt des Fürsten, dann Hofarzt, Professor und nebenher noch Badearzt in Brückenau, über deren Mineralwässer er auch geschrieben hat. Er war überhaupt eine schreiblustige Natur, wußte aber auch amüsant zu schreiben, ich nenne hier z. B. die immer noch hübsch zu lesende „Toilettenlectüre für Damen und Herren in Rücksicht auf die Gesundheit“. Zwei Theile. Frankfurt a. M. 1797. Einige Jahre brachte er am Hofe der Kaiserin Katharina II. von Rußland — in Petersburg — zu, ließ sich aber 1789 beurlauben, lebte dann oft den Aufenthalt wechselnd in Frankfurt a. M., Mainz und in Aachen. Aus dieser Zeit und der ruhigeren in Heilbronn sind aus den „Denkwürdigkeiten“ einige Proben gegeben. Wie er dort als „Wunder doctor“ den jungen Justinus Kerner behandelt hat, mag in dessen „Bilderbuch aus meiner Knabenzeit“ nachgelesen werden.

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© Julius Springer in Berlin 1923

Authors and Affiliations

  • Erich Ebstein
    • 1
  1. 1.LeipƶigDeutschland

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