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Altersabhängige Veränderungen der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane

  • Ernst Horstmann
  • Hans-Egon Stegner
Part of the Handbuch der Mikroskopischen Anatomie des Menschen book series (MIKROSKOPISCHEN, volume 7 / 4)

Zusammenfassung

Die postnatale Entwicklung des Genitale zu einem funktionstüchtigen Organ-system kommt erst in der Pubertät zum Abschluß. Im Neugeborenenalter wird die pubertale Reifung unter dem Einfluß der mütterlichen Hormone kurzzeitig und abortiv vorweggenommen (Puberté en miniature). Darin dokumentiert sich die frühe Bereitschaft des kompetenten Organmaterials zur Ausreifung, die unter physiologischen Bedingungen erst nach einer mehrjährigen Latenzzeit voll realisiert wird. Das äußere Genitale des Neugeborenen ist durchsaftet und blutreich. Die Labia minora sind stark entwickelt und geschwollen, sie drängen die großen Schamlippen auseinander, so daß die Vulva klafft. Dadurch werden auch die Clitoris und der hyperämische, verdickte Hymen sichtbar, der sich in manchen Fällen wie ein gestautes papillomatöses Gebilde aus der Schamspalte vorwölbt. Die klaffende Vulva des Neugeborenen ist also kein Kriterium der Unreife, sondern Folge der erhöhten Turgescenz von Labia minora, Hymen und Vestibularschleimhaut (Peter 1964). Die geschilderten Veränderungen können mehr oder weniger stark ausgebildet sein, sie gehören aber nicht zu den sog. Reife -merkmalen des Neugeborenen (Kondziella 1956). Die großen Labien zeigen beim Neugeborenen im Hinblick auf die Haar-und Drüsenentwicklung den Grad der altersentsprechenden epidermalen Differenzierung. Talgdrüsen entstehen im späten Fetalalter, und ihre Ausführungsgänge rücken im Laufe der Entwicklung mehr und mehr nach der Oberfläche, um schließlich dort frei zu münden. Die Terminalhaare der Labia majora und des Mons pubis erscheinen erst in der Präpubertät.

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Copyright information

© Springer-Verlag, Berlin · Heidelberg 1966

Authors and Affiliations

  • Ernst Horstmann
    • 1
  • Hans-Egon Stegner
    • 2
  1. 1.Anatomisches InstitutUniversität HamburgDeutschland
  2. 2.FrauenklinikUniversität HamburgDeutschland

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