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Statik des Beckens

  • H. Straßer

Zusammenfassung

Nachdem wir uns über die anatomischen Verhältnisse des Beckens und seiner Gliederungsstellen orientiert haben, müssen die in den letzteren möglichen Bewegungen resp. die in ihnen vorhandenen Bewegungsbeschränkungen untersucht werden. Da aber die tatsächlich stattiindenden Bewegungen nur klein sind, und aus dem Bau der Junkturen allein nicht mit genügender Sicherheit erschlossen werden können, so empfiehlt es sich, von vornherein auf die wirklich beim Lebenden auf das Becken einwirkenden Kräfte Rücksicht zu nehmen. Es fragt sich vor allem, wie bei den verschiedenen Ruhehaltungen die Widerstände der einzelnen Gliederungsstellen, und wie die einzelnen Skelettstücke in Anspruch genommen sind. Kaum an irgend einem Teil des Skelettes haben diese Fragen eine größere praktische Bedeutung als beim Becken, mit Rücksicht auf die Verhältnisse bei der Schwangerschaft und bei der Geburt. Deshalb ist es nicht zum verwundern, daß über die Mechanik des Beckens sehr viel nachgedacht und geschrieben worden ist. Doch herrscht auf diesem Gebiete noch keineswegs die wünschenswerte Klarheit. Neben richtigen Erwägungen machen sich viele mangelhafte und unzulängliche Auffassungen geltend. Die Lehre von der sog. Gewölbekonstruktion des Beckens ist nicht frei von Irrtümern. Ein irgendwie befriedigender Versuch, die Bedingungen des statischen Gleichgewichtes für beliebige Stellungen zu bestimmen und so das Problem in seinem ganzen Umfang, wenn auch nur in erster Annäherung, zu formulieren und zu behandeln, liegt nicht vor. Im folgenden werde ich mich bemühen, diese Lücke auszufüllen. Es erscheint mir durchaus notwendig und geboten, die Schwierigkeiten des Problems klarzulegen, statt über sie hinwegzugleiten. Für gewisse praktisch wichtige Fragen wird man sich zwar mit vereinfachenden Annahmen behelfen können und behelfen müssen. Es ist aber ein anderes, ob solche vereinfachende Annahmen gemacht werden auf Grund einer richtigen Einsicht in das gesamte Kräfteverhältnis oder auf Grund unklarer Vorstellungen. Auch der allgemeine Charakter der zu lösenden statisch mechanischen Aufgabe rechtfertigt die ausführliche Behandlung des Gegenstandes in unserem Lehrbuch.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1913

Authors and Affiliations

  • H. Straßer
    • 1
  1. 1.Universität BernSchweiz

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