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Das Kiefergelenk

  • H. Straßer

Zusammenfassung

Das den Körper durchziehende Eingeweiderohr ist vor dem Rachen im vorderen Teil des ventralen Kopfgebietes in zwei Abteilungen getrennt, eine obere Abteilung, welche durch eine mediane Scheidewand in zwei Räume (Nasenhöhlen) geteilt ist, und eine nach unten davon gelegene Abteilung, die Mundhöhle. Im Bereich der Nasenhöhle legt sich die Schleimhaut unmittelbar dem Skelett an. Die von Knochen und Knorpel gebildete Scheidewand und die zum größten Teil knöchernen, nur zum kleinen Teil knorpligen seitlichen Skelettwände verbinden sich oben mit der Schädelbasis; ganz vorn stoßen sie direkt miteinander in dem schräg vorwärts absteigenden Nasenrücken zusammen. Unten setzen sie sich in den knöchernen Boden der Nasenhöhle fort, der als harter Gaumen zugleich die Decke für den zentralen Raum der Mundhöhle bildet. Am seitlichen und vorderen Umfang des harten Gaumens aber ragt der Alveolarfortsatz abwärts, in welchen als Derivate der unmittelbar anliegenden Mundhöhlenschleimhaut die Zähne eingefügt sind. Neben den oberen vorderen Teilen der seitlichen Nasenwand liegen die Augen mit den sie umgebenden Weichteilen; hinter diesen senkt sich die Schädelbasis, gleichsam vom Gehirn (Schläfenlappen) abwärts getrieben, als Wand der mittleren Schädelgrube jederseits nach unten, zur Bildung einer Hinteraußenwand der Augenhöhle. Ein Boden entsteht für die Augenhöhle durch seitliche Verdickung der seitlichen Nasenwand (Oberkieferkörper), die allerdings keine solide Knochenmasse darstellt, sondern von der Nasenhöhle aus pneumatisiert ist (Kieferhöhle). Der vom Oberkieferkörper gebildete verdickte Teil der seitlichen Nasenwand ist vor allem durch einen aufsteigenden Jochpfeiler und einen rückläufigen oder horizontalen Jochbogen mit dem Seitenrand der Schädelbasis verstrebt.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1913

Authors and Affiliations

  • H. Straßer
    • 1
  1. 1.Universität BernSchweiz

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