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Die Relativität der Bewegungen und ihr Verhältnis zur Trägheit und Gravitation

  • Moritz Schlick

Zusammenfassung

Wäre man sich dieser letzten Wahrheit stets bewußt gewesen, so hätte der berühmte immer wieder erneuerte Streit über die Existenz der sogenannten absoluten Bewegung von vornherein ein anderes Antlitz bekommen. Der Begriff der Bewegung nämlich hat einen realen Sinn zunächst nur in der Dynamik, als Ortsveränderung materieller Körper mit der Zeit; die sogenannte reine Kinematik (zu Kants Zeiten „Phoronomie“ genannt) entsteht aus der Dynamik dadurch, daß man von der Masse abstrahiert, sie ist also die Lehre von der zeitlichen Änderung des Orts bloßer mathematischer Punkte. Inwieweit dieses Abstraktionsgebilde zur Naturbeschreibung dienen kann, läßt sich nur durch die Erfahrung entscheiden. Die Gegner der absoluten Bewegung argumentierten vor Einstein im Prinzip immer folgendermaßen: Jede Ortsbestimmung ist, da nur für ein bestimmtes Bezugssystem definiert, ihrem Begriff nach relativ, also auch jede Ortsveränderung; es gibt mithin nur relative Bewegung, d. h. es kann kein ausgezeichnetes Bezugssystem geben; da nämlich der Begriff der Ruhe ein relativer ist, muß ich jedes beliebige Bezugssystem als ruhend betrachten können.

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© Julius Springer in Berlin 1922

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  • Moritz Schlick

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