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Untersuchung des Urins

  • Georg Klemperer

Zusammenfassung

Die Untersuchung des Urins läßt erkennen:
  1. 1.

    Die Beschaffenheit der Nieren (und der ableitenden Harnwege). Die gesunden Nierenepithelien lassen das Eiweiß des Blutes nicht hindurchtreten. In Nierenkrankheiten ist oft die Harnmenge verändert, fast immer mischen sich Eiweiß und Formbestandteile dem Urin bei. Krankheiten der Blase gehen oft mit bakteritischen Zersetzungsvorgängen des Urins einher.

     
  2. 2.

    Die Wasserbilanz des Körpers. Der Vergleich zwischen Flüssigkeitsaufnahme und Urinmenge erlaubt in erster Linie einen Schluß auf die Funktion des Herzens und der Nieren, in zweiter Linie auf das Vermögen der Körpergewebe, insbesondere des Unterhautgewebes, das Wasser zu binden. Bei endokrinen Störungen kommt es zu Oligurie oder Polyurie (Myxödem, Hyper-thyreoidismus, hypophysärer Diabetes insipidus, endogene Fettsucht).

     
  3. 3.

    Den Verlauf des Stoffwechsels. Durch den Urin verlassen die Endprodukte der Eiweißzersetzung (Harnstoff usw.) den Körper; aus der Harnuntersuchung erkennt man das quantitative Verhältnis zwischen Stickstoffeinnahme und -Ausgabe, welches in Stoffwechselkrankheiten bestimmte Änderungen erfährt, sowie die Beimengung einiger Stoffe, die infolge gewisser Anomalien des Stoffwechsels dem normalen Abbau entgehen (Zucker, Ketonkörper, Cystin usw.).

     
  4. 4.

    Die Kraft des Herzens (s. S. 175).

     
  5. 5.

    Krankheiten anderer Organe, welche gewisse Stoffe in das Blut und infolgedessen in den Harn übergehen lassen. Bei Lebererkrankungen tritt Gallenfarbstoff, bei schweren Darmaffektionen Indican, bei Eiterungen Albumose im Urin auf.

     
  6. 6.

    Das Vorhandensein heterogener Stoffe, welche von außen dem Körper zugeführt werden, z. B. Jod, Quecksilber.

     

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Literatur

  1. 1.
    Am besten entnimmt man die Probe der in 24 Stunden gesammelten Urinmenge; dem Sammelgefäß setzt man 1 Eßlöffel Chloroform oder etwas Thymol hinzu, um Zersetzung zu verhüten. Wenn es darauf ankommt, Beimischungen aus der Harnröhre bzw. den äußeren Genitalien auszuschließen, braucht man frischen Katheterurin.Google Scholar

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1931

Authors and Affiliations

  • Georg Klemperer
    • 1
  1. 1.Krankenhauses MoabitBerlinDeutschland

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