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Theorien der Erklärung Abweichenden Verhaltens

  • Manfred Amelang

Zusammenfassung

Die Bandbreite normabweichenden Verhaltens ist beeindruckend: Sie reicht von Taten gegen Leib und Leben über solche gegen materielle Güter bis zu Verstößen gegen ideelle Werte; das Opfer kann eine Privatperson, eine Institution, der Staat als Ganzes oder auch nur die anonyme öffentliche Ordnung sein. Ausgehend von einigen Tatmerkmalen wie Höhe des Schadens, Art des Opfers und Motivation des Täters hat der Gesetzgeber eine Taxonomie von Straftatbeständen geschafffen, um die nachgerade endlose Vielfalt abweichender Verhaltensweisen auf eine überschaubare Anzahl von Klassen zu reduzieren; für jede der Kategorien steht. ein Rahmen von Sanktionen und Maßregeln zur Verfügung, der Raum läßt für die spezifische Ausgestaltung einer Tat im Einzelfall. Innerhalb der besagten Kategorien zählen Polizei, Gerichte und Strafanstalten die während bestimmter Zeiträume aufgetretenen Fälle. Daran orientieren sich auch die Befragungen zum Dunkelfeld mehr oder weniger eng. Gleichgültig, ob in Form der offiziell registrierten oder nur selbstberichteten Kriminalität, stets stellen die verfügbaren Häufigkeitsangaben, deren Verteilung über juristische, geographische, zeitliche oder soziale Kategorien das Material dar, an dem Theorien ansetzen, um das Auftreten der zugrundeliegenden Verhaltensweisen zu erklären und auf hypothetische Kausalfaktoren zurückzuführen. Dabei gilt es, die miteinander zum Teil inkompatiblen Ziele von einerseits Sparsamkeit und andererseits Universalität bzw. Generalität der Erklärungen im Auge zu behalten, d.h. bei gleicher Erklärungsmächtigkeit gegenüber empirischen Fakten (die hier in etwa stehen kann für das oberste Ziel wissenschaftlicher Arbeit, nämlich dem Streben nach Wahrhaftigkeit) ist jene Theorie einer anderen überlegen, die einen größeren Bereich von Phänomenen abdeckt und/oder mit sparsameren Annahmen auskommt.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1986

Authors and Affiliations

  • Manfred Amelang
    • 1
  1. 1.Psychologisches InstitutUniversität HeidelbergHeidelberg 1Deutschland

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