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Zusammenfassung

Zum Zustandekommen der willkürlichen Bewegungen gehört nicht nur eine normale Funktion des Pyramidensystems, sondern es bedarf hierzu noch der Mitwirkung einer Reihe anderer motorischer Apparate. Charakteristisch für diese Apparate ist u. a., daß wir uns ihrer Funktion meist nicht klar bewußt sind, daß sie arbeiten, ohne daß wir unsere Aufmerksamkeit darauf zu richten brauchen. So kam es, daß man auf die große Bedeutung dieser extrapyramidalen motorischen Systeme erst durch ihre Erkrankung aufmerksam geworden, ist. Im Groben können wir zwei extrapyramidale Bewegungsstörungen unterscheiden, die zerebellaren und die sogenannten striären. Zwischen beiden bestehen vielfache Beziehungen wegen der mannigfachen Bahnen, die sie verbinden, so daß Schädigungen des einen Gebiets auch Störungen in der Funktion des andern bedingen können. Man wird daher bei einer Besprechung extrapyramidaler Bewegungsstörungen damit rechnen müssen, ein breites Übergangsgebiet vorzufinden. Es ist für die vorliegende Betrachtung zweckmäßig, sich vorläufig nicht nur an die Lokalisation des Krankheitsprozesses zu halten, sondern klinische Gesichtspunkte in den Vordergrund zu stellen. Die große Mehrzahl der hier in Betracht kommenden Erscheinungen läßt sich unterbringen in dem von Strümpell geprägten Begriff des amyostatischen Symptomenkomplexes. Wie das Wort amyostatisch ausdrückt, handelt es sich dabei um eine Vereinigung von Störungen der Myostatik: Muskelgruppen, welche der Fixation von Körperabschnitten dienen, versagen, d. h. sie werden entweder zur unrichtigen Zeit resp. quantitativ unrichtig innerviert, oder es treten Unregelmäßigkeiten in ihrem Zusammenwirken auf. Nicht hierher gehören die rein zerebellaren Funktionen, soweit sie der Erhaltung des allgemeinen statischen Körpergleichgewichts dienen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1922

Authors and Affiliations

  • A. Bostroem
    • 1
  1. 1.Universität LeipzigDeutschland

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