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Bewertungsmethoden der neoklassischen Theorie und Nachhaltigkeit

  • Bernd Klauer
Chapter
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Part of the Umwelt und Ökonomie book series (UMWELT, volume 25)

Zusammenfassung

Wie wir im letzten Kapitel gesehen haben, treten bei der Operationalisierung des Nachhaltigkeitskonzeptes Bewertungsprobleme auf. Die Zuverlässigkeit der aus den Operationalisierungsansätzen resultierenden Managementregeln, d.h. die Wahrscheinlichkeit, daß ein Einhalten der Regeln auch tatsächlich zu einer nachhaltigen Entwicklung fuhrt, hängt entscheidend davon ab, inwiefern es gelingt, diese Bewertungsprobleme zu lösen. In der Ökonomik wurde eine umfassende Werttheorie entwickelt, die zur Lösung dieser Bewertungsprobleme in Frage kommt. Den Kern dieser neoklassischen Werttheorie bildet die sogenannte Allgemeine Gleichgewichtstheorie. Mit ihr läßt sich erklären, wie es auf Märkten zu einem einheitlichen Preissystem für die Güter kommt und wie sich in diesen Preisen die individuellen Wertschätzungen der Wirtschaftssubjekte widerspiegeln.

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Literatur

  1. 1.
    Es sei hier auf Debreu 1959, Arrow/Hahn 1971, Malinvaud 1985 und Varian 1994 verwiesen.Google Scholar
  2. 3.
    Falls die Präferenzen eines Individuums vollständig, reflexiv, transitiv und stetig sind sowie lokale NichtSättigung vorliegt, existiert eine stetige Nutzenfunktion, die diese Präferenzen repräsentiert (Varian, 1985: 118).Google Scholar
  3. 4.
    Wir werden weitere Probleme des Pareto-Kriteriums in Abschnitt 4.3.2 im Zusammenhang mit der Kosten-Nutzen-Analyse diskutieren.Google Scholar
  4. 5.
    Die Begriffe „Effizienz“, „Pareto-Effizienz“und „Pareto-Optimalität“werden in der Literatur häufig synonym verwendet (Malinvaud 1985: 81; Arrow/Hahn 1971: 91). Wir schließen uns diesem Sprachgebrauch an. Einige Autoren (z.B. Bernholz/Breyer 1993: 17–20) differenzieren: sie verwenden „Effizienz“, um damit einen Zustand zu charakterisieren, bei dem effizient produziert wird, d.h. bei dem keine Produktionsmittel verschwendet werden, wohingegen sie einen gesamtwirtschaftlichen Zustand dann Pareto-optimal nennen, wenn kein Wirtschaftssubjekt besser gestellt werden kann, ohne daß ein anderes schlechter gestellt wird. Produktionseffizienz ist, NichtSättigung vorausgesetzt, eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für Pareto-Optimalität.Google Scholar
  5. 6.
    Ein Beispiel für ein Modell, in dem der erste Wohlfahrtssatz nicht mehr gilt, kann für den Fall unendlichen Zeithorizontes und überlappender Generationen konstruieren werden (Varian 1994: 369).Google Scholar
  6. 7.
    Die Entscheidungssituation, die von Debreu (1959: Kap. 7) als Unsicherheitssituation (uncertainty) bezeichnet wird, wird ansonsten häufig nach Knight (1921: 232) als Risikosituation (risk) bezeichnet. Knight zufolge liegt eine Risikosituation vor, wenn dem Entscheider für jede Handlungsalternative die Eintrittswahrscheinlichkeiten der verschiedenen Umweltzustände bekannt sind. Von einer Unsicherheitssituation spricht er hingegen, wenn der Entscheider die Wahrscheinlichkeitsverteilung der Umweltsituationen nicht kennt.Google Scholar
  7. 8.
    Vgl. Neumann/Morgenstern (1944); siehe auch Varian (1994: 172–176).Google Scholar
  8. 9.
    Einen guten Überblick über Modelle mit überlappenden Generationen bietet Geanakoplos(1987).Google Scholar
  9. 10.
    Man beachte, daß die Güter auch nach den Zuständen der Welt, bei denen sie zur Verfügung stehen unterschieden werden (vgl. Abschnitt 4.2.2).Google Scholar
  10. 11.
    Ein weiterer häufiger Grund für Marktversagen, das Auftreten von Monopolen (aufgrund von zunehmenden Skalenerträgen), wird in der Regel nicht mit Umweltproblemen in Verbindung gebracht.Google Scholar
  11. 12.
    Transaktionskosten (d.h. Verletzung von Prämisse 4) sind bei externen Effekten ebenfalls von Bedeutung. Coase (1960) hat darauf aufmerksam gemacht, daß bei Abwesenheit von Transaktionskosten und wohldefinierten Eigentumsrechten Schädiger und Geschädigter in privaten Verhandlungen trotz des externen Effektes zu einer Pareto-effizienten Einigung gelangen.Google Scholar
  12. 13.
    Beispielsweise wird in Hartwicks Modellen (1977, 1978a, 1978b) „intergene-rational equity“mit konstantem Konsumstrom gleichgesetzt.Google Scholar
  13. 14.
    Die konvexe Form der Menge aller möglichen Wohlfahrtskombinationen erhält man beispielsweise, wenn man von einem Modell ausgeht, bei dem eine nicht-erneuerbare Ressource zwischen den beiden Generationen aufgeteilt wird und die Wohlfahrtsfunktionen, die allein von dieser Ressource abhängen, bei beiden Generationen abnehmende Grenzwohlfahrt aufweist (Woodward/Bishop 1995: 103–104).Google Scholar
  14. 15.
    Es wird damit die Annahme getroffen, daß der Nutzen der Individuen kardinal meßbar ist und ein interpersoneller Vergleich der Nutzenniveaus möglich ist. Diese Annahmen werden benötigt, um Aussagen über die Fairneß einer Verteilung machen zu können. Einwände gegen diese Annahmen sind in diesem Falle nicht so gewichtig, da mit Hilfe des Modells nur ein Beispiel dafür gegeben werden soll, daß ein Pareto-effizienter Zustand nicht notwendigerweise nachhaltig ist.Google Scholar
  15. 16.
    Gegen diese Definition können Einwände erhoben werden. Betrachtet man eine Situation, in der beiden Generationen die gleichen Möglichkeiten zur Bedürfnisbefriedigung (insbesondere die gleichen Mengen an Ressourcen) zur Verfügung stehen, die eine Generation aber aufgrund von selbstverschuldeten Ineffizienzen in der Produktion nicht das gleiche Wohlfahrtsniveau erreicht wie die andere. Man kann sich auf den Standpunkt stellen, daß diese Situation ebenso als nachhaltig bezeichnet werden sollte, weil die Möglichkeiten zur Bedürfnisbefriedigung fair verteilt waren (Woodward/Bishop 1995: 104).Google Scholar
  16. 17.
    Vgl. Fußnote 2 in diesem Kapitel.Google Scholar
  17. 18.
    Wie aus Abbildung 4.3 ersichtlich, sind nicht alle Punkt der Kurve NN’ Pareto-optimal, wenn man alle möglichen Güterverteilungen in den Situationen vor und nach der Durchführung der Maßnahme vergleicht. Die Pareto-optimalen sind in diesem Fall nämlich durch die Kurve N’OM gegeben.Google Scholar
  18. 19.
    Cummings, Brookshire und Schulze (1986: 35) geben eine Liste von acht Studien mit insgesamt 15 Messungen an, bei denen die Entschädigungsforderungen die Zahlungsbereitschaften um den Faktor 1,5 bis 13 übertreffen.Google Scholar

Copyright information

© Physica-Verlag Heidelberg 1998

Authors and Affiliations

  • Bernd Klauer
    • 1
  1. 1.Abteilung Ökologische Ökonomie und UmweltsoziologieUFZ - Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle GmbHLeipzigDeutschland

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