Advertisement

Spezialisierung und das nationale Zahlungssystem

  • Bernhard Wieland
Chapter
  • 18 Downloads
Part of the Wirtschaftswissenschaftliche Beiträge book series (WIRTSCH.BEITR., volume 113)

Zusammenfassung

Dieses Kapitel befaßt sich mit einem Sonderfall der Spezialisierung im Bankwesen. Es ist denkbar, daß der bisher geschilderte Prozeß der Spezialisierung auch zu einer weitgehenden Trennung von Zahlungsverkehr und Kreditvergabe in einer Volkswirtschaft fuhren könnte. Betrachtet man nämlich ein Zahlungsverkehrssystem rein unter dem Blickwinkel der Telekommunikation, handelt es sich dabei um nichts anderes als einen speziellen Mehrwertdienst. Warum sollten sich nicht Unternehmen finden, die sich auf diese Art von Mehrwertdienst spezialisieren? Warum sollte es darüberhinaus nicht sogar zu Wettbewerb bei dieser spezialisierten Dienstleistung kommen?

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 2.
    Erschienen in: Kredit und Kapital, 26. Jg., 1993, Heft 2, S. 151 ff.Google Scholar
  2. 3.
    Zum Folgenden vgl. auch T. Godschalk, a.a.O., S. 188 ff., und Flannery, Jaffee, a.a.O., Kapitel 4.Google Scholar
  3. 4.
    Godschalk, a.a.O., S. 184. Vgl. auch Bernhardt, Dambmann, a.a.O., S. 110. Auch in den Niederlanden und Schweden wird an einem nationalen elektronischen Zahlungssystem gearbeitet.Google Scholar
  4. 6.
    Es gibt Größenvorteilsstudien zu Teilaspekten des Zahlungsverkehrssystems. Größenvorteile bei Geldausgabe- und Bankautomatennetzen untersucht z.B. D. Walker: Economies of Scale in Electronic Funds Transfer Systems. In: Journal of Banking and Finance, Vol. 2, 1978, S. 65 ff.Google Scholar
  5. 6a.
    Größenvorteile beim elektronischen Scheck-Clearing werden geschätzt bei D. Humphrey: Scale Economies at Automated Clearing Houses. In: Journal of Bank Research, Vol. 12, No. 2, Summer 1981, S. 71 ff. Ders: Economies of Scale in Federal Reserve Check Processing Operations. In: Journal of Econometrics, Vol. 15, 1981, S.155 ff. (Weitere Literaturangaben finden sich bei Godschalk, a.a.O., S. 213 ff).Google Scholar
  6. 6b.
    Größenvorteile im Bereich der Datenverabeitung von Banken untersucht W. Longbrake: Computers and the Cost of Producing Banking Services. In: Journal of Bank Research, Autumn 1973, S. 194 ff Alle Studien finden deutlich ausgeprägte Größenvorteile in den von ihnen jeweils untersuchten Teilbereichen. Humphrey spricht sogar von einem natürlichen Monopol im Bereich des elektronischen Scheck-Clearing.Google Scholar
  7. 7.
    Vgl. B. Wieland: Regulierung der Telekommunikation. In: M. Krakowski (Hrg.): Regulierung in der Bundesrepublik Deutschland. Hamburg 1988, S. 242 ff.Google Scholar
  8. 8.
    Ein von der technischen Struktur her ähnliches Modell entwickelt A. Storck: Die Technik- und Beratungs-Bank. Frankfurt a.M. 1983. Er plädiert für die Gründung einer landesweiten, genossenschaftlich von allen Banken und der Bundesbank betriebenen elektronischen Transaktionsbank (der “Technikbank”), die alle Routinetransaktionen abwickelt. Die Privatbanken konzentrieren sich dann nur noch auf Beratungsdienstleistungen. Die Monopolstellung der Technikbank steht in scharfem Gegensatz zur weiter unten eingenommenen Haltung, in der Wettbewerb bei den Zahlungssystemen gefordert wird.Google Scholar
  9. 10.
    Die Kreditkartengesellschaften verstehen sich durchaus in diesem Sinne. Vgl. den allerdings noch sehr vorsichtigen Beitrag von D. Hock: Konkurrenz für Banken oder: Die Zukunft der Finanzmonopole. In: bank und markt, Zeitschrift für Unternehmensfuhrung und Marketing, Sonderausgabe Zahlungsverkehr und Bankgeschäft, 10. Jg., 15.4.1981, S.4 ff.Google Scholar
  10. 11.
    Vgl. E. H. Solomon: Electronic Money and Payments. In: E. H. Solomon: Electronic Money Flows — The Molding of a New Financial Order. Boston et al. 1991, S. 28.Google Scholar
  11. 13.
    D. Elixmann: Econometric Estimation of Production Structures: The Case of the German Telecommunications Carrier. Diskussionsbeitrag Nr. 57 des Wissenschaftlichen Instituts für Kommunikationsdienste, Bad Honnef 1990. Insofern gilt nicht mehr Godschalks Aussage (a.a.O., S. 217), daß der natürliche Monopol-Charakter eines offenen elektronischen Datenübertragungsnetzes “auch in der deutschen Diskussion nahezu unumstritten” sei.Google Scholar
  12. 14.
    Soweit erkennbar, haben aber die bestehenden europäischen Politikinitiativen eher ein europäisches Zahlungsverkehrsmonopol im Auge. Die Begründung ist das Payment-Systems-Risk. Vgl. T. Padoa-Schioppa: Large-Value Payment Systems: a European Perspective. Vortrag auf der 12th Payment Systems International Conference, London, 6 October 1992. Padoa-Schioppa ist Deputy Director General der Zentralbank Italiens.Google Scholar
  13. 15.
    Wie im vorangegangenen Kapitel bereits erwähnt, nennt Stigler dies den Survivor Test. Vgl. G. Stigler: The Economies of Scale. In ders.: The Organization of Industry. Chicago 1968, S. 71 ff.Google Scholar
  14. 16.
    Vgl. W. Baumol, J. Panzar, R. Willig: Contestability and the Theory of Industry Structure. Revised Edition. San Diego 1988.Google Scholar
  15. 16a.
    Vgl. auch B. Wieland: Die ökonomische Theorie des natürlichen Monopols. Ders.: Größenvorteile und natürliches Monopol aus empirischer Sicht. Diskussionsbeiträge zur Telekommunikationsforschung, Nr.2 und 13, Wissenschaftliches Institut für Kommunikationsdienste, Bad Honnef, August 1983 und Juni 1985.Google Scholar
  16. 17.
    Vgl. das Vorwort von Elizabeth Bailey zum genannten Buch von Baumol, Panzar und Willig. Zum AT&T-Fall vgl. B. Wieland: Die Entflechtung des amerikanischen Fernmeldemonopols. Berlin, Heidelberg, New York 1985.CrossRefGoogle Scholar
  17. 18.
    Dies ist die Kernaussage der sogenannten Contestability Literatur, deren Bibel das bereits zitierte Buch von Baumol, Panzar und Willig ist. Die zweite Auflage dieses Buches enthält ein neues abschließendes Kapitel über die theoretischen Entwicklungen seit dem ersten Erscheinen dieses Buches im Jahr 1982.Google Scholar
  18. 19.
    Zum Begriff der Sunk-Cost vgl. Baumol, Panzar, Willig, a.a.O. Zum Begriff der Marktzutrittsbarrieren vgl. G. Stigler: Barriers to Entry, Economies of Scale, and Firm Size. In ders.: The Organization of Industry. Chicago 1968, Kapitel 6.Google Scholar
  19. 19a.
    Eine weitergehende Analyse von Markzutrittsbarrieren ist C.C. von Weizsäcker: Barriers to Entry: A Theoretical Treatment. Berlin 1980.Google Scholar
  20. 21.
    Vgl. J. Buchanan: An Economic Theory of Clubs. In: Economica, Vol. 32, 1965, S. 1 ff.Google Scholar
  21. 21a.
    Einen Überblick über die Theorie der Clubs geben T. Sandler, J. Tschirhart: The Economic Theory of Clubs: An Evaluation Survey. In: Journal of Economic Literature, Vol. 18, 1980, S. 1481 ff.Google Scholar
  22. 22.
    Vgl. beispielsweise die Begründungen zur “Vereinbarung für das institutsübergreifende Geldausga-beautomaten-System” im Mai 1979, die bei Godschalk, a.a.O., S. 131 ff. zusammengefaßt werden, oder die Entstehungsgeschichte des SWIFT-Netzes. (Die Geschichte des SWIFT-Netzes wird z.B. dargestellt in U. Schürenkrämer: Technologiebewertung des internationalen Datennetzes der Kreditinstitute — SWIFT in Prognose und Realität. Berlin 1987.) Vgl. auch Schmalenbach-Gesellschaft, Arbeitskreis “Planung in Banken” (Hrg.): Finanzwettbewerb in den 90er Jahren — Thesen und Informationen. Wiesbaden 1992, S. 141 (letzter Absatz zum Thema des Outsourcing).Google Scholar
  23. 23.
    In bezug auf Deutschland vgl. hierzu Pfeiffer, Wieland, a.a.O., S. 22 ff.Google Scholar
  24. 24.
    § 102 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) stellt die Kreditwirtschaft frei vom Kartellverbot des § 1 GWB, vom Verbot vertraglicher Preis- und Konditionenabsprachen (§15 GWB) und vom Verbot von Verbandsempfehlungen (§ 38 GWB, Abs. 1, Nr. 11).Google Scholar
  25. 25.
    Vgl. Godschalk, a.a.O., S. 255 ff.Google Scholar
  26. 26.
    Eine Zusammenfassung findet man bei Godschalk, a.a.O., S. 201. Auf S. 205 spricht sich Godschalk auf der Basis dieser Argumente klar gegen die Zulassung von Wettbewerb aus. Einen zusammenfassende Diskussion der gemeinhin angeführten Pro-Regulierungsargumente findet man z.B. in C.C. von Weizsäcker: C.C. von Weizsäcker: Staatliche Regulierung — positive und normative Theorie. In: Schweizerische Zeitschrift für Volkswirtschaft und Statistik, Heft 3/1982, S. 325 ff.Google Scholar
  27. 27.
    Vgl. von Weizsäcker, a.a.O.Google Scholar
  28. 28.
    A. Alchian, W. Allen: University Economics. 3rd. ed. Belmont, Ca., 1972, S. 373.Google Scholar
  29. 29.
    Zur Einführung in das Thema der Standardisierung vgl. J. Farrell, G. Saloner: Economic Issues in Standardization. Working Paper, No. 393, Massachusetts Insitute of Technology, Department of Economics, October 1985.Google Scholar
  30. 29a.
    Vgl. ferner den umfassenden Übersichtsartikel von Paul David und Shane Greenstein: The Economics of Compatibility Standards: An Introduction to Recent Research. Vervielfältigt, Stanford Universität, 1990.Google Scholar
  31. 29b.
    Vgl. auch G. Pfeiffer: Kompatibilität und Markt. Baden-Baden 1989.Google Scholar
  32. 29c.
    D. Evans, S. Grossman: Integration. In: D. Evans (Hrg.) Breaking up Bell. New York 1983, S. 95 ff., hier S. 107 ff.Google Scholar
  33. 30.
    P. David: Clio and the Economics of QWERTY. In: American Economic Review, Vol. 75, May 1985, S. 332 ff. Davids Darstellung wird kritisiert von S. Liebowitz, S. Margolis: The Fable of the Keys. In: Journal of Law and Economics, Vol. 33, S. 1 ff.Google Scholar
  34. 31.
    Evans, Grossman, a.a.O.Google Scholar
  35. 32.
    Vgl. etwa Bernhardt, Dambmann, a.a.O., S. 82 und 136. (“Das Geschäft des Einzelhandels ist der Verkauf von Konsumgütern und nicht die Vermietung von Standflächen für Bankautomaten”, S. 85.)Google Scholar
  36. 33.
    Vgl. E.H. Solomon: Banks, Consumers, and the Law. In: Dies. (Hrg): Electronic Money Flows — The Molding of a New Financial Order. Boston et al. 1991, S. 157 ff.Google Scholar
  37. 33a.
    Die Ökonomische Theorie des Zusammenschlusses von Bankautomatennetzen diskutiert N. Economides: Compatibility and the Creation of Shared Networks. In: Guerin-Calvet, M., Wildman, S. (Hrg.): Electronic Services Networks, A Business and Public Policy Challenge. New York et al. 1991, S. 39 ff.Google Scholar
  38. 33b.
    C. Matutes, A. J. Padilla: Shared ATM Networks and Banking Competition. In: European Economic Review, Vol. 38, 1994, S. 1113 ff.Google Scholar
  39. 34.
    Zum Thema des Predatory Pricing existiert eine umfassende Literatur. Zur ersten Orientierung vgl. J. Tirole: The Theory of Industrial Organization. Cambridge, Mass., 1988, Chapter 9. Vgl. auch den Übersichtsartikel mit dem Titel Predation, Monopolization and Antitrust, von Ordover und Saloner im Handbook of Industrial Economics (Hrg.: R. Schmalensee, R. Willig). Amsterdam 1989, Chapter 9.Google Scholar
  40. 35.
    Alexis de Tocqueville: Über die Demokratie in Amerika. München 1976 (dtv-Ausgabe), S. 583.Google Scholar
  41. 36.
    Siehe Fußnote 47 im vorigen Kapitel.Google Scholar
  42. 37.
    Als einführende Literatur sei genannt: B. Herz: Geldpolitik bei finanziellen Innovationen. Frankfurt a.M. 1988.Google Scholar
  43. 37a.
    K. Ruckriegel: Finanzinnovationen und nationale Geldpolitik. Bayreuth 1988.Google Scholar
  44. 37b.
    Vgl. auch J. Sijben: Financial Innovations, Monetary Policy and Financial Stability. In: Kredit und Kapital, 21. Jg., 1988, S. 45 ff.Google Scholar
  45. 37c.
    Aus Sicht der Deutschen Bundesbank: P. Bofinger: Geldpolitische Regulierungen und Finanzinnovationen. In: Aussenwirtschaft, Heft II/III, 1987, S. 251 ff.Google Scholar
  46. 38.
    Vgl. A. Phillips, M. Berlin: Technology and Financial Services: Regulatory Problems in a Deregulated Environment. Discussion Paper No.8, Fishman Davidson Center for the Study of the Services Sector, The Wharton School, University of Pennsylvania, June 1985, S. 9 f.Google Scholar
  47. 38a.
    Vgl. auch C.C. von Weizsäcker: Inwieweit ist es notwendig Kapitalmärkte zu regulieren? In: D. Schneider (Hrg.): Kapitalmarkt und Finanzierung. Schriften des Vereins für Socialpolitik N.F., Bd. 165, Berlin 1987, S. 71 ff. hier S. 76 f.Google Scholar
  48. 40.
    Im traditionellen IS-LM Diagramm fuhrt dies zu einer steilen LM-Kurve. Im Extremfall, in dem die Geldnachfragefunktion gar keine Zinselastizität mehr aufweist, verläuft die LM-Kurve sogar vertikal. Für eine Analyse der in diesem Abschnitt angesprochenen Probleme im Rahmen des IS-LM Diagramms vgl. J. Tobin: Financial Structure and Monetary Rules In: Kredit und Kapital, Nr. 2, 1983, S. 155 ff.Google Scholar
  49. 40a.
    Vgl. auch L. Menkhoff: Makroökonomische Wirkungen der Einführung von Geldmarktfonds. In: Konjunkturpolitik, Heft 6, 1990, S. 378 ff.Google Scholar
  50. 41.
    Dieser Ansatz wurde von Tobin und den Autoren des Radcliffe Reports begründet. Eine gut geschriebene Darstellung der Liquiditätstheorie ist R. Schittko: Der Liquditätsansatz in der Geldtheorie. Bochum (Studienverlag Dr. N. Brockmeyer) 1980.Google Scholar
  51. 41a.
    Die klassischen Artikel von Tobin, in denen die “Yale Richtung” der Liquiditätstheorie begründet wird sind: J. Tobin: Commercial Banks as Creators of “Money”. In: Deane Carson (Hrg.) Banking and Monetary Studies, Homewood, Ill., 1963, S. 408 ff.Google Scholar
  52. 41b.
    J. Tobin, W. Brainard: Financial Intermediaries and the Effectiveness of Monetary Controls. In: American Economic Review, Vol. 53, 1963, S. 383 ff.Google Scholar
  53. 41c.
    Ferner: J. Tobin: A General Equilibrium Approach to Monetary Theory. In: Journal of Money, Credit, and Banking, Vol.1, 1969, S. 15 ff. Alle drei Aufsätze sind wiederabgedruckt in Tobins Essays in Economics. Vol. I, Macroeconomics. Chicago 1971.Google Scholar
  54. 42.
    Im Grunde wurde dieser Ansatz bereits von der Banking-Schule im berühmten Streit um die Peelsche Bankakte zwischen der Banking und der Currency Schule im vorigen Jahrhundert vertreten. Der § 4 des in der vorigen Fußnote zitierten Buches von R. Schittko bringt eine ausführliche Darstellung dieser Kontroverse, wobei die Sympathien der Autorin auf der Seite der Banking Schule sind. Umgekehrt verteilt sind die Sympathien in der Darstellung von F. A. Lutz: Das Grundproblem der Geldverfassung. In: Ders.: Geld und Währung, Tübingen 1962, S. 28 ff.Google Scholar
  55. 43.
    Vgl. P. Cagan: Regulation and the Monetary Economy. In: C. Lawrence, R. Shay (Hrg.): Technological Innovation, Regulation, and the Monetary Economy. Cambridge, Mass., 1986, S. 196 ff, hier S. 198.Google Scholar
  56. 44.
    J. Tobin: Financial Structure and Monetary Rules, a.a.O., S. 170. Ders.: Closing Comments, in: C. Lawrence, R. Shay, a.a.O., S. 207 f.Google Scholar
  57. 45.
    So z.B. C.C. von Weizsäcker: Ziellos ohne Mengenziel. In: Wirtschaftswoche, 8.1.1988, S. 56 ff. Vgl. auch P. Cagan, a.a.O.Google Scholar
  58. 47.
    In Deutschland war dieser Vorschlag das zentrale Element des sogenannten Gocht-Plans, der Mitte der 70er Jahre von dem damaligen Mitglied des Zentralbankrates R. Gocht vorgebracht wurde. Vgl. Godschalk, a.a.O., S. 281.Google Scholar
  59. 48.
    Eine Verzinsung der Mindestreserven erfolgt heute schon z.B. in Australien, Schweden und Italien. (Vgl. B. Herz, a.a.O., S. 111, Fn. 13.)Google Scholar
  60. 49.
    Vgl. M. Friedman: A Program for Monetary Stability. New York 1960, S. 71 ff. Die Zentralbank würde die Verzinsung der Mindestreserven aus der Verzinsung der von ihr gehaltenen Staatspapiere oder der von den Banken erworbenen Titel bestreiten. Die Regierung ihrerseits kann die Mittel zur Bezahlung der Zinsen nur aus Steuern oder Krediten erhalten. (Friedman, a.a.O., S. 72.) Letztlich wird also die Verzinsung der Mindestreserven vom Steuerzahler finanziert, der sie allerdings in Form höher verzinster Depositen zum Teil wieder zurückerhält.Google Scholar
  61. 50.
    Vgl. Menkhoff, a.a.O., S. 394.Google Scholar
  62. 51.
    In den USA und in Frankreich haben die Geldmarktfonds den Banken erhebliches Geschäft abgenommen. Bisher scheint allerdings die Anlage in Geldmarktfonds eher als Substitut für Spareinlagen und Termingelder angesehen zu werden als für Sichteinlagen. (Vgl. M. Laux: Geldmarktfonds in Europa. In: Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen, 8/1988, S. 26 ff.) Ober die Frage, in welchem Ausmaß Geldmarktfonds sich in Deutschland durchsetzen werden, bestehen unterschiedliche Auffassungen. Auf der einen Seite stehen die “Optimisten” (aus Sicht der Kreditinstitute), die nur eine geringe Wirkung erwarten, da das Universalbankensystem den Wünschen der Nachfrager in hohem Maße gerecht werde, der deutsche Anleger konservativer sei als in anderen Ländern und eine hohe Institutsloyalität aufweise. Auf der anderen Seite stehen die “Pessimisten”, die ein erhebliches Nachfragepotential sehen. Sie vermuten, daß innerhalb weniger Jahre Anteile im Wert von rd. 100 Mrd. DM verkauft werden könnten. Dies würde etwa 15% des gegenwärtig in Spareinlagen und Termingeldern unter 4 Jahren angelegten Vermögens entsprechen. Selbst die pessimistische Variante ist also nicht zu pessimistisch.Google Scholar
  63. 51a.
    (Vgl. L. Menkhoff: Aufgestautes Nachfragepotential für Geldmarktfonds. In: Wirtschaftsdienst, 1990/X, S. 523 ff.) Eine neuere Ausarbeitung der Schmalenbach-Gesellschaft hält allerdings 20–30% aller bei den Banken deponierten Kundengelder für geldmarktfondsfahig. (Vgl. Schmalenbach-Gesellschaft, Arbeitskreis “Planung in Banken” (Hrg.): Finanzwettbewerb in den 90er Jahren — Thesen und Informationen. Wiesbaden 1992, S.26.) Die Bundesbank nahm gegenüber Geldmarktfonds bis vor kurzem eine restriktive Haltung ein, da sie dadurch die Möglichkeiten der Geldmengensteuerung gefährdet sah. Mittlerweile sind Geldmarktfonds in Deutschland jedoch zugelassen.Google Scholar
  64. 52.
    Vgl. M. Marquis, W. Witte: Cash-Management and the Demand for Money by Firms. In: Journal of Macroeconomics, Vol. 11, 1989, S. 333 ff.Google Scholar
  65. 53.
    Vgl. z.B. J.-P. Kaven: Mindestreserve — eine überholte Zwangsabgabe. In: Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen, 23/1990, S. 1157 ff.Google Scholar
  66. 54.
    J. Tobin: Commercial Banks as Creators of “Money”, a.a.O.Google Scholar
  67. 55.
    Vgl. E.H. Solomon: Todays Money: Image and Reality. In: E.H. Solomon (Hrg.): Electronic Money Flows — The Molding of a New Financial Order, Boston et al. 1991, S. 11 ff.Google Scholar
  68. 56.
    Priorität gebührt hier den Autoren B. Klein und E. Thompson. Vgl. B. Klein: The Competitive Supply of Money. In: Journal of Money, Credit, and Banking, Vol. 6, 1974, S. 423 ff.,Google Scholar
  69. 56a.
    und E. Thompson: The Theory of Money and Income Consistent with Orthodox Value Theory. In: G. Horwich, P. Samuelson (Hrg.): Trade, Stability and Macroeconomics. New York 1974, S. 427 ff. Weithin bekannt wurden diese Ideen aber erst, als F. A. von Hayek sie unabhängig von den beiden Autoren erneut zur Debatte stellte.Google Scholar
  70. 56b.
    Vgl. F. A. von Hayek: Choice in Currency: A Way to Stop Inflation, London, Institute of Economic Affairs, 1976. Ders.: Denationalization of Money: An Analysis of the Theory and Practice of Concurrent Currencies. 2nd. ed. London (Institute of Economic Affairs) 1977. (In Deutsch erschienen als: Entnationalisierung des Geldes, Eine Analyse der Theorie und Praxis konkurrierender Umlaufsmittel. Tübingen 1977.)Google Scholar
  71. 56c.
    Zur Diskussion dieser Überlegungen vgl. z.B. den von P. Salin herausgegebenen Sammelband: Currency Competition and Monetary Union. Den Haag 1984. In diesem Band kommen alle namhaften Protagonisten zu Wort.CrossRefGoogle Scholar
  72. 56d.
    Vgl. ferner: M. Hellwig: What do we know about Currency Competition? In: Zeitschrift fur Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Heft 5, 1985, S. 565 ff.Google Scholar
  73. 57.
    Bekannte Vertreter dieser Richtung sind L. White, G. Selgin und D. Glasner. Vgl. L. White: Free Banking as an Alternative Monetary System. In: B. Siegel (Hrg.): Money in Crisis. Cambridge, Mass., 1984, S. 269 ff. Ders.: Free Banking in Britain — Theory, Experience, and Debate. Cambridge 1984.Google Scholar
  74. 57a.
    Vgl. auch G. Selgin, L. White: The Evolution of a Free Banking System. In: Economic Journal, Vol. 25, 1987, S. 439 ff.Google Scholar
  75. 57b.
    D. Glasner: Free Banking and Monetary Reform. Cambridge 1989. Die Autoren dieser Richtung verteten eine “österreichische” Sicht der Geldtheorie. Historische Studien (z.B. des schottischen Bankensystems im 18. Jahrhunderts) spielen eine große Rolle. Zentraler Prüfstein einer Geldverfassung ist für diese Autoren stets, ob sich eine solche Verfassung spontan entwickeln würde.CrossRefGoogle Scholar
  76. 58.
    Vgl. M. Friedman: Currency Competition: A Sceptical View. In: P. Salin (Hrg.), a.a.O., S. 42 ff.Google Scholar
  77. 59 Die “klassischen” Beiträge zu diesem Theoriestrang sind: E. Fama: Banking in the Theory of Finance. In: Journal of Monetary Economics, Vol. 6, 1980, S. 39 ff.Google Scholar
  78. 59a.
    R. Greenfield, L. Yeager: A Laissez-Faire Approach to Monetary Stability. In: Journal of Money, Credit, and Banking, Vol.15, 1983, S. 302 ff.Google Scholar
  79. 59b.
    Beide Aufsätze fußen ihrerseits auf F. Black: Banking and Interest Rates in a World Without Money. In: Journal of Bank Research, 1970, S. 8 ff.Google Scholar
  80. 59c.
    Eine kritische Diskussion möglicher Vorläufer gibt S. Sumner: The Forerunners of “New Monetary Economics” Proposals to stabilize the Unit of Account. In: Journal of Money, Credit, and Banking, Vol. 22, 1990, S.109 ff.Google Scholar
  81. 59d.
    Weiterhin ist zu nennen R. Hall: The Government and the Monetary Unit. Manuskript, Stanford University, Economics Department, 1981. (zitiert nach Greenfield/Yeager, a.a.O.)Google Scholar
  82. 60.
    Kritisch zum Vorschlag von Greenfield/Yeager äußert sich L. White: Competitive Payment Systems and the Unit of Account. In: American Economic Review, Vol. 74, 1984, S. 699 ff. Vgl. auch die Antwort von Greenfield/Yeager: Competitive Payment Systems: Comment. In: American Economic Review, Vol. 76, 1986, S. 848 ff.. Ferner die erneute Erwiderung von White: Competitive Payment Systems: Reply. In der gleichen Nummer, S. 850 ff.Google Scholar
  83. 60a.
    Weitere Kommentare von Yeager und White gab es im Anschluß an einen Artikel von T. Mott: A Post Keynesian perspective on a “cashless competitive payments system. In: Journal of Post Keynesian Economics, Vol. XI, 1989, S. 360 ff. Vgl. L. Yeager: A competitive payments system: some objectons considered, und L. White: Alternative perspectives on the cashless competitive payments system. Sie sind im Anschluß an den Artikel von Mott in der gleichen Ausgabe des Journal of Post Keynesian Economics abgedruckt.Google Scholar
  84. 61.
    R. Hall: The Government and the Monetary Unit, a.a.O. (zitiert nach Greenfield, Yeager, a.a.O.)Google Scholar
  85. 62.
    Diesen von “Value Units” abgeleiteten Namen schlägt Yeager vor in L. Yeager: A competitive payments system: some objections considered, a.a.O., S. 371.Google Scholar
  86. 63.
    Greenfield, Yeager, a.a.O., S. 305.Google Scholar
  87. 64.
    Damit gelangen Greenfield/Yeager in unmittelbare Nähe zum oben bereits erwähnten Liquiditätsansatz in der Geldtheorie.Google Scholar
  88. 65.
    Greenfield, Yeager, a.a.O., S. 309 f.Google Scholar
  89. 66.
    Vgl. L. White: Competitive Payment Systems, a.a.O., S. 703 ff.Google Scholar
  90. 67.
    Vgl. H. Simons: A Positive Program for Laissez-Faire. In: H. Simons: Economic Policy for a Free Society. Chicago 1948, S.62 f. Ähnliche Ideen wurden aber auch von Ökonomen anderer Universitäten formuliert. Mit besonderer Eloquenz wurden sie z.B. von Irving Fisher vertreten.Google Scholar
  91. 67a.
    Vgl. I. Fisher: 100% Money. In: A. Hess, R. Gallman et al.(Hrg.): Outside Readings in Economics. New York 1956, S. 325 ff.Google Scholar
  92. 67b.
    Geschichtliche Bemerkungen zum Chicago Plan findet man in W. Allen: Irving Fisher and the 100 Percent Reserve Proposal. In: Journal of Law and Economics, Vol. 36, 1993, S. 703 ff.Google Scholar
  93. 67c.
    Vgl. auch A. Hart: The Chicago Plan of Banking Reform. In: F. Lutz, L. Mints (Hrg.): Readings in Monetary Theory. 2nd. ed., London 1956, S. 437 ff. (Der Orginalartikel erschien in der Review of Economic Studies, Vol. 2, 1935, S. 104 ff.)Google Scholar
  94. 67d.
    Friedman hat seine Ideen entwickelt in M. Friedman: A Program for Monetary Stability. New York 1960. Auch in Deutschland hat der Chicago-Plan Anhänger gefunden. Besonders bekannte Protagonisten waren F. A. Lutz und Eucken, der den Plan allerdings mit einer Waren-Reserve-Währung kombinieren wollte.Google Scholar
  95. 67e.
    Vgl. F. A. Lutz: Das Grundproblem der Geldverfassung (1936). In: Ders.: Geld und Währung, Tübingen 1962, S. 28 ff., undGoogle Scholar
  96. 67f.
    W. Eucken: Grundsätze der Wirtschaftspolitik. 6. durchgesehene Auflage. Tübingen, 1990, S. 258 ff.Google Scholar
  97. 68.
    Vgl. Simons, a.a.O., Friedman, a.a.O., S. 69 f.Google Scholar
  98. 69.
    Vgl. R. Litan: What Should Banks Do? Washington (Brookings Institution) 1987. Ein Mitarbeiter von McKinsey, Lowell Bryan, hat diesen Vorschlag in einem vielgelesenen Buch wiederholt.Google Scholar
  99. 69a.
    Vgl. L. Bryan: Breaking Up The Bank. Homewood, Ill. 1988. Bryan weist in seiner Version des Modells der Verbrierung eine größere Rolle zu als Litan. Ähnliche Trennmodelle wurden schon vor Litan und Bryan von anderen Autoren vorgeschlagen. (Litan S. 174, Fn. 50.) Bereits 1983 hatte die Reagan-Administration ebenfalls ein Trennungsmodell als Gesetzesvorlage eingebracht. Interessanterweise diente dabei offenbar als Inspiration das strukturelle Trennungsmodell der AT&T-Entflechtung. Vgl. Litan, a.a.O., S. 145 f. Zur AT&T-Entflechtung vgl. B. Wieland: Die Entflechtung des amerikanischen Fernmeldemonopols, a.a.O.Google Scholar
  100. 70.
    Vgl. B. Wieland: Probleme bei der schrittweisen Deregulierung eines natürlichen Monopols — das Beispiel AT&T. In: Wirtschaft und Wettbewerb, Heft 2, 1985, S. 93 ff.Google Scholar
  101. 71.
    Die Verhinderung von Runs ist eines der Grundprobleme der Bankenregulierung. Eine konzise Übersicht über dieses Gebiet geben z.B.: E. Baltensperger: Die Regulierung des Bankensektors. In: Wirtschaftswissenschaftliches Studium (WiSt), Heft 2, Februar 1988, S. 53 ff.Google Scholar
  102. 71a.
    R. Soltwedel et al.: Deregulierungspotentiale in der Bundesrepublik Deutschland. Kapitel D, Regulierung der Finanzmärkte. Tübingen, 1986. Speziell zu Runs als Problem der Bankenregulierung vgl. C.C. von Weizsäcker: Inwieweit ist es notwendig, Kapitalmärkte zu regulieren?, a.a.O.Google Scholar
  103. 72.
    C. Goodhart: The Evolution of Central Banks. Kapitel 7, S. 87 ff. Cambridge, Mass., 1988. Goodhart spricht hier allerdings von einer 100%-Deckung in Zentralbankreserven. Sein Argument gilt jedoch auch für andere Deckungsformen.Google Scholar
  104. 73.
    Litan, a.a.O., S. 109.Google Scholar
  105. 74.
    Diese Ansicht wird z.B. nachdrücklich von Bryan vertreten, vgl. Bryan, a.a.O., S. 86 ff.Google Scholar
  106. 75.
    Zur Verbriefung vgl. L. Bryan, a.a.O., Kapitel 6. Eine lesenswerte Analyse der ökonomischen Kräfte, die zur Verbriefüng führen, gibt C. Cumming: The Economics of Securitization. In: Federal Reserve Bank of New York Review, Autumn 1987, S. 11 ff.Google Scholar
  107. 75a.
    Vgl. auch A. Dombret: Die Verbriefüng als innovative Finanzierungstechnik. Frankfurt a.M 1988.Google Scholar
  108. 76.
    Die Darstellung lehnt sich an Bryan, a.a.O., S. 73 f. an.Google Scholar
  109. 77.
    Bryan, a.a.O., S. 86.Google Scholar
  110. 78.
    Goodhart: The Evolution of Central Banks, a.a.O., S. 93.Google Scholar
  111. 79.
    Bryan, a.a.O., S. 87.Google Scholar
  112. 80.
    Eine ausführliche Kritik des Litan — Modells ist z.B. L. White: Litan’s What Should Banks Do?, A Review Essay. In: RAND Journal of Economics, Vol. 19, No. 2, Summer 1988, S. 305 ff.Google Scholar

Copyright information

© Physica-Verlag Heidelberg 1995

Authors and Affiliations

  • Bernhard Wieland
    • 1
  1. 1.Staatswissenschaftliches SeminarUniversität zu KölnKölnDeutschland

Personalised recommendations