Advertisement

Einführung einer sparbereinigten Einkommensteuer

  • Holger Richter
Part of the Wirtschaftswissenschaftliche Beiträge book series (WIRTSCH.BEITR., volume 106)

Zusammenfassung

Als erste Steuerreformsimulation soll die Einführung einer sparbereinigten Einkommensteuer (S-ESt) untersucht werden. Dabei wird so vorgegangen, daß zusätzlich zu den bereits unter dem bestehenden Einkommensteuersystem in FRG abzugsfähigen 49% der Ersparnisse weitere 51% steuerlich absetzbar sind, so daß die Ersparnisse der Haushalte in FRG vollständig aus unversteuertem Einkommen gebildet werden können. Dadurch wird erreicht, daß die intertemporale Konsumentscheidung der Haushalte durch die Besteuerung nicht verzerrt wird.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Zur Messung individueller Wohlfahrt mittels Nutzeinkommensmaßen siehe M. Ahlheim/M. Rose (1992), Kapitel 6.Google Scholar
  2. 2.
    Eine auf den ersten Blick plausibel erscheinende Zugrundelegung des Nutzens aus dem intertemporalen Konsum (heutiger und — aus der heutigen Ersparnis finanzierter — zukünftiger Konsum) wäre insofern inkonsistent, als eine Aufsummierung der periodischen Wohlfahrtseffekte über die Zeit eine Doppelzählung des aus der Ersparnis resultierenden Nutzens implizieren würde. Diese Vorgehensweise erfolgt in Analogie zu C.L. Ballard/D. Fullerton/J.B. Shoven/J. Whalley (1985, S. 144), die bemerken: “The H function is the appropriate one to use in our dynamic welfare evaluations. Since savings are to be used to buy future consumption, we would be double counting if we included savings in our evaluation of utility in the current period.”Google Scholar
  3. 3.
    Die formale Darstellung der im folgenden verwendeten Wohlfahrtsmaße erfolgt im Anhang B.Google Scholar
  4. 4.
    Auf eine Gegenwartswertbetrachtung wird bei den periodischen Wohlfahrtseffekten aus Gründen der Interpretierbarkeit der Ergebnisse verzichtet. Aufgrund der Diskontierung bei Gegenwartswertbetrachtung kann der Gegenwartswert der EV sinken, obwohl die EV von Periode zu Periode noch ansteigt. Somit bestände das Problem, aufzuschlüsseln, inwieweit eine Verminderung des Wertes der EV auf die Diskontierung bzw. auf einen tatsächlichen Rückgang zurückzuführen istGoogle Scholar
  5. 5.
    Die Bestimmung aggregierter Wohlfahrtseffekte durch ungewichtete Summierung steht in der Tradition von A.C. Harberger (1971), der hierzu auf S. 785 (Postulat c) ausführt: “When evaluating the net benefits or costs of a given action (project, program, or policy), the costs and benefits accruing to each member of the relevant group (e.g., a nation) should normally be added without regard to the individual(s) to whom they accrue.” Formal betrachtet verbirgt sich hinter dieser Vorgehensweise die Annahme einer Benthamschen Wohlfahrtsfunktion, die voraussetzt, daß die Präferenzen der Wirtschaftssubjekte in vollem Umfang kardinal meßbar und interpersonell vergleichbar sind. Diese beiden Voraussetzungen sind nicht unumstritten, da sie wohl kaum gegeben sein dürften, für die Ermittlung aggregierter Wohlfahrtseffekte letztendlich jedoch unabdingbar sind. Auch die Berechnung aggregierter Wohlfahrtseffekte durch ungewichtete Summierung stellt lediglich eine — wenn auch weit verbreitete — Konvention dar. Eine leichte Verallgemeinerung in dieser Richtung wäre eine gewogene Summierung; vgl. in diesem Zusammenhang die Diskussion in C.L. Ballard/J.K. Scholz/J.B. Shoven (1987), S. 464 ff.Google Scholar
  6. 7.
    Gemäß der Spezifikation des Nutzenbaums handelt es sich bei “heutigem Konsum” und “zukünftigem Konsum” um normale Güter.Google Scholar
  7. 9.
    Wie bereits erläutert, kommt den absoluten Preisen innerhalb des Modells keine Bedeutung zu. Im Rahmen von Simulationsläufen wird deshalb mit normierten Preisen gerechnet, wobei der Preis des Faktors Arbeit in FRG auf Eins normiert wird.Google Scholar
  8. 12.
    Bei der Verteuerung des Faktors Arbeit in FRG im Vergleich zu ROW bzw. zum Preis des Faktors Kapital ist zu beachten, daß der Faktor Arbeit international immobil modelliert istGoogle Scholar
  9. 13.
    Die hier aufgeführten Effekte abstrahieren von dem Nachfragerückgang nach zukünftigem Konsum der untersten beiden Haushaltsklassen in der 20. Periode.Google Scholar
  10. 14.
    Der Unterschied zwischen der Sparquote des Haushaltssektors im Modell in Höhe von 9,33% und der Sparquote gemäß der VGR des Statistischen Bundesamtes in Höhe von 14,3% für das Basisjahr 1988 ergibt sich aus den Erfassungsunterschieden zwischen der EVS und der VGR. Siehe dazu auch Kapitel 4.3. Zur Bestimmung der Sparquote des Haushaltssektors gemäß der VGR siehe Statistisches Bundesamt (1991), S. 623.Google Scholar
  11. 15.
    Vgl. C.L. Ballard/D. Fullerton/J.B. Shoven/J. Whalley (1985), S. 152Google Scholar
  12. 16.
    Siehe Gleichung (3.7).Google Scholar
  13. 17.
    Siehe Gleichung (3.11).Google Scholar
  14. 18.
    Vgl. R.G.D. Allen/J.E. Ely (1953), S. 207 ff.Google Scholar
  15. 19.
    Vgl. R.G.D. Allen/J.E. Ely (1953), S. 208.Google Scholar

Copyright information

© Physica-Verlag Heidelberg 1995

Authors and Affiliations

  • Holger Richter
    • 1
  1. 1.HeidelbergDeutschland

Personalised recommendations