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Empirische Datenbasis

  • Holger Richter
Part of the Wirtschaftswissenschaftliche Beiträge book series (WIRTSCH.BEITR., volume 106)

Zusammenfassung

In diesem Kapitel wird die Erstellung der mikrokonsistenten Datenbasis für das im vorangegangenen Kapitel beschriebene EAG-Modell dargestellt. Die mikrokonsistente Datenbasis spiegelt dabei den “empirisch beobachtbaren” Gleichgewichtszustand der Weltökonomie im Jahr 1988 wider.1 Das Ziel der Erstellung der Datenbasis ist es, die wirtschaftlichen Vorgänge und die Strukturen der Weltwirtschaft für das Ausgangsjahr 1988 möglichst genau widerzugeben. Gemäß der Modellkonzeption wird angenommen, daß in diesem Jahr die Ökonomien einen Gleichgewichtszustand realisiert haben, so daß bei der Erstellung der Datenbasis die folgenden Konsistenzbedingungen beachtet werden müssen:2
  • Alle Güter- und Faktormärkte sind geräumt.

  • Die Budgets der primären und sekundären Produktionsbereiche, der Haushalte und des Staates sind jeweils in FRG und ROW ausgeglichen.

  • Die Budgets der primären und sekundären Unternehmenssektoren in FRG und ROW und des Haushaltssektors in FRG sind ausgeglichen.

  • Die Handels- und Dienstleistungsbilanz von FRG (ROW) ist ausgeglichen.

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. F. St-Hilaire/J. Whalley (1983), S. 175.Google Scholar
  2. 2.
    Siehe K.-J. Duschek (1993), S. 104.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. J.B. Shoven/J. Whalley (1984), S. 1027.Google Scholar
  4. 4.
    Siehe A. Mansur/J. Whalley (1984), S. 101: “A convenient and widely used definition of physical units for all factors is that amount of a factor that can in equilibrium earn a reward of 1 currency unit ($1) net of taxes and before receipt of subsidies in any of its alternative uses. Units for commodities are similarly defined as those amounts that in equilibrium sell for $1 net of all consumer taxes and subsidies.”Google Scholar
  5. 6.
    Siehe Statistisches Bundesamt (1990a), S. 164 ff.Google Scholar
  6. 7.
    Die auf 12 Produktionsbereiche aggregierten Input-Output-Tabellen für das Jahr 1988 wurden vom Statistischen Bundesamt freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Siehe Statistisches Bundesamt (1992a), Tabelle 1–7. Eine Gegenüberstellung der Gliederung der IOT nach 58 bzw. 12 PB findet sich in Statistisches Bundesamt (1990a), Übersicht 2, S. 341. Zu dem Konzept der IOT und insbesondere der Abgrenzung der Volkswirtschaft und der PB siehe Statistisches Bundesamt (1990a), S. 8 ff. Bezüglich des Übergangs von den Ergebnissen der Input-Output-Rechnung zu den Ergebnissen der Sozialproduktsrechnung siehe Statistisches Bundesamt (1990a), Tabelle 3, S. 27.Google Scholar
  7. 8.
    Der Begriff der “Bereitstellung von öffentlichen Gütern” wird hier R.A. Musgrave/P.B. Musgrave/L. Kulmer (1987), S. 65, FN 2 folgend so verstanden, daß sich die “Bereitstellung” auf den Entscheidungs- und Zahlungsprozeß bezieht und nicht darauf, ob die Güter von privaten Unternehmen oder der öffentlichen Hand produziert werden.Google Scholar
  8. 9.
    Vgl. Statistisches Bundesamt (1990a), S. 33 f. und Statistisches Bundesamt (1991e), S. 12.Google Scholar
  9. 10.
    Der Produktionswert der Unternehmen des Staates, wie z.B. die Deutsche Bundespost oder die Deutsche Bundesbahn, wird nach der Art der von ihnen produzierten Güter in dem PB 10 erfaßt.Google Scholar
  10. 11.
    Siehe Statistisches Bundesamt (1992a), Tabelle 7.Google Scholar
  11. 12.
    Vgl. Statistisches Bundesamt (1990a), S. 37 ff.Google Scholar
  12. 13.
    Siehe Statistisches Bundesamt (1990a), S. 41.Google Scholar
  13. 14.
    “The return to the labor of self-employed persons is an unknown fraction of the total return to the entrepreneur who invests his time and capital jointly.” Siehe C.L. Ballard/D. Fullerton/J.B. Shoven/J. Whalley (1985), S. 56.Google Scholar
  14. 15.
    Zu der Struktur der Erwerbstätigen je Produktionsbereich siehe Statistisches Bundesamt (1990a), S. 334 f. Die Aggregation der Daten von 58 auf 12 Produktionsbereiche erfolgt nach dem Schlüssel des Statistischen Bundesamtes (1990a), S. 341.Google Scholar
  15. 16.
    Angaben zu dem Aufkommen der einzelnen Steuerarten liefert das Statistisches Bundesamt (1991a), S. 359.Google Scholar
  16. 17.
    Da seit 1981 in den Steuerstatistiken kein getrennter Ausweis der Gewerbesteuer in Gewerbeertrag- und Gewerbekapitalsteuer vorgenommen wird, wird hier nach Auskunft des Bundesministeriums für Finanzen der Anteil der Gewerbekapitalsteuer mit 15% am gesamten Gewerbesteueraufkommen angenommen.Google Scholar
  17. 18.
    Siehe hierzu die Ausführungen in Abschnitt 4.1.6.Google Scholar
  18. 19.
    Zu der Aufteilung der reinen Faktorsteuern und der Gewinnsteuern, siehe auch M. Rose (1991c), S. 225.Google Scholar
  19. 20.
    Angaben zu den Sozialversicherungsbeiträgen liefert das Statistisches Bundesamt (1991a), S. 362 bzw. 365.Google Scholar
  20. 21.
    Siehe dazu Statistisches Bundesamt (1991b), S. 496.Google Scholar
  21. 22.
    Vgl. Statistisches Bundesamt (1990a), S. 39.Google Scholar
  22. 23.
    Als Einzelposten von Bedeutung weist das Statistische Bundesamt (1990a), S. 39 zu dem PB 1 “Zuschüsse zu den Kosten der Vorratshaltung landwirtschaftlicher Erzeugnisse” sowie Stützungsmaßnahmen für die Magermilchverarbeitung und -Verwendung aus. Für den PB 10 entfällt der größte Teil der gezahlten Subventionen auf “Zuschüsse an die Deutsche Bundesbahn für den Personennahverkehr”, “Liquiditätshilfe an die Deutsche Bundesbahn” und “Betriebszuschüsse für den öffentlichen Nahverkehr”.Google Scholar
  23. 24.
    Vgl. Statistisches Bundesamt (1990a), S. 33 ff.Google Scholar
  24. 25.
    C.L. Ballard/D. Fullerton/J.B. Shoven/J. Whalley (1985), S. 106 ermitteln fur die amerikanische Wirtschaft im Jahr 1973 eine Abschreibungsquote von 58,22% und eine Nettoinvestitionsquote von 41,78%.Google Scholar
  25. 26.
    Die Bewertung importierter Güter zu Ab-Zoll-Preisen entspricht der Bewertung inländischer Güter zu Ab-Werk-Preisen. Ab-Werk-Preise entsprechen dem Marktpreis abzüglich Bruttohandelsspannen und Transportkosten. Ab-Zoll-Preise stellen die Marktpreise importierter Güter minus Bruttohandelsspannen und Transportkosten im Einfuhrland dar. Vgl. auch R. Zwer (1986), S. 151.Google Scholar
  26. 27.
    Der Wert der Reimporte (Vorleistungen der PB aus der Einfuhr für die Ausfuhr von Waren und Dienstleistungen) in Höhe von 40.971 Mill. DM kann in der Datenbasis nicht berücksichtigt werden.Google Scholar
  27. 28.
    Zur Modellierung der Umsatzsteuer als Konsumsteuer in EAG-Modellen siehe z.B. E. Stöß (1991), S. 195, FN 9.Google Scholar
  28. 29.
    Statistisches Bundesamt (1992a), Tabelle 6 und 7.Google Scholar
  29. 30.
    Wie man Tabelle 4–9 entnehmen kann, weichen die durchschnittlichen effektiven Mehrwertsteuersätze je Produzentengut aufgrund der im deutschen Umsatzsteuergesetz vorgesehenen zahlreichen Steuerbefreiungen und Steuervergütungen (§§ 4–9 UStG) sowie besonderer Besteuerungsformen (§§ 23–25a UStG) von den Steuersätzen des § 12 UStG ab. Allein bei der Bestimmung der Einkommensteuersätze wird nicht das Konzept der durchschnittlichen effektiven Steuersätze angewandt. Siehe dazu Abschnitt 4.1.6.Google Scholar
  30. 31.
    Siehe Statistisches Bundesamt (1990a), S. 330 f.Google Scholar
  31. 32.
    Vgl. C.L. Ballard/D. Fullerton/J.B. Shoven/J. Whalley (1985), S. 77.Google Scholar
  32. 33.
    Nach dem Anschaffungspreiskonzept des StBA gilt folgender Zusammenhang: Ab-Werk-Preis + Handels- und Transportquote + nichtabzugsfähige Umsatzsteuer = Anschaffungspreis. Beim Anschaffungspreiskonzept des Modells werden die Handels- und Transportdienstleistungen als Güter eigener Art im primären PB 10 erfaßt und nicht unmittelbar dem Preis der einzelnen Güter zugeschlagen.Google Scholar
  33. 34.
    Die Vorabtabellen der EVS 1988 wurden vom Statistischen Bundesamt freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Zum Zeitpunkt der Erstellung der Datenbasis sind dies die aktuellsten verfügbaren Daten zur Aufteilung des Haushaltssektors.Google Scholar
  34. 35.
    Vgl. Statistisches Bundesamt (1992c), S. 3. Eine Einkommens- und Verbrauchsstichprobe für das vereinte Deutschland ist erstmals für 1993 geplant. Siehe dazu M. Euler (1992).Google Scholar
  35. 36.
    Grundsätzlich ist auch eine Unterteilung nach sozioökonomischen Klassen möglich; siehe z.B. B. Kühn (1988).Google Scholar
  36. 37.
    Vgl. auch Statistisches Bundesamt (1992c), S. 3.Google Scholar
  37. 38.
    Die negative Ersparnisbildung der Haushalte der untersten Einkommensklasse wird im Rahmen des Modells über einen negativen Mindestkonsum dieser Klasse berücksichtigt. Siehe dazu auch C.L. Ballard/D. Fullerton/J.B. Shoven/J. Whalley (1985), S. 144, FN 4.Google Scholar
  38. 39.
    Dieses Verfahren zur Bestimmung des kalkulatorischen Unternehmerlohns im Haushaltssektor wenden auch C.L. Ballard/D. Fullerton/J.B. Shoven/J. Whalley (1985), S. 100 an.Google Scholar
  39. 40.
    Siehe Statistisches Bundesamt (1991a), S. 359.Google Scholar
  40. 41.
    Siehe auch B. Kühn (1988), S. 20 und E. Stöß (1991), S. 207.Google Scholar
  41. 42.
    Der Ab-Werk-Preis ist definiert als Herstellungspreis zuzüglich Produktionssteuern und abzüglich Subventionen.Google Scholar
  42. 43.
    Vgl. z.B. D. Fullerton/J.B. Shoven/J. Whalley (1983), S. 8 und C.L. Ballard (1990), S. 151. Hierzu sei angemerkt, daß die in der Ausgangssituation gegebenen Unternehmensgewinnsteuern im Modell nur als Faktor- oder Produktsteuern modelliert werden können, da im allgemeinen Gleichgewicht definitionsgemäß keine “reinen” Unternehmensgewinne auftreten.Google Scholar
  43. 44.
    Zum Steuerparadoxon siehe H.-W. Sinn (1985), S. 131 ff.Google Scholar
  44. 45.
    Zur Problematik der Modellierung von Gewinnsteuern in EAG-Modellen siehe M. Rose (1991b), S. 223 f.Google Scholar
  45. 46.
    Die Modellierung des deutschen Einkommensteuertarifs 1990, entsprechend der im folgenden beschriebenen Vorgehensweise, ist dargestellt in M. Rose (1988), S. 32 ff. und B. Kühn (1988), S. 182 ff.Google Scholar
  46. 47.
    Sieht man von dem Transfereinkommen ab, so würde sich beispielsweise das Einkommen eines Haushalts, der mit seinen bisherigen Einkünften knapp unter der Grenze zu einer höheren Steuerklasse Hegt, bei einer Verdoppelung der Faktorpreise um weniger als den Faktor 2 vervielfachen.Google Scholar
  47. 48.
    Diese Modellierung entspricht der üblichen Vorgehensweise in EAG-Modellen. Siehe z.B. C.L. Ballard/D. Fullerton/J.B. Shoven/J. Whalley (1985), S. 43.Google Scholar
  48. 49.
    Zum Konzept des virtuellen Einkommens siehe z.B. J.A. Hausman (1985).Google Scholar
  49. 50.
    Siehe Statistisches Amt der Europäischen Gemeinschaften (1992a-c).Google Scholar
  50. 51.
    Das RAS-Verfahren besteht darin, die Zeilen- und Spaltenelemente einer Basismatrix so lange abwechselnd anzupassen, bis die Zeilen- und die Spaltensummen mit separat vorgegebenen Werten übereinstimmen. Zum RAS-Verfahren siehe M. Bacharach (1970), R. Friedmann (1978) und B. Kühn (1988), S. 34–37; vgl. auch HJ. Jaksch/C. Conrad (1971/72).Google Scholar
  51. 52.
    Die Gruppierung der Länder zu Länderblöcken erfolgt nach der Einteilung der in der Außenhandelsstatistik des Statistischen Bundesamtes ausgewiesenen Ländergruppen.Google Scholar
  52. 53.
    Der Ausweis des BIP und der BWS für die Ländergruppe EUR-7 findet sich in Statistisches Amt der Europäischen Gemeinschaften (1990), S. 46 f.Google Scholar
  53. 54.
    1 US-Dollar entsprach 1988 1,7803 DM. Siehe Statistisches Bundesamt (1990b), S. 328.Google Scholar
  54. 55.
    Die Input-Output-Tabelle der EG 1975 stellt eine aggregierte Tabelle der damaligen Mitgliedsländer ohne die Bundesrepublik Deutschland dar. Siehe Statistisches Amt der Europäischen Gemeinschaften (1983).Google Scholar
  55. 56.
    Siehe B. Kühn (1988), S. 112.Google Scholar
  56. 57.
    Die Quote der Vorleistungen (Einfuhr) an der gesamten Einfuhr der EG-Basismatrix ist ausgewiesen bei B. Kühn (1988), S. 114.Google Scholar
  57. 58.
    Die EG-Basismatrix für die Endnachfrage (Einfuhr, inländ. Produktion) erhält man durch Aggregation der in Statistisches Amt der Europäischen Gemeinschaften (1983) ausgewiesenen Endnachfragetabellen der neun damaligen EG-Mitgliedsländer gemäß der SIO des Statistischen Bundesamtes.Google Scholar
  58. 59.
    Der Wert der Abschreibungen (consumption of fixed capital) und des Nettobetriebsüber-schusses (net operating surplus) werden für die Länder der EG aus der IOT des Statistischen Amtes der Europäischen Gemeinschaften (1983) und für die übrigen Länder aus United Nations (1983), Tabelle 4.6: “Cost Components of Value Added” entnommen. Das Verhältnis der Abschreibungen am BBÜ eines Länderblocks ergibt sich durch Bestimmung des arithmetischen Mittels der mit der jeweiligen Bruttowertschöpfung eines Landes gewichteten Verhältnisse von Abschreibungen zu BBÜ.Google Scholar
  59. 60.
    Siehe zur Wahl des Einkommensteuersatzes in ROW auch B. Kühn (1988), S. 193.Google Scholar

Copyright information

© Physica-Verlag Heidelberg 1995

Authors and Affiliations

  • Holger Richter
    • 1
  1. 1.HeidelbergDeutschland

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