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Konsumbasierte Neugestaltung der Einkommensbesteuerung

  • Holger Richter
Part of the Wirtschaftswissenschaftliche Beiträge book series (WIRTSCH.BEITR., volume 106)

Zusammenfassung

Die Diskussion über die “richtige” Bemessungsgrundlage der Besteuerung hat eine lange Tradition. Während Einigkeit herrscht, daß der Bürger entsprechend seiner Leistungsfähigkeit zu besteuern ist, gibt es unterschiedliche Ansichten, welcher Indikator für die Leistungsfähigkeit eines Individuums verwendet werden sollte. Adam Smith (1776) war der Auffassung, daß das Einkommen den besten Indikator für die Leistungsfähigkeit darstelle, in der Praxis jedoch schwer zu erfassen sei, so daß auch eine Konsumsteuer auf breiter Bemessungsgrundlage als Zweitbestlösung in Betracht gezogen werden könne.1

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. R.A. Musgrave (1991), S. 37 f.Google Scholar
  2. 2.
    G. v. Schanz (1896), S. 23 zitiert nach R.A. Musgrave (1991), S. 38.Google Scholar
  3. 3.
    Zitiert in R.A. Musgrave (1991), S. 40.Google Scholar
  4. 4.
    Siehe J.S. Mill (1865), S. 403.Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. R.A. Musgrave (1991), S. 42.Google Scholar
  6. 6.
    Zu einer Darstellung und Würdigung der Einführung einer Ausgabensteuer in Indien und Ceylon siehe P. Zumstein (1977), S. 423 ff.Google Scholar
  7. 7.
    Siehe dazu die Tagungsbände M. Rose (1990) und M. Rose (1991a).Google Scholar
  8. 8.
    Vgl. M. Rose (1991b), S. 9.Google Scholar
  9. 9.
    Zu einer Darstellung der Effizienz- und Verteilungswirkungen einer Mehrwertsteuersatzerhöhung siehe z.B. K.-J. Duschek/H. Richter (1993) bzw. H. Kaiser (1989).Google Scholar
  10. 10.
    Vgl. J.A. Schumpeter ((1929/30) 1985), S. 124.Google Scholar
  11. 11.
    Siehe dazu M. Rose (1991b), S. 10. Diese Bezeichnung wurde im folgenden auch von M. Kaiser (1992), S. 75 sowie in dem Gesetzbuch von J. Lang (1993), S. 149 übernommen.Google Scholar
  12. 12.
    Vgl. D.F. Bradford and the U.S. Treasury Tax Policy Staff (1984), S. 9 bzw. S. 108. J.H. Makin (1987), S. 87 weist darauf hin, daß es bei einer Konsumsteuer keineswegs so ist, daß die Ersparnisse eines Individuums überhaupt nicht besteuert werden. Sie werden vielmehr nur einmal besteuert. Von daher bezeichnet er die Konsumsteuer als eine Steuer mit einfacher und die Einkommensteuer als eine Steuer mit zweifacher Ersparnisbesteuerung.Google Scholar
  13. 13.
    Vgl. M. Kaiser (1992), S. 78.Google Scholar
  14. 14.
    Vgl. N. Kaldor (1965), S. 192.Google Scholar
  15. 15.
    Vgl. N. Kaldor (1965), S. 195.Google Scholar
  16. 16.
    Vgl. D.F. Bradford and the U.S. Treasury Tax Policy Staff (1984), S. 110.Google Scholar
  17. 17.
    Vgl. D.E Bradford and the U.S. Treasury Tax Policy Staff (1984), S. 111.Google Scholar
  18. 18.
    Vgl D.F. Bradford and the U.S. Treasury Tax Policy Staff (1984), S. 117 f.Google Scholar
  19. 19.
    Siehe dazu D.F. Bradford and the U.S. Treasury Tax Policy Staff (1984), S. 33 f.Google Scholar
  20. 20.
    Zu dem Vorschlag der Meade-Kommission siehe auch J.G. Head (1979).Google Scholar
  21. 21.
    Siehe S.-O. Lodin (1978), S. 74.Google Scholar
  22. 22.
    Vgl. S.-O. Lodin (1978), S. 80.Google Scholar
  23. 23.
    Vgl. S.-O. Lodin (1978), S. 94 ff.Google Scholar
  24. 24.
    Vgl. H.J. Aaron/H. Galper (1985), S. 79.Google Scholar
  25. 25.
    Siehe J. Mitschke (1985), S. 53 f. Zu den Vorteilen dieser Besteuerungsform bemerkt er im folgenden: “Die jährliche Konsumsteuer und die einmalige Reinvermögenszuwachssteuer treten an die Stelle von Einkommen-, Vermögen-, Erbschaft- und Schenkungsteuer sowie Investitionshilfeabgabe. Sie machen offene Vermögensbildungs- und Beschäftigungshilfen wie Sparprämien, Wohnungsbauprämien und Investitionszulagen überflüssig. Sie erübrigen aber auch die diversen indirekten Begünstigungstechniken, die sich der Gesetzgeber hat einfallen lassen, um die Investitions- und Vorsorgefeindlichkeit der Einkommensbesteuerung zu bekämpfen: Steuerbefreiungen, vorübergehende und endgültige Kürzungen der Bemessungsbasis durch degressive und irreguläre Abschreibungen, Rücklagenbildung, befristete Zins- und begrenzte Sonderausgabenabzüge sowie Entlastung durch ermäßigte Steuersätze.”Google Scholar
  26. 26.
    Vgl. J. Mitschke (1985), S. 114.Google Scholar
  27. 27.
    Eine Abgrenzung des Begriffs “qualifizierte Sparinstitute” und “qualifizierte Konten” erfolgt in § 832 bzw. § 833 bei J. Lang (1993), S. 365 ff.Google Scholar
  28. 28.
    Siehe J. Lang (1993), S. 149.Google Scholar
  29. 29.
    Siehe J. Lang (1993), § 124, S. 286 f.Google Scholar
  30. 30.
    Vgl M. Kaiser (1992), S. 85.Google Scholar
  31. 31.
    Erbschaften und Schenkungen wurden bei dem Beispiel in Tabelle 1–2 nicht berücksichtigt Zur Äquivalenz einer S-ESt mit einer Z-ESt siehe auch M. Kaiser (1992), Anhang B, S. 236–238.Google Scholar
  32. 32.
    Siehe dazu C.E. McLure/G.R. Zodrow (1991), S. 161 ff.Google Scholar
  33. 33.
    Siehe dazu M. Kaiser (1992), S. 87 bzw. C.E. McLure/G.R. Zodrow (1991), S. 161 ff., die eine Z-ESt, bei der eine Besteuerung von Schenkungen und Erbschaften bei dem Geber in Vertretung des Empfängers erfolgt, auch als “proxy tax” bezeichnen.Google Scholar
  34. 34.
    Vgl. R.E. Hall/A. Rabushka (1985), S. 63.Google Scholar
  35. 35.
    Vgl. D.F. Bradford (1986), S. 76.Google Scholar
  36. 36.
    Siehe M. Rose/J. Lang/F.W. Wagner/E. Wenger (1992), S. 63 und S. 87.Google Scholar
  37. 37.
    Zu einer ausführlichen Diskussion konsumbasierter Unternehmensteuersysteme siehe die Arbeiten von M. Kaiser (1992), R. Schwinger (1993) und S. Bach (1993).Google Scholar
  38. 38.
    Von dem finanzwissenschaftlichen Cash-flow-Begriff ist die betriebswirtschaftliche Verwendung dieses Terminus zu unterscheiden. Betriebswirtschaftlich gesehen bezeichnet der “Cash-flow” eine Kennziffer über den Mittelzufluß aus dem Umsatzprozeß. Diese Kennziffer dient als Erfolgs- und Finanzindikator für das Unternehmen. Der Cash-flow errechnet sich hierbei indirekt aus dem Gewinn, vermehrt um unbare Aufwendungen und abzügüch unbarer Erträge. Vereinfacht wird der Cash-flow auch als Summe aus Periodengewinn, Abschreibungen und Rückstellungen einer Periode bezeichnet. Siehe dazu G. Wöhe (1990), S. 1033 f.Google Scholar
  39. 39.
    Feldhoff merkt hierzu an, daß die Begriffe “Gewinn” und “Verlust” einer Erklärung bedürfen, da sie normalerweise nur im Zusammenhang mit Ertrag und Aufwand verwendet werden. Bei einer reinen Zahlungsrechnung entstehen nur Einzahlungs- oder Auszahlungsüberschüsse, so daß der Begriff “vollständiger Verlustausgleich” hier nicht ganz zutreffend ist. Entsprechend gehört der Begriff “Sofortabschreibung” eigentlich in den Bereich von Kosten und Aufwendungen. Vgl. M. Feldhoff (1989), S. 53 ff.Google Scholar
  40. 40.
    H.-W. Sinn (1984b), S. 212 spricht deshalb auch von der Brownschen Steuer.Google Scholar
  41. 41.
    Vgl. M.A. King (1987), S. 379.Google Scholar
  42. 42.
    Zu dem Begriff der Investitions- und Finanzierungsneutralität siehe R. Elschen/M. Hüchtebrock (1983). Zur Überprüfung der Neutralitätseigenschaft von Cash-flow-Steuern siehe H.-W. Sinn (1985), S. 125 ff., W.F. Richter/W. Wiegard (1991), S. 453 ff., P. Swoboda (1991), S. 473 ff., F.W. Wagner/R. Schwinger (1991), S, 495 ff., R. Schwinger (1993), S. 196 ff. und insbesondere die Ausführungen von M. Kaiser (1992), Anhang C und D, S. 239–359.Google Scholar
  43. 43.
    Vgl. Meade Committee (1978), S. 232.Google Scholar
  44. 44.
    Vgl. H.-W. Sinn (1986), S. 8.Google Scholar
  45. 45.
    Vgl. O. Sievert/H. Naust/D. Jochum/M. Peglow/T. Glumann (1989), S. 275.Google Scholar
  46. 46.
    Vgl. M.A. King (1987), S. 379.Google Scholar
  47. 47.
    Vgl. M.A. King (1986), S. 173.Google Scholar
  48. 48.
    Vgl. Meade Committee (1978), S. 233 und H.-W. Sinn (1986), S. 6.Google Scholar
  49. 49.
    Vgl. O. Sievert/H. Naust/D. Jochum/M. Peglow/T. Glumann (1989), S. 278.Google Scholar
  50. 50.
    Vgl. M. Feldhoff (1989), S. 30.Google Scholar
  51. 51.
    Vgl. Meade Committee (1978), S. 233 und M. Feldhoff (1989), S. 59 f. Zu den Übergangsproblemen bei Cash-flow-Steuern siehe auch S. Bach (1993), S. 104 ff. und P. Shome/C. Schutte (1993).Google Scholar
  52. 52.
    So auch H.J. Aaron/H. Galper (1985), S. 79 ff.Google Scholar
  53. 53.
    Allein der Erwerb von Beteiligungen an inländischen Kapitalgesellschaften inklusive der Abschreibungen sowie die Erträge aus diesen Beteiligungen werden als finanzielle Transaktionen nicht berücksichtigt, da zwei inländische Unternehmen durch den Erwerb einer gegenseitigen Beteiligung in Höhe des voraussichtlichen Einzahlungsüberschusses des jeweiligen Unternehmens die Bemessungsgrundlagen auf Null reduzieren könnten. Siehe dazu M. Kaiser (1993), S. 57.Google Scholar
  54. 54.
    Vgl. Meade Committee (1978), S. 234 f.Google Scholar
  55. 55.
    Vgl. H.-W. Sinn (1985), S. 129.Google Scholar
  56. 56.
    Vgl H.-W. Sinn (1986), S. 15.Google Scholar
  57. 57.
    Vgl. P. Swoboda (1989), S. 16.Google Scholar
  58. 58.
    Vgl. H.-W. Sinn (1986), S. 7.Google Scholar
  59. 59.
    Vgl. M. Rose/J. Lang/F.W. Wagner/E. Wenger (1992), S. 63.Google Scholar
  60. 60.
    Siehe M. Rose/J. Lang/F.W. Wagner/E. Wenger (1992), S. 64. Ergänzend siehe auch E. Wenger (1983), S. 230.Google Scholar
  61. 61.
    “It would not, therefore, reflect the cost of funds to the particular company. Rather, it would reflect the normal market rate of return that a shareholder could expect to earn on the funds he has invested in the company.” Siehe M. Gammie (1991), S. 238. Zur ACE-Tax siehe auch Institute for Fiscal Studies (1989a, 1989b).Google Scholar
  62. 62.
    Zu einer Übersicht über konsumbasierte Gesamtsteuersysteme siehe auch M. Kaiser (1992), S. 90 ff.Google Scholar
  63. 63.
    Vgl. M. Rose (1991b), S. 14 bzw. S. 21.Google Scholar
  64. 64.
    Siehe N. Kaldor (1965), S. 163.Google Scholar
  65. 65.
    Siehe N. Kaldor (1965), S. 169.Google Scholar
  66. 66.
    Siehe D.F. Bradford and the U.S. Treasury Tax Poücy Staff (1984), S. 120 f.Google Scholar
  67. 67.
    Kaiser spricht sich bei dem Entwurf einer Reformstrategie für eine reine Konsumsteuer als 1. Präferenz (Optimum) aus. Auch wenn sie die Verwirklichung einer reinen Konsumsteuer aus administrativen Gesichtspunkten und im Hinblick auf die Übergangsprobleme in absehbarer Zeit nicht als realistisch einschätzt, ist sie der Ansicht, daß eine reine Konsumsteuer “ein langfristig anzustrebendes Reformzier darstellt Vgl. M. Kaiser (1992), S. 224 f.Google Scholar
  68. 68.
    Zu den Grundsätzen der Besteuerung siehe auch H. Haller (1964) und F. Neumark (1970). Eine ausführliche Darstellung der Kriterien für ein optimal strukturiertes Steuersystem erfolgt in M. Rose/J. Lang/F.W. Wagner/E. Wenger (1992), S. 19 ff.Google Scholar
  69. 69.
    Eine Veränderung der Entscheidungen der Konsumenten und Produzenten mit Hilfe des Instruments der Besteuerung ist lediglich erwünscht, sofern in der Ausgangssituation ein Marktversagen vorliegt. Ein Beispiel hierfür wäre die Nichteinbeziehung der Kosten für die Nutzung der Umwelt beim Autofahren, dem beispielsweise durch eine Mineralölsteuer entgegengewirkt werden kann.Google Scholar
  70. 70.
    Vgl. D.F. Bradford and the U.S. Treasury Tax Policy Staff (1984), S. 46.Google Scholar
  71. 71.
    Siehe dazu auch die Untersuchung zur horizontalen Gerechtigkeit einer SHS- bzw. einer S-ESt von M. Rose (1992), S. 10 ff., G.R. Zodrow (1990), S. 93 ff. und D.F. Bradford (1980), S. 102 ff.Google Scholar
  72. 73.
    Siehe J. Lang (1993), S. 172.Google Scholar
  73. 74.
    Problematisch sehen beispielsweise MJ. Graetz (1979) und C. Seidl (1990) die administrative Durchführung einer Ausgabensteuer.Google Scholar
  74. 75.
    Siehe J. Lang (1993), S. 44.Google Scholar
  75. 76.
    Vgl. D.F. Bradford and the U.S. Treasury Tax Policy Staff (1984), S. 181.Google Scholar
  76. 77.
    Vgl. D.F. Bradford and the U.S. Treasury Tax Policy Staff (1984), S. 183 ff.Google Scholar
  77. 78.
    Siehe J. Mitschke (1985), S. 201. Zu dieser Problematik siehe auch H. Richter/H.-U. Richter (1994), S. 621 ff.Google Scholar
  78. 79.
    Zu einer weiteren Übergangsregelung siehe Bradfords “Phase-In of Consumption-Type Rules to the Existing Income Tax”, D.F. Bradford (1986), S. 94 ff.Google Scholar

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© Physica-Verlag Heidelberg 1995

Authors and Affiliations

  • Holger Richter
    • 1
  1. 1.HeidelbergDeutschland

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