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Die Integration von Multinationalen Unternehmungen in die Aussenhandelstheorie

  • Ludger Linnemann
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Part of the Wirtschaftswissenschaftliche Beiträge book series (WIRTSCH.BEITR., volume 79)

Zusammenfassung

Im vorangegangenen Kapitel wurde die bedeutende Rolle von MNUen für die Weltwirtschaft und das Ausmaß der wirtschaftspolitischen Eingriffe in den internationalen Handel festgestellt. Wie in der Einleitung bereits erwähnt wurde, sind bisher trotz dieser bedeutenden Rolle wenige Arbeiten in der Außenhandelstheorie erschienen, in denen MNUen berücksichtigt werden. Zu diesen wenigen Ausnahmen zählen BATRA/RAMACHANDRAN (1980), HELPMAN (1984), MARKUSEN (1984), ETHIER (1986) und HORSTMANN/MARKUSEN (1992), die alle MNUen in allgemeine Gleichgewichtsmodelle des Außenhandels integrieren. ETHIER (1986) beschäftigt sich mit der endogenen Erklärung der Existenz von MNUen. HELPMAN (1984) und MARKUSEN (1984) betrachten MNUen bei unvollkommenem Wettbewerb und untersuchen grundlegende Fragen der Außenhandelstheorie, wie z.B. die nach dem Handelsmuster, den Handelsvolumina und den Wohlfahrtsgewinnen aus Außenhandel. In ihren Arbeiten lassen sie aber Aspekte der internationalen Wirtschaftspolitik außer acht. Diese werden hingegen von BATRA/RAMACHANDRAN (1980) behandelt. Ihr Ansatz beruht jedoch auf den Annahmen des vollkommenen Wettbewerbs und “kleiner” Länder, wodurch eine wesentliche Eigenschaft einer MNU, nämlich Marktmacht, unberücksichtigt bleibt.

Literatur

  1. 1.
    DIXIT/NORMAN (1980) und SAMUELSON (1971) benutzen den Namen “Ricardo-Viner” Modell.Google Scholar
  2. 2.
    Die Beschreibung des Spezifischen-Faktoren-Modells als eine Version des Heckscher-Ohlin-Samuelson-Modells für die kurze Frist findet sich in JONES/NEARY (1984, S. 26) und der dort angebenen Literatur.Google Scholar
  3. 3.
    Ausländische Variablen werden mit einem “*” gekennzeichnet.Google Scholar
  4. 4.
    Die Verwendung des Begriffes Verzerrung und die aufgeführten Beispiele gehen auf BHAGWATI/SRINIVASAN (1983) zurück.Google Scholar
  5. 5.
    Eine wirtschaftspolitische Maßnahme, die pro Mengeneinheit gewährt oder erhoben wird, wird als “spezifisch”, eine an den Wert gekoppelte Maßnahme wird als “ad-valorem” bezeichnet.Google Scholar
  6. 6.
    Die Bedingungen zweiter Ordnung für ein Gewinnmaximum sind wegen der Konkavität der Produktionsfunktionen (AN 4) erfüllt.Google Scholar
  7. 7.
    Modifikationen der Außenhandelstheorie durch endogene Faktorangebote sind in WASHIK (1990) zu finden.Google Scholar
  8. 10.
    Eine ausführliche Darstellung dieses Zusammenhangs findet sich in JONES (1971), AMANO (1977), DIXIT/NORMAN (1979) und JONES/NEARY (1984).Google Scholar
  9. 12.
    Im folgenden werden die Begriffe reales Volkseinkommen, Wohlfahrt bzw. Nutzen synonym verwendet.Google Scholar
  10. 13.
    In einem kompetitiven Gleichgewicht ist die Grenzrate der Transformation gleich dem Preisverhältnis: GRT = p. Aus der Definition GRT: = — dY/dX folgt deshalb für ein kompetitives Gleichgewicht: pdX + dY = 0.Google Scholar
  11. 14.
    Durch das Konzept des repräsentativen Konsumenten werden verteilungspolitische Aspekte — die Renditeverluste entsprechen den lump-sum-verteilten Steuereinnahmen — nicht berücksichtigt.Google Scholar
  12. 15.
    Die Wirkungsweise einzelner wirtschaftspolitischer Instrumente auf die Produktions- und Verbrauchsentscheidungen von bestimmten Gütern findet sich in BHAGWATI/SRINIVASAN (1983, S. 146–51).Google Scholar
  13. 17.
    Mit dem Begriff “herkömmliche Außenhandelstheorie” werden die Modellklassen bezeichnet, die ein allgemeines Gleichgewicht im internationalen Kontext untersuchen. Es sind dies das Ricardo-, das Heck-scher-Ohlin-Samuelson- und das Spezifische-Faktoren-Modell. Auf partial-analytische Ansätze, auch wenn sie versuchen MNU zu integrieren (CAVES, 1982), wird kein Bezug genommen.Google Scholar
  14. 18.
    Eine ausführliche Darstellung dazu ist in Ruffin (1984) zu finden. Wanderungen des Faktors Kapital wurden erstmals im Rahmen des Heckscher-Ohlin-Samuelson-Modells von KEMP (1966) und Jones (1967) betrachtet. Die entsprechende Erweiterung für das Spezifische-Faktoren-Modell wurde von BRECHER/-FINDLAY (1983) und SRINIVASAN (1983) durchgeführt.Google Scholar
  15. 19.
    Für dieses Merkmal findet sich in der Literatur über MNUen häufig der Begriff “öffentliche-Gut-Eigen-schaff. Dieser Begriff wird aber als problematisch erachtet, da er nur auf die nicht-rivalisierende Verwendung eines öffentlichen Gutes abhebt. Das zweite konstituierende Merkmal eines öffentliche Gutes (Musgrave, 1975, S. 57–8) (ATKINSON/STIGLITZ, 1980, S. 483–7) — die Nicht-Ausschließbarkeit bei der Benutzung — ist beim Firmenwissen wegen seiner alleinigen Verwendung durch die MNU nicht gewährleistet.Google Scholar
  16. 20.
    Dieses Modell wurde von SCHULTE-MATTLER (1988) um einen ausländischen Produktionssektor erweitert.Google Scholar
  17. 21.
    ETHIERs Analyse hebt den Internalisierungsaspekt des OLI-Konzepts von DUNNING (1981) aus Abschnitt 2.1.3 hervor. Hierbei ist aber eine leichte Abweichung bei der Einordnung der Exporte festzustellen, die bei DUNNING (1981, S. 32) nicht als Markttransaktion, sondern als firmenintern (also internalisiert) eingestuft werden. Beide Modellierungen sind möglich, wie man sich am Beispiel einer Marketingunternehmung im Ausland, die die Importe aus dem Inland verkauft, verdeutlichen kann. Ist diese Unternehmung im ausländischen Besitz, so entspricht dies der Sichtweise von ETHIER. Verkauft eine inländische Unternehmung dagegen firmenintern an ihre ausländische Verkaufsniederlassung, so entspricht dies der Sichtweise von DUNNING.Google Scholar
  18. 22.
    Es werden Phänomene wie unvollkommener Wettbewerb und zunehmende Skalenerträge behandelt, womit eine Erklärung von Intra-Industrie-Handel möglich ist. Eine Übersicht über die zahlreichen Arbeiten aus diesem Bereich ist in GROSSMANN/RICHARDSON (1985) und KIERZKOWSKI (1987) zu finden.Google Scholar
  19. 23.
    Ein “/” als Eintragung bei der Art der Finanzierung bedeutet, daß in dem betreffenden Modell der Faktor Kapital nicht in der Produktion eingesetzt wird.Google Scholar
  20. 24.
    MUNDELL (1957) zeigt die Umkehrung dieses Sachverhaltes. Bei der Möglichkeit von internationalem Kapitaltransfer aber verbotenem Güteraustausch wird die Arbitrage von Kapital einen internationalen Ausgleich der Faktorpreise bewirken. In dieser Situation sind auch die Güterpreise ausgeglichen, so daß kein Anreiz für Handelsbeziehungen bei Aufhebung des Verbots besteht.Google Scholar
  21. 25.
    Die Faktorausstattungen, die Produktionstechnologie und die Präferenzen des repräsentativen Konsumenten sind in beiden Ländern identisch.Google Scholar
  22. 26.
    Bei Numerierung der Annahmen in diesem Teil wird Bezug auf die Liste der Annahmen für das Spezifi-sche-Faktoren-Modell in Teil 3.1 genommen: Modifikationen dieser Annahmen erhalten die Nummer (AN 1) bis (AN 7); Merkmale der MNU beginnen mit Nummer (AN 8).Google Scholar
  23. 27.
    CAVES (1971, S. 6–7) stuft das letztere Motiv auch als die “Ausnutzung von freien Kapazitäten” ein, da das Firmenwissen keine Kapazitatsobergrenze habe.Google Scholar

Copyright information

© Physica-Verlag Heidelberg 1993

Authors and Affiliations

  • Ludger Linnemann
    • 1
  1. 1.Köln 41Deutschland

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