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Marktverlauf bei freiem Marktzutritt

  • Reiner P. Hellbrück
Part of the Wirtschaftswissenschaftliche Beiträge book series (WIRTSCH.BEITR., volume 78)

Zusammenfassung

In diesem Kapitel soll — wie in obigem Zitat angedeutet — das Zusammenspiel zwischen individuellen Entscheidungen und Umgebungsbedingungen beleuchtet werden. Zur Abbildung des Anbieterverhaltens wird auf die Satisficing-Hypothese2 zurükgegriffen. Die Satisficing-Hypothese postuliert, daß sich die Individuen asymmetrisch verhalten. Ist das Anspruchsniveau geringer als der Ist-Zustand, so wird sich gemäß der Satisficing-Hypothese das Anspruchsniveau schnell an den Ist-Zustand anpassen. Im entgegengesetzten Fall erfolgt die Anpassung an den Ist-Zustand nur schleppend.

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Literatur

  1. 1.
    Zur Erhöhung der Lesbarkeit wurden die biologischen Analogien, die in Winter (1971) enthalten sind, weggelassen.Google Scholar
  2. 2.
    Die Satisficing-Hypothese wurde schon in Kapitel 2 vorgestellt und diskutiert. Auf eine erneute Begriffsklärung kann hier deshalb verzichtet werden.Google Scholar
  3. 3.
    Ähnlich äußert sich hierzu Iwai (1984, S. 322). Siehe auch die Ausführungen in Witt (1987, S. 83ff).Google Scholar
  4. 4.
    Bei Winter (1971, s. bes. S. 258) wird dieser Feedbackmechanismus durch die Nachfrage-Preisfunktion und die Eigenschaft der offenbarten Präferenzen repräsentiert.Google Scholar
  5. 5.
    Das hier entwickelte Modell besitzt eine solche Struktur, daß die Ergebnisse des Anhangs A verwendet werden können. Wie in Kapitel 5 wird vorausgesetzt, daß die Nachfrager stochastisch unabhängig voneinander entscheiden. Deshalb ist die makroskopische Übergangswahrscheinlichkeit w[v,.] binomial verteilt: B(n — na, π(1,.). Die makroskopische Übergangswahrscheinlichkeit w[—v,.] ist ebenfalls binomialver-teilt: B(n A ,π(—1, •)• Werden diese beiden makroskopischen Übergangs Wahrscheinlichkeiten in Formel A.l eingesetzt, so erhält man Gleichung 7.1.Google Scholar
  6. 6.
    Versuche in dieser Richtung wurden von mir unternommen. Sie führen zu Ter-men mit Polynomialverteilungen, die recht unhandlich sind.Google Scholar
  7. 7.
    Zur Vereinfachung wird angenommen, daß in den jeweiligen speziellen Funktionen für π(1,.) und π(—1,.), die Parameter einander gleich sind. Dies ist dann gerechtfertigt, wenn allein Preisunterschiede für die Kaufentscheidung relevant sind und von Qualitätsunterschieden abgesehen wird.Google Scholar
  8. 8.
    Es sind durchaus Ähnlichkeiten zwischen der Spezifizierung der individuellen Übergangswahrscheinlichkeiten und der neoklassischen Suchmarkttheorie feststellbar. In der neoklassischen Suchmarkttheorie entscheidet sich ein Konsument dann zum Kauf, wenn ein Preis gefunden ist, der geringer als der Reservationspreis R ist. Der Reservationspreis ist gleich den Suchkosten c plus dem Durchschnittspreis p ̄ A -Angenommen, die Suchkosten c seien Null. Dann würde gemäß der sequentiellen Suchregel gekauft, wenn ein Preis gefunden ist, der geringer ist als der Durchschnittspreis P ̄ a. Zur Herleitung der sequentiellen Suchmarktregel wird vorausgesetzt, daß die Preis Verteilung bekannt ist. Diese Annahme ist unrealistisch. Was durch die Spezifizierung der individuellen Übergangswahrscheinlichkeiten zum Ausdruck gebracht werden soll, ist nicht die Abbildung des Entscheidungskülküls der Konsumenten, sondern Determinanten, die die individuellen Übergangswahrscheinlichkeiten systematisch beeinflussen.Google Scholar
  9. 9.
    Der angegebene Definitionsbereich von b stellt sicher, daß die individuellen Ü-bergangswahrscheinlichkeiten π(l,.) und π(—1,.) nicht negativ werden.Google Scholar
  10. 10.
    Für einen Überblick über monopolistische Preisbildung bei innovativen Gütern aus neoklassischer Perspektive siehe Vogt (1991, Kapitel 7). Bei dynamischer Betrachtung muß der optimale Preis nicht mit dem statischen Monopolpreis zusammenfallen.Google Scholar
  11. 11.
    Bei Day (1967, S. 305) dient einzig und allein der Output der nächsten Periode als Entscheidungsvariable. Es wird — wie schon erwähnt — ein konstanter Feedbackmechanismus unterstellt. Dieser konstante Feedbackmechanismus wird durch eine Funktion/repräsentiert. Die Funktion/ist gleich der Gewinnfunktion in Abhängigkeit des Outputs. Es wird vorausgesetzt, daß bei satisfizierendem Verhalten keine vollständige Information vorliegt, insbesondere auch keine Information über die Nachfragefunktion. Um jedoch tatsächlich sein Ergebnis, „Thus we may say that satisficing — in this model — converges to the monopoly profit soulution for the firm...“ Day (1967, S. 310), zu erzielen, sind neben Outputänderungen auch Preisänderungen nötig. Implizit wird von Day (1967) die Annahme getroffen, daß der Preis in der Höhe festgesetzt wird, daß auch der geplante Output abgesetzt werden kann.Google Scholar
  12. 13.
    Auf eine spezielle Funktion für die Differentialgleichung 7.1 wird hier verzichtet. Ein Verweis auf Kapitel 4 sollte hier genügen.Google Scholar
  13. 15.
    Es ist jedoch aufgrund von Zufallsfluktuationen auf der Nachfrageseite nicht ausgeschlossen, daß sich die Preisstruktur ändert.Google Scholar
  14. 16.
    Die Erfahrungskurve ist auch in der Literatur nicht unumstritten. In speziellen wird kritisiert, daß fast ausschließlich die in 7.21 dargestellte funktionale Form unterstellt wird und für alle Inputfaktoren wird die gleiche Lernrate unterstellt (Dolan und Jeuland (1981, S. 53)). Es erfolgt eine Einschränkung auf die Kostenseite. Zur empirischen Schätzung liegen statt der Daten über Kosten nur Preise vor (Lieber-mann (1984, S. 215)). Innovationskonkurrenz wird nicht betrachtet Völker (1990, S. 44)).Google Scholar
  15. 17.
    Es braucht nur am Rande erwähnt zu werden, daß mehrere solcher Produktlebenszyklen nebeneinander existieren und sich gegenseitig beeinflussen können. Die Problemstellung hierauf auszudehnen wäre interessant, würde den vom Autor gesteckten Rahmen jedoch sprengen.Google Scholar
  16. 18.
    Ein wesentlicher Unterschied zu dem Experiment von Isaac und Reynolds (1992), bei denen die Anzahl der Anbieter konstant ist, wurde im hier vorgestellten Modell die Marktstruktur endogenisiert, die Zahl der Anbieter ist veränderlich und wird erklärt. Deshalb wurde auch die zurückhaltende Wendung „Unterstreichung der Ergebnisse“ gewählt.Google Scholar
  17. 19.
    Die gemeinsame Gewinnmaximierung wird hier unter dem Aspekt gegebener Anbieterzahl betrachtet. Der gewinnmaximale Preis wäre dann der Monopolpreis bei gegebenen Kostenbedingungen. Dies ist jedoch eine zu vereinfachende Sicht der Dinge. Wenn erwartet wird, daß neue Unternehmen in den Markt eintreten und deren Markteintrittsentscheidung von den erzielten Gewinnen der etablierten Unternehmen abhängen, so wird die Preispolitik hiervon nicht unberührt bleiben, außer die Unternehmen haben eine hohe Zeitpräferenzrate.Google Scholar

Copyright information

© Physica-Verlag Heidelberg 1993

Authors and Affiliations

  • Reiner P. Hellbrück
    • 1
  1. 1.Freiburg/Br.Deutschland

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