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Der konstitutionelle Ansatz

  • Beat Gygi
Chapter
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Part of the Wirtschaftswissenschaftliche Beiträge book series (WIRTSCH.BEITR., volume 46)

Zusammenfassung

In diesem Kapitel wird der zweite Diskussionspunkt aus Abschnitt 5.3. augegriffen, der dort zwar angetönt aber noch nicht analysiert wurde: wie kann der Output einer IGO normativ beurteilt werden, wenn die Outputkomponenten nicht aggregierbar sind? Die ergebnisorientierten Ansätze zur Messung der Effizienz sind grundsätzlich nicht auf solche Organisationen anwendbar. Im vorliegenden Kapitel wird deshalb eine Alternative zur Beurteilung von Organisationen vorgestellt: der konstitutionelle Ansatz. Bei diesem Ansatz geht die Beurteilung einer Organisation nicht von einem Ergebnis eines wirtschaftlichen oder politischen Prozesses sondern vom Prozess selber aus.

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Literatur

  1. 1.
    Auch kontrakttheoretischer Ansatz genannt. Die Analyse in diesem Kapitel stützt sich wesentlich auf Buchanan und Tullock (1962), Frey (1981), Hamlin (1984) sowie Brennan und Buchanan (1986).Google Scholar
  2. 2.
    Beide Prozesse sind jedoch interdependent: das Aufstellen der Regeln ist nicht vollständig zu trennen vom laufenden Prozess innerhalb der akzeptierten Regeln.Google Scholar
  3. 3.
    Siehe dazu auch Rawis (1971).Google Scholar
  4. 4.
    Es wird somit die letzte Principal-Agent Stufe aus Kapitel 5 betrachtet.Google Scholar
  5. 5.
    Die Regeln, die in den Gründungsverträgen der IGO festgehalten sind, stützen sich auf grundlegen dere Regeln und Rechte ab (Gäfgen 1983), denen die Gründer zum Zeitpunkt der Gründung ihrerseits unterworfen waren: nationale Gesetze, Delegationsbefugnisse und unter den Gründern informell anerkannte Eigentumsrechte.Google Scholar
  6. 6.
    Effizienz wird somit nicht als allokative Effizienz, die sich anhand von beobachtbaren Ergebnissen überprüfen lässt, verstanden, sondern als ein Bündel von Regeln, das von den Vertragsparteien einstimmig anerkannt wurde.Google Scholar
  7. 7.
    Siehe Buchanan und Tullock (1962).Google Scholar
  8. 8.
    Siehe Ruloff (1988).Google Scholar
  9. 9.
    Dieses Positivsummenspiel entsteht entweder, weil das Arrangement so produktiv ist, dass alle davon profitieren, wie dies bei der Einigung über einheitliche Masse und Gewichte der Fall sein kann, oder die Gewinne fallen an, weil die Gruppe gemeinsam Dritte ausraubt.Google Scholar
  10. 10.
    Der Nord-Süd Dialog zeitigt kaum Ergebnisse, weil die zukünftige Position der reichen und armen Länder schon heute bekannt ist und die Umverteilungswirkungen für jedes Land ausgerechnet werden können. Die ‘neue Weltwirtschaftsordnung’ (NIEO) kann nicht als Entwurf eines Grundkonsens angesehen werden, weil die zukünftigen Positionen der Länder schon heute bekannt sind.Google Scholar
  11. 11.
    Ob der Gründungsvertrag im Einzelfall ineffizient geworden ist, ist hier nicht von Bedeutung.Google Scholar
  12. 12.
    Die folgenden Fakten sind Phillips (1981) entnommen.Google Scholar
  13. 13.
    Der Ausdruck ‘Vereinte Nationen’ bezieht sich auf die Siegermächte des zweiten Weltkriegs, wie es auch aus der Deklaration der Konferenz hervorgeht: ‘Diese Konferenz, die inmitten des grössten Krieges, der je geführt wurde, und im vollen Vertrauen auf den Sieg zusammengetreten ist, hat die globalen Probleme der Landwirtschaft erörtert….’Google Scholar
  14. 14.
    Eine Auflistung der Gründerländer und der später der FAO beigetretenen Regierungen findet sich in Kapitel 9.Google Scholar
  15. 15.
    Allerdings ist ein solcher Vergleich nicht ganz zulässig. Beim Entwurf eines Vertrages wird man zu einer anderen, aus der Sicht der Parteien optimalen, Regelung gelangen als bei einer Reform, weil eine Reform die schon geltenden Regeln berücksichtigen muss: die Regeln müssen ein gewisses Beharrungsvermögen aufweisen, um ihre Funktion zu erfüllen. Siehe dazu auch Brennan und Buchanan ( 1986: 11 ).Google Scholar
  16. 16.
    Eine automatische Reform kann auch die einstimmige Beibehaltung des Status Quo bedeuten.Google Scholar
  17. 17.
    Verfassung der FAO, Artikel II.Google Scholar
  18. 18.
    Dies ist die Argumentation, wie sie auch in Kapitel 4 geführt wurde: das Spezielle an der IGO ist das Management, das sich einer Auflösung widersetzt. Je höher das spezifische Kapital der Manager ist, desto stabiler ist die IGO.Google Scholar
  19. 19.
    Siehe als Beispiel für die Einschätzung eines Gründers des Internationalen Währungsfonds Friedman (1987).Google Scholar

Copyright information

© Physica-Verlag Heidelberg 1991

Authors and Affiliations

  • Beat Gygi
    • 1
  1. 1.„Neuen Zürcher Zeitung“ZürichSchweiz

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