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Die Effizienz von internationaler Kooperation und von internationalen Organisationen

  • Beat Gygi
Chapter
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Part of the Wirtschaftswissenschaftliche Beiträge book series (WIRTSCH.BEITR., volume 46)

Zusammenfassung

Zu Beginn des Kapitels werden die Ergebnisse der Kooperation zwischen Regierungen bezüglich deren Effizienz untersucht. Insbesondere werden diejenigen Studien kritisiert, die zum vornherein Kooperation befürworten (Abschnitt 5.1.) Anschliessend wird die Effizienz von internationalen Organisationen als Spezialfall der Koooperation zwischen Regierungen untersucht. Der zentrale Punkt dabei ist die Frage, wie effizient die Delegation von Aufgaben an eine IGO in den Augen der beteiligten Regierungen ist (Abschnitt 5.2.).

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Literatur

  1. 1.
    Z.B. Jacobson, Reisinger and Mathers (1986), welche die Wünschbarkeit der Koordination lediglich aus dem Handgelenk heraus feststellen.Google Scholar
  2. 2.
    Siehe auch Michalsky und Stevens (1987) sowie Galor (1986), der eine Zielfunktion für die ganze Welt (aufgeteilt in ‘Nord’ und ‘Süd’ als die relevanten Regionen) maximiert und für diesen Zweck auf einen Koordinator mit überlegener Information angewiesen ist.Google Scholar
  3. 3.
    Ein Beispiel dazu ist die ‘Locomotive Theory’: eine expansive Fiskalpolitik der europäischen Länder wird gemäss dieser Theorie auch in den USA einen Wachstumsschub bewirken, und umgekehrt. Insbesondere Deutschland sollte nach amerikanischer Meinung Ende der 70er Jahre mit erhöhten Fiskalausgaben das Sozialprodukt der übrigen Länder emporziehen.Google Scholar
  4. 4.
    Die Beurteilung erfolgt entweder aufgrund einer Wohlfahrtsfunktion für die Länder oder aufgrund von Straffunktionen für die Regierungen. Als Beispiel hierzu seien Miller und Wallace (1985) angeführt.Google Scholar
  5. 5.
    Wenn dieses Ergebnis direkt als Argument für Kooperation angeführt wird, entspricht dies dem Glau ben an eine internationale Wohlfahrtsfunktion, welche durch einen Diktator oder Auktionator maxi- miert wird. Kindleberger (1986b) würde die Vertreter dieser Richtung wohl den ‘Moralisten’ zuordnen.Google Scholar
  6. 6.
    In der Spieltheorie setzen kooperative Spiele im Gefangenendilemma eine glaubwürdige Absprache der Spieler voraus, was beim spieltheoretischen Ansatz immer als kostenlos vorausgesetzt wird.Google Scholar
  7. 7.
    Frankel (1989) macht ausführlich auf dieses Problem aufmerksam. Der einzig gangbare Weg ist für ihn dabei, die Gewichte aus Popularitätsfunktionen zu übernehmen. Den Spitzenpolitikern stehen jedoch in Verhandlungen zusätzliche Gewichtungen offen, da sie nicht unter vollständiger Kontrolle der Stimmbürger stehen.Google Scholar
  8. 8.
    Auf diesen Punkt wird in Abschnitt 5.2. näher eingegangen.Google Scholar
  9. 9.
    Siehe dazu Gosh und Masson (1989), Genser (1988) z.T. kritisch, Laskar (1986).Google Scholar
  10. 10.
    So argumentiert Illing (1985). Galor (1986) modelliert eine weltweite Planung von Konsum und Investition aus der Sicht eines koordinierenden Diktators, der mehr weiss als die Bürger. Aehnliche Informationsdefizite haben die Privaten bei Kahn (1987).Google Scholar
  11. 11.
    Siehe dazu Vaubel (1985) sowie Illing ( 1985 ). Die Frage, welche Externalitäten handelbar sind, ist nur empirisch zu beantworten und kann nicht per Annahme in die Modelle eingebaut werden. Der empiri-sche Nachweis ist jedoch schwierig, deshalb ist es wichtig, bei welcher Seite die Beweislast liegt. Solange diese Beweislast nicht zugeordnet ist, verteidigen beide Seiten weiterhin ihre Glaubenssätze.Google Scholar
  12. 12.
    Siehe Coase (1960), Demesetz (1967).Google Scholar
  13. 13.
    Es stellt sich allerdings die Frage, wie die Eigentumsrechte zugeteilt werden können, wenn die Regierungen sie nach Belieben missachten oder anerkennen können. Ohne eine sanktionierende internationale Instanz bleibt die Zuteilung der Eigentumsrechte eine schwierige Aufgabe.Google Scholar
  14. 14.
    Diesem Vorgehen entspricht das Beispiel von Mäler (1989), der die bilateralen Tauschmöglichkeiten der europäischen Länder im Umweltschutz analysiert (dargestellt in Kapitel 4).Google Scholar
  15. 15.
    Dass die Wirtschaftswissenschaftler in den Augen der Ratsuchenden Ideologien oft zu stark vertreten und damit unglaubwürdig wirken, beschreibt Rivlin (1987).Google Scholar
  16. 16.
    Siehe dazu z.B. Cornes und Sandler (1986), Olson ( 1969, 1986 ).Google Scholar
  17. 17.
    Es sind nicht alle Güter als international öffentlich einzustufen, welche Bürokraten und Regierungen aus Eigeninteresse gerne als solche definieren. Mischgüter sind zwischen den polaren Fällen des rein öffentlichen und des rein privaten Gutes angesiedelt. Internationale Koordination zwischen Regierungen stellt meist ein Mischgut dar. Mischgüter sind öffentlich, weisen aber auch Merkmale privater Güter auf, z.B. eine gewisse Rivalität im Konsum (Ueberfüllung), und zusätzlich ist meistens ein teilweiser Ausschluss vom Konsum möglich, was aber wahrnehmbare Kosten verursacht.Google Scholar
  18. 18.
    Cornes und Sandler (1986:195) modellieren z.B. die Organisation INTELSAT als Club.Google Scholar
  19. 19.
    Z.B. Haas (1986), Bertrand (1986), Phillips (1981).Google Scholar
  20. 20.
    Z.B. Ramsey (1984), Kaltenbrunner (1981).Google Scholar
  21. 21.
    Erörtert bei Hüfner und Naumann (1986), Hüfner (1986), Luckenbach ( 1988a, 1988b ).Google Scholar
  22. 22.
    Reine öffentliche Güter haben unendlich hohe Skalenerträge im Konsum, und die Konsumenten könnenicht vom Konsum ausgeschlossen werden. Diese zwei Eigenschaften werden weiter unten gelockert.Google Scholar
  23. 23.
    Siehe dazu Pommerehne (1987).Google Scholar
  24. 24.
    Siehe Cornes und Sandler (1986).Google Scholar
  25. 25.
    IGO weisen immer mehrere Mitglieder auf.Google Scholar
  26. 26.
    Siehe dazu auch Frey und Buhofer (1986).Google Scholar
  27. 27.
    Das Symbol V heisst: ‘wird vorgezogen’.Google Scholar
  28. 28.
    Nach Arrow (1963).Google Scholar
  29. 29.
    Siehe dazu Mueller (1989), Frey (1981).Google Scholar
  30. 30.
    Zum Principal-Agent Problem siehe Alchian und Demsetz (1972), Jensen und Meckling (1976), Laux (1979), Fama (1980), Spencer (1982), Moe (1984), Grossman und Hart (1986), Levinthal (1988), Laux (1990).Google Scholar
  31. 31.
    Siehe dazu Shepsie und Weingast (1981,1984a, 1984b, 1987), Weingast und Marshall (1988), Baron und Ferejohn (1987), Niskanen (1971), Downs (1967).Google Scholar
  32. 32.
    Es gibt zahlreiche Anwendungen der Principal-Agent Theorie auf das Verhältnis zwischen Bürokratie und Legislative, als Beispiel diene hierzu De Groot (1988).Google Scholar
  33. 33.
    x---< y bedeutet hier: x ist Principal von y.Google Scholar
  34. 34.
    Sonst würde der Principal nicht Entscheidungen delegieren, sondern genaue Handlungsanweisungen erteilen.Google Scholar
  35. 35.
    Wenn die Agents zwar eigennützig handeln, ihre Ziele jedoch die gleichen sind wie die der Principals, stellt sich das Problem nicht. Edwards (1977) findet z.B., dass ‘Expense-Preference’ das Verhalten der Manager von regulierten Banken in den USA besser erklärt als ein gewinnorientiertes Verhalten. Siehe auch Budde, Child, Francis und Kieser (1982) für die Zielsetzungen deutscher und englischer Manager im Vergleich.Google Scholar
  36. 36.
    Dass in solchen Principal-Agent Beziehungen auch intrinsisch motivierte Agents auftreten, kann zwar nicht ausgeschlossen werden, die ökonomische Theorie kann diese Tatsache jedoch kaum handhaben und geht deshalb von eigennützigem Verhalten aus.Google Scholar
  37. 37.
    Dies wurde z.B. im Konflikt zwischen der USA und der FAO deutlich, als die Delegierten in Rom die Vorwürfe der nationalen Untersuchungsgremien soweit milderten, dass die USA in der Organisation verblieb.Google Scholar
  38. 38.
    Die Wirkung von Bonuszahlungen ist jedoch empirisch nicht eindeutig nachgewiesen (siehe z.B. Levintahl 1988).Google Scholar
  39. 39.
    Die Manager ihrerseits werden versuchen, die Informationsasymmetrie zumindest zu erhalten oder weiter auszubauen, um so weit als möglich ihre eigenen Ziele verfolgen zu können. Sie werden versuchen, die Produktionsfunktion zu verschleiern, wobei sie allerdings vor dem Problem stehen, dass die asymmetrische Information den Principals so wenig bewusst als möglich sein soll. Denn ein rationaler Principal, der um die Informationsasymmetrie weiss, wird annehmen, dass diese voll durch den Agenten ausgenützt wird. Bei allzu grossem Informationsmangel wird der Principal gänzlich von einer Delegation absehen. Es liegt somit im Interesse der Agents, dass die Produktionsfunktion nicht einfach im Dunklen liegt, sondern dass die Principals das Gefühl haben, sie könnten die Handlungen der Agents identifizieren. Das Spiel lässt sich in der vorliegenden dreifach geschachtelten Hierarchie von Principal-Agent Stufen in IGO noch einen Schritt weiter treiben: die Delegierten müssen selber gar nicht überzeugt sein, dass sie die Handlungen der Agenten tatsächlich identifizieren oder überwachen können. Alles was sie erreichen müssen, um sich zu entlasten, ist, dass ihre Principals, die Regierungen, davon überzeugt sind, sie könnten es.Google Scholar

Copyright information

© Physica-Verlag Heidelberg 1991

Authors and Affiliations

  • Beat Gygi
    • 1
  1. 1.„Neuen Zürcher Zeitung“ZürichSchweiz

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