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Der Nutzen der Kooperation aus Sicht der Regierungen

  • Beat Gygi
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Part of the Wirtschaftswissenschaftliche Beiträge book series (WIRTSCH.BEITR., volume 46)

Zusammenfassung

Dieses Kapitel soll zeigen, dass Kooperation zwischen Regierungen für die Bürger zwar produktiv sein kann, es aber nicht notwendigerweise sein muss. Die Regierungen kooperieren immer dann, wenn es ihnen netto einen positiven Nutzen bringt. Deshalb lässt sich aus der Analyse ihrer Anreize ihre Nachfrage nach Kooperation ableiten. Wenn die Kooperation auch für die Bürger produktiv sein soll, müssen die Regierungen durch die Bürger entsprechend überwacht werden.

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Literatur

  1. 1.
    Siehe Brennan und Buchanan (1986), Buchanan (1975).Google Scholar
  2. 2.
    Das jüngste Beispiel dazu ist Japan im Jahre 1989.Google Scholar
  3. 3.
    Es ist zwar auch möglich, dass Minderheitsregierungen ohne stabile Mehrheit in der Legislative operieren, dies stellt jedoch einen Spezialfall dar und ist zeitlich begrenzt. Strom (1985) hat die Minderheitsregierungen der westlichen Demokratien seit dem zweiten Weltkrieg untersucht.Google Scholar
  4. 4.
    Siehe dazu Lott und Reed (1989), Parker (1989), sowie Lott (1987).Google Scholar
  5. 5.
    Becker und Stigler (1974) schlagen für diesen Zweck vor, den Politikern bei schlechter Arbeit in der letzten Periode die Pension zu kürzen, was eine negative Sanktion darstellt. Barro (1973) schlägt eine positive Sanktion vor: die politischen Parteien versprechen einen guten Posten in der Zukunft, wenn der Politiker auch in der letzten Amtszeit gut arbeitet.Google Scholar
  6. 6.
    Siehe dazu Frey und Schneider (1978, 1979), Kirchgässner (1984). Solche Zusammenhänge sind sogar Grundlagen von Stabilitätsgesetzen, welche Regierungen und Zentralbanken explizit an bestimmte Ziele fixieren: in der Bundesrepublik das Stabilitätsgesetz, in den USA der Humphrey-Hawkins Act, in der Schweiz der Konjunkturartikel.Google Scholar
  7. 7.
    Argentinien, Brasilien, Chile, Uruguay, Peru, Kolumbien, Mexiko, Venezuela.Google Scholar
  8. 8.
    Siehe z.B. in Mueller (1989), Kapitel 15.Google Scholar
  9. 9.
    Siehe z.B: Kirchgässner (1985, 1986) für Anwendungen auf Deutschland, sowie Fair (1987) für die USA.Google Scholar
  10. 10.
    Die Theorie der rationalen Erwartungen erlaubt beliebige Formen der Erwartungsbildung: die Leute haben dann rationale Erwartungen, wenn diese modellkonsistent sind.Google Scholar
  11. 12.
    Stimmbürger, Steuerzahler, Konsumenten und Produzenten sind hier vorläufig zusammengefasst.Google Scholar
  12. 12.
    Für einen Ueberblick siehe Peltzman (1989).Google Scholar
  13. 13.
    Siehe dazu Cooper (1985a, 1985b) sowie Gomel, Saccomanni und Vona (1989), welche die wichtige Rolle der Strukturpolitik betonen.Google Scholar
  14. 14.
    Die Wahl der Politikinstrumente durch die Regierung kann analog einer Portfoliowahl modelliert werden. Die relativen Erträge der Instrumente zeigen sich in den Veränderungen der Zielfunktion der Regierungen: entweder als Verbesserungen in den Konsum- und Spielraumvariablen oder als Lockerung der Machterhaltungsrestriktion.Google Scholar
  15. 15.
    Es ist indessen für den Beobachter nicht immer ersichtlich, ob die Regierung mit ihren Massnahmen Erfolg hatte oder nicht. Beobachtbares Indiz für die Zielerreichung der Regierung sind nämlich nur dann die Veränderungen der Variablen der Popularitätsfunktionen (Arbeitslosigkeit, Inflation, reales Wachstum), wenn die Politikmassnahmen ergriffen wurden, um ein Popularitätsdefizit wettzumachen. Sofern die Regierung die wirtschaftspolitischen Massnahmen aus anderen Gründen ergriffen hat, ist die Zielerreichung eventuell nicht beobachtbar, weil der Konsum der Regierung meist auch nicht beobachtbar ist.Google Scholar
  16. 16.
    Siehe dazu auch Frey (1990a).Google Scholar
  17. 17.
    Siehe dazu Kydland und Prescott (1977) für den Fall, in dem die Zentralbank in Versuchung ist, die Geldmenge überraschend stärker als angekündigt wachsen zu lassen, um damit die Arbeitslosigkeit zu reduzieren. Da auch die Gegenspieler das wissen, kann die Zentralbank ihre Geldmengenziele ex ante gar nicht mehr glaubhaft ankündigen. Kydiand und Prescott fordern deshalb fixe, glaubhafte Regeln für die Geldpolitik. Weitere, darauf aufbauende Literatur findet sich z.B. bei Gäfgen (1986), Alesina und Tabellini (1988).Google Scholar
  18. 18.
    Siehe Hirschman (1970).Google Scholar
  19. 19.
    Zur Schattenwirtschaft siehe Frey und Weck-Hannemann (1984), Weck-Hannemann, Pommerehne und Frey (1986).Google Scholar
  20. 20.
    Siehe auch Frey (1985) und Frey und Ramser (1986).Google Scholar
  21. 21.
    Aus der Sicht von Regierung und Verwaltung ist die Begrenzung eher negativ (als begrenzte Wirksamkeit ihrer Instrumente) aus der Sicht der Privaten eher positiv (als Begrenzung der Ressourcenabsorption durch den Staat) zu sehen.Google Scholar
  22. 22.
    Siehe dazu Niskanen (1971).Google Scholar
  23. 23.
    Brennan und Buchanan (1986) schlagen deshalb vor, zusätzlich verfassungsmässige Begrenzungen der Staatstätigkeit einzuführen.Google Scholar
  24. 24.
    Annahmegemäss wird hier der nationale Spielraum zur Regulierung durch die Regierungen voll ausgeschöpft.Google Scholar
  25. 25.
    Siehe dazu Frey (1981), Gäfgen (1976).Google Scholar
  26. 26.
    Auf die Kosten, die das Abgeben der Regulierungsinstrumente an andere Behörden verursacht, wird im nächsten Kapitel eingegangen.Google Scholar
  27. 26.
    Was hier modellmässig in zwei Schritte zerlegt wird, hat einen historischen Hintergrund. Die Interdependenz zwischen den Ländern hat in den letzten Jahrzehnten beträchtlich zugenommen. Die Interdependenz zwischen den Märkten ist am auffälligsten, diejenige in wirtschaftspolitischen Problemen (über international öffentliche Güter) hat jedoch auch zugenommen.Google Scholar
  28. 28.
    Siehe z.B. Steinherr (1985).Google Scholar
  29. 29.
    Es entstehen zudem nicht notwendigerweise auf jedem Gebiet Interdependenzen, weil es durchaus Tätigkeiten gibt, welche sich nicht über die Landesgrenzen hinaus auswirken, was z.B. bei lokalen öffentlichen Gütern der Fall ist, die ihren Nutzen nur auf das betreffende Gemeinwesen ausbreiten, wo sie auch finanziert werden. Hier stellt sich das Problem zur Zusammenarbeit nicht, weil es keine negativen oder positiven Externalitäten zwischen den Ländern gibt.Google Scholar
  30. 30.
    Brander und Spencer (1987) entwickeln ein Modell, in dem die Regierung eines Gastlandes mit Arbeitslosigkeit zu kämpfen hat. In diesem Fall wird sie der ausländischen Firma, die direkt investieren möchte, mehr entgegenkommen als sonst, weil dadurch Arbeitsplätze entstehen. Sie muss in diesem Fall der Firma glaubwürdig versichern, dass sie das Kapital der Firma nach der Investition im Land nicht übermässig besteuern oder gar enteignen wird.Google Scholar
  31. 31.
    Siehe dazu Leyton-Brown (1984).Google Scholar
  32. 32.
    Wird auch ‘Interpénétration’ genannt, siehe Rybczynski (1988).Google Scholar
  33. 33.
    Zu den Bestimmungsgründen für Direktinvestitionen siehe auch Caves (1982) und Brander und Spencer (1987), die vor allem den Aspekt des ‘Tariff Jumping’ analysieren.Google Scholar
  34. 34.
    Strukturelle Interdependenz von Volkswirtschaften wird auf aggregierter Ebene beschrieben durch Importneigungen der Konsumenten und Produzenten bei steigendem Einkommen sowie Substitutionselastizitäten beim Konsum. Siehe dazu z.B. Cooper (1986), Feldstein (1988a), Oudiz und Sachs (1984).Google Scholar
  35. Zusätzlich werden die Verlierer nur dann Einfluss auf die Regierung auszuüben versuchen, wenn sie erwarten, dass diese etwas verändern kann. Eine Regierung, welche sichtbar signalisieren kann, dass sie nichts verändern kann, wird auch weniger um Hilfe angegangen.Google Scholar
  36. 36.
    Siehe dazu Frey (1990b), Weck-Hannemann (1990), Krugman (1988).Google Scholar
  37. 37.
    Siehe dazu z.B. Hamada (1985).Google Scholar
  38. 38.
    Gemäss Stigler und Becker (1977) sind die Grundpräferenzen bei allen Menschen gleich. Siehe auch Frey und Foppa (1988).Google Scholar
  39. 39.
    Unter gewissen Annahmen kann auch die militärische Bedrohung von aussen als gegebene Veränderung der Umwelt angesehen werden.Google Scholar
  40. 40.
    Siehe dazu De Menil und Solomon (1983) sowie Putnam und Bayne (1985).Google Scholar
  41. 41.
    Negativ korrelierte Krisen betreffen nicht alle Länder in der gleichen Richtung: die einen werden dadurch bevorteilt, die anderen benachteiligt. Die Benachteiligten lassen sich als Club abgrenzen.Google Scholar
  42. 42.
    Das Gefangenendilemma wird in Kapitel 3 genauer dargestellt.Google Scholar
  43. 43.
    Ein Beispiel dazu ist die expansive Fiskalpolitik von Frankreich von 1981–82, eine Uebung, die dann mangels Wirksamkeit und wegen der passiven Haltung der Bundesrepublik abgebrochen wurde. Tanzi (1988) evaluiert die Möglichkeiten zur koordinierten Fiskalpolitik und vertritt die Meinung, dass eine expansive Fiskalpolitik für die anderen Regierungen positive Externalitäten abwirft und deshalb in Koordination betrieben werden sollte.Google Scholar
  44. 44.
    Das Problem des öffentlichen Gutes stellt sich jedoch etwas differenzierter als es oben scheint: nicht jedes interntional öffentliche Gut stellt ein Gefangenendilemma dar. Dies wird in Kapitel 4 im Zusammenhang mit den möglichen Rollen der IGO näher erläutert.Google Scholar
  45. 45.
    Laskar (1986), Canzoneri und Gray (1985).Google Scholar
  46. 46.
    Bedingung dafür ist, dass die Inflationsrate in der Zielfunktion der Zentralbank auftaucht.Google Scholar
  47. 47.
    Auf Diktaturen, die ja den grössten Anteil der Regierungen auf der Welt ausmachen, trifft die erste Zeile ohnehin nicht zu. Siehe dazu Tullock (1987).Google Scholar
  48. 48.
    Rothschild (1987) untersucht die Faktoren, die ein Kartell stabilisieren. Im Falle von Kartellen, die den Bürgern schaden, müssten gemäss den Grundsätzen der ökonomischen Theorie gerade diejenigen Faktoren gestärkt werden, die ein Kartell bedrohen.Google Scholar
  49. 49.
    In einem Kartell stellt die Aufrechterhaltung der Regulierung für die Regierungen ein öffentliches Gut dar und ist deshalb anfällig auf Vertragsbruch. Da aber die Regulierung gerade zum Nachteil der Privaten eingesetzt werden kann, stellt die Internalisierung solcher, (für die Regierungen positiver, für die Privaten negativer) Externalitäten einen volkswirtschaftlichen Verlust dar.Google Scholar
  50. 50.
    Mit diesem Verdacht deckt sich auch die Tatsache, dass die Regierungen viele internationale Verträge über Güter schliessen, die gar nicht öffentlich sind. Ruggie (1972) bringt schon Evidenz für dieses Phänomen und erklärt es mit dem Regime-Ansatz: wo internationale Märkte fehlen, treten Regimes an deren Stelle und ermöglichen den Austausch von mehrdimensionalen Paketen, bestehend aus privaten und öffentlichen Gütern. Die Güter könnten also in Wettbewerb unter den Regierungen angeboten werden, was der linken unteren Zelle in Tabelle 2.5. entspricht. Vaubel (1985) argumentiert in diesem Zusammenhang normativ und meint, die Regierungen hätten bei handelbaren internationalen Interdependenzen nichts zu koordinieren. Wenn sie es tun, dann aus anderen Gründen, z.B. des persönlichen Prestiges, etc.Google Scholar
  51. 51.
    Dass dies oft der Fall ist, zeigen Brennan und Buchanan (1986).Google Scholar
  52. 52.
    Die Wirtschaftsgipfel der G7 wurden von Vertrauten der Regierungs- und Staatschefs eingefädelt, die Traktandenliste war den nationalen Oppositionen unzugänglich. Siehe De Menil und Solomon (1983).Google Scholar
  53. 53.
    Die Sitzungen der G5 innerhalb des Währungsfonds sind geheim.Google Scholar
  54. 54.
    Dazu schreibt z.B. Putnam (1988): Diplomaten verhandeln auf internationaler Ebene mit einem Spielraum, den sie zu Hause haben. Grosse Spielräume erhöhen zwar die Wahrscheinlichkeit, dass eine Einigung unter den Delegierten zustandekommt, jeder einzelne Delegierte ist jedoch in einer stärkeren Position, wenn er einen kleinen Spielraum vorzeigen kann. Die Analyse von Putnam basiert auf Schelling (1960).Google Scholar
  55. 55.
    Wenn diese Hypothese die Realität gut erklärt, sollte eine IGO mit einem hohen Anteil an schmutziger Arbeit höher entlöhnt werden als eine andere. Bis anhin wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Vaubel erklärt nicht, wie die Organisationen es vor den Bürgern auf längere Sicht verstecken können, dass die nationalen Regierungen hinter dem Auftrag an die IGO stehen.Google Scholar
  56. 56.
    In Kapitel 4 wird postuliert, dass die Politiker Verträge grundsätzlich einhalten wollen, um ihren Ruf nicht zu schädigen. Verträge werden nur unter bestimmten Bedingungen gebrochen, die in Kapitel 4 untersucht werden.Google Scholar
  57. 57.
    Um zu diesem Schluss zu kommen, muss er ein Modell entwerfen, bei welchem die Arbeitslosenrate in die Zielfunktion der Zentralbank eingebaut wird. Dies entspricht dem Rahmen, den auch Kydland und Prescott ihrem bahnbrechenden Artikel über die Glaubwürdigkeit der Geldbehörden zugrundelegen. Damit Giavazzi nicht zum gleichen Resultat wie Rogoff (1985) kommt, nämlich zur Kollusion der Zentralbanken gegen die heimischen Arbeitnehmer, muss er annehmen, dass im Ausland eine unbeirrbar stabile Zentralbank ist, an die sich die inländische Zentralbank anhängen kann.Google Scholar
  58. 58.
    Siehe dazu ‘Economisr’, 25. November 1989, p. 15-16: ‘Welcome Unsynchronized Growth’. Durch zufällige, unkorrelierte heimische Störungen sind die 24 OECD-Länder 1989 aus dem Gleichschritt gefallen, in welchen sie 1987 durch den Börsenkrach gerieten. Der Autor des Artikels begrüsst diese grössere Variation in den Wachstumsraten als Absicherung gegen eine synchronisierte Weltrezession.Google Scholar

Copyright information

© Physica-Verlag Heidelberg 1991

Authors and Affiliations

  • Beat Gygi
    • 1
  1. 1.„Neuen Zürcher Zeitung“ZürichSchweiz

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