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Die Zusammenarbeit von Regierungen

  • Beat Gygi
Chapter
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Part of the Wirtschaftswissenschaftliche Beiträge book series (WIRTSCH.BEITR., volume 46)

Zusammenfassung

Zentral bei der Analyse der Zusammenarbeit zwischen Regierungen ist die Tatsache, dass sie oft weitgehend, jedoch selten vollständig, die Stimmbürger im Inland oder die sie unterstützenden Bevölkerungsschichten berücksichtigen müssen. Die vorliegende Arbeit geht von der Annahme aus, dass die Mobilität der Bürger und Firmen nicht so gross ist, dass diese im Falle einer schlechten Wirtschaftspolitik der Regierung in einem Ausmass abwandern, das die Stellung der Regierung gefährdet. Vielmehr wird angenommen, dass die Bürger im Land bei Unzufriedenheit politischen Widerspruch ausüben (in Demokratien werden sie der Regierung die Stimmen entziehen) und ihre wirtschaftliche Tätigkeit anpassen. Da politischer Widerspruch und Wiederwahlbedingungen die Regierungen kaum vollständig disziplinieren, geniessen diese einen Spielraum. Sie sind auf internationaler Ebene deshalb nicht völlig, aber doch ein Stück weit selbständige Aktoren und müssen im Falle der Kooperation mit anderen Regierungen zwei gegenseitig voneinander abhängige Ebenen im Auge behalten: die Verhandlungen mit den anderen Regierungen auf internationaler Ebene und die politischen und wirtschaftlichen Bedingungen im eigenen Land.

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Literatur

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    Das Beispiel der DDR im Jahre 1989 zeigt zwar, dass die massive Abwanderung der Bürger ins Aus land eine Regierung zu Fall bringen kann. Dies wird jedoch als Ausnahmefall angesehen, der mit der marginalen Analyse, wie sie in dieser Arbeit unternommen wird, nicht erklärt werden soll.Google Scholar
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Copyright information

© Physica-Verlag Heidelberg 1991

Authors and Affiliations

  • Beat Gygi
    • 1
  1. 1.„Neuen Zürcher Zeitung“ZürichSchweiz

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